Träger:innen der Verdienstmedaille

Stand: Bis 2020

Am 8. Februar 1979 beschloss die Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven, Personen, die sich besondere Verdienste um die Stadt erworben haben, durch die Verleihung einer „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ auszuzeichnen. Über Vorschläge zur Verleihung dieser Auszeichnung beschließt die Stadtverordnetenversammlung.

Folgenden Menschen wurde bisher die „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ verliehen:

Dr. August Dierks (*19.05.1899, †16.03.1983)

1932 - 1942     Syndikus/Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Wesermünde

1943 - 1945    Hauptgeschäftsführer Gauwirtschaftskammer Ost-Hannover

1945 - 1949    Geschäftsführer Verband der Deutschen Hochseefischerei

1949 - 1965    Syndikus/Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Bremerhaven

Ehrenamtlich

  • 1947 - 1977 Vorsitzender der „Gesellschaft Bremerhaven 1947“
  • Unterstützer des Aufbaus eines Schifffahrtsmuseums
  • 1967 Mitgründer und langjähriger Vorsitzender des Kuratoriums „Schiffahrtsmuseum Alter Hafen“/ab 1978 „Kuratorium zur Förderung des Deutschen Schifffahrtsmuseums“
  • Mitbegründer des Deutschen Schifffahrtsmuseums
  • Förderer von Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 29. Juni 1979

Begründung (Auszug): „… Besondere Anerkennung und Würdigung verdienen seine Verdienste um die Bewahrung und Überlieferung schiffahrtsgeschichtlicher Entwicklungen in Bremerhaven und seine unermüdliche und zielstrebige Unterstützung bei den Bemühungen um die Errichtung des Deutschen Schiffahrtsmuseums in unserer Stadt…“

Kurt Ditzen (*15.12.1891, †08.10.1982)

1922    Zulassung zum Rechtsanwalt

1923 - 1931    Richter auf Lebenszeit

1931 - 1945    Verleger der „Nordwestdeutschen Zeitung“. Nach Ende des Krieges durfte Kurt Ditzen keine Zeitung herausgeben. 1948 wurde er von dem Vorwurf freigesprochen, das NS-Regime unterstützt zu haben und als „Gegner der NSDAP“ eingestuft.

1949 - 1970    Verleger der „Nordsee-Zeitung“

Ehrenamtlich

  • Förderung des Heimatgedankens und der Heimatforschung in der Elbe-Weser-Region
  • Förderung der „Männer vom Morgenstern“

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 15. Dezember 1981

Begründung (Auszug): „… Würdigung seiner Verdienste um die Medienpolitik und die Öffentlichkeitsarbeit in der Stadt Bremerhaven …“

Rudolf Dahmen (*18.04.1917, †24.01.1989)

1936    Ausbildung als Redaktionsvolontär bei der „Bremer Zeitung“

Aufgrund der Weigerung, der NSDAP oder einer ihr angeschlossenen Organisation beizutreten, durfte Rudolf Dahmen seine Ausbildung nicht abschließen.

1939 - 1945    Arbeits- und Kriegsdienst

1945 - 1947    Radio Bremen

1947 - 1952    Chef vom Dienst „Nordsee-Zeitung“

1952 - 1967     Verschiedene journalistische Funktionen in Bremen, Bonn, Bielefeld und Köln

1967 - 1982    Chefredakteur „Nordsee-Zeitung“

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 16. Juni 1982

Begründung (Auszug): „… in Anerkennung seiner journalistischen Verdienste um Bremerhaven …“

Heinz-Günther Thees (*24.04.1911, †04.01.2004)

Diplom-Ingenieur, Architekt

1955 - 1975    Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven

1975 - 1979    Ehrenamtlicher Stadtrat im Magistrat Bremerhaven

1979    Ernennung zum Stadtältesten

Ehrenamtlich

  • 1967 - 1994 Vorsitzender Bauernhausverein Lehe e. V.

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 29. Juni 1989

Begründung (Auszug): „Als Dank für seine vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten, insbesondere seine Verdienste um den Bauernhausverein Lehe e. V. …“

Wolfgang van Betteray (*08.01.1947, †10.10.2017)

Der Düsseldorfer Diplom-Kaufmann war nach dem Vulkan-Zusammenbruch im Februar 1996 zum Insolvenzverwalter für die Bremerhavener Tochtergesellschaften des Konzerns bestellt worden und schloss dieses Engagement nach drei Jahren ab. Es gelang ihm, die Lloyd Werft und zwei Drittel der dortigen Arbeitsplätze in einem Vergleichsverfahren zu retten.

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 25. März 1999

Begründung (Auszug): „… Herrn van Betteray ist es zu verdanken, dass sich der Bremerhavener Schiffbau aus dem Strudel des Vulkan-Desasters befreien konnte. […] Er leitete zwar für die Lloydwerft das Vergleichs- und für die Schichau Seebeckwerft das Konkursverfahren ein, hatte jedoch von Anfang an die Erhaltung der Unternehmen vor Augen. […] Ohne Herrn van Betteray hätten die Bremerhavener Werften trotz ihres hohen Qualitätsstandards nicht überleben können ...

Dr. jur. Joachim Ditzen-Blancke (*13.12.1925, †29.08.2019)

1947 - 1950    Jura- und Volkswirtschaftsstudium in Würzburg und Kiel

1968  Promotion mit der Arbeit „Die Entwicklung der bremischen Justiz und ihrer Kontrolle der                                     Verwaltung  im 19. Jahrhundert. Zugleich eine Untersuchung über die Grundlage d. § 15 d. brem.                            Verfassg v. 1854“

1954   Rechtsanwalt

1961 - 1963    Mitglied des Stadtrates von Remscheid und Richter an verschiedenen Gerichten in Düsseldorf

1965 Mitverleger der Nordsee-Zeitung und designierter Nachfolger des Verlegers Kurt Ditzen, der ihn                            adoptiert hatte.

1982 - 2000   Alleinverleger der Bremerhavener Nordsee-Zeitung

Ehrenamt

  • 1979 - 1989 Präsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven.

Die Errichtung des Deutschen Auswandererhauses (2005) ist unter anderem seiner Initiative und seinem Engagement zu verdanken. Er war in der Folge langjähriger Förderer und großzügiger Unterstützer des Deutschen Auswandererhauses.

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 19. Oktober 2000

Begründung (Auszug): „Vor 35 Jahren trat Herr Dr. Ditzen-Blanke in den Verlag ein und brachte das Unternehmen durch sein Engagement auf Expansionskurs. Die Ditzen-Gruppe hat sich in der Folgezeit durch seine Leistung zu einem der größten Arbeitgeber in der Stadt entwickelt. In einer Vielzahl Tochterfirmen sind insgesamt weit über 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Firmengruppe tätig. Herr Dr. Ditzen-Blanke hat sich außerdem noch in der Industrie- und Handelskammer sowie in zahlreichen Initiativen und Vereinen engagiert. Hierbei hatte er stets das Wohl der Stadt Bremerhaven im Vordergrund seiner Überlegungen. …“

Gerlinde Berk (*11.09.1940)

1955 - 1958    Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau; später Weiterbildung zur Abteilungsleiterin und                                         Einkäuferin

1963 - 1974    Einkäuferin

1975 - 1990    Selbständige Einzelhandelskauffrau

1979 - 1991    Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven

1991 - 2007    Mitglied der Bremischen Bürgerschaft

Am 31. Oktober 2006 wurde ihr für ihren Einsatz für den Hochschulstandort Bremerhaven die Ehrenbürgerschaft der Hochschule Bremerhaven als erster Frau verliehen.

Ehrenamt

  • Langjährige Vorsitzende und im Anschluss Ehrenvorsitzende Theater-Förderverein

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 5. Mai 2011

Begründung (Auszug): „…  Sie hat ihre Fraktion über 14 Jahre in der Wissenschaftsdeputation als wissenschaftliche Sprecherin vertreten und hat sich in dieser Zeit wegen ihres engagierten Eintretens für die Belange der Hochschulen, der Forschungsinstitute, der Professoren und der Studenten hohes Ansehen, insbesondere in der Wissenschaft selbst, erworben. […] Immer wieder hat sie es mit ihrem von Sachkenntnis und Beharrlichkeit geprägten Vorgehen geschafft, dem Hochschul- und Wissenschaftsbereich zu der notwendigen Aufmerksamkeit in der politischen Debatte um Prioritäten zu verhelfen; keine Anstrengung war ihr zu groß, wenn es darum ging, im Wettbewerb der Politikfelder den Hochschul- und Wissenschaftsbereich die erforderlichen Handlungsräume zu garantieren. Dies ist umso höher zu bewerten, als sie nie selbst die Chance gehabt hat, an einer Hochschule zu studieren. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt der Entwicklung der Hochschule Bremerhaven. Wichtige Ausbauentscheidungen sind während ihrer Zeit als Sprecherin für den Wissenschaftsbereich gefallen. […] Gerlinde Berk hat sich in herausragender Weise um die Entwicklung des Wissenschaftsstandort Bremerhaven verdient gemacht. […] Auch in Bremerhaven war Gerlinde Berk überparteilich anerkannt. Ob der Aufbau des Historischen Museums, die Unterstützung von Kulturinitiativen, die Weiterentwicklung des „Zoo am Meer“, die Sanierung des Stadttheaters, die Unterstützung der Literarischen Woche und vieles mehr: ohne Gerlinde Berk wäre das kulturelle Klima in Bremerhaven nicht so gut, wie es heute ist. […] Gerlinde Berk hat sich um die Wissenschaft im Land Bremen und um die Kultur in Bremerhaven verdient gemacht …“

Prof. Dr. Detlev Ellmers (*12.03.1938)

1957                Studium der Germanistik, Kunstgeschichte sowie Vor- und
                      Frühgeschichte

1966 - 1968     Volontär Römisch-Germanisches Zentralmuseum in Mainz

1968                Promotion mit der Arbeit „Frühmittelalterliche Handelsschiffahrt in Mittel- und Nordeuropa

Anschließend  Assistent Römisch-Germanisches Zentralmuseum in Mainz

1971 – 2002    Geschäftsführender Direktor Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 27. Oktober 2016

Begründung (Auszug): „…Durch seine aktive Schaffenskraft gelang es Prof. Dr. Ellmers gemeinsam mit den beiden anderen Gründungsdirektoren, Gert Schlechtriem und Wolf-Dieter Hoheisel, das Deutsche Schiffahrtsmuseum auszubauen und dessen Renommee beständig zu vergrößern. Das gilt insbesondere auch für den Sammlungsbestand in der Ausstellung und im Magazin, in der Bibliothek und im Archiv, also in den Bereichen, die heute als Forschungsinfrastrukturen bezeichnet werden. […] Im Bereich der Forschung hat Prof. Dr. Ellmers der Schifffahrtsgeschichte und insbesondere deren vor- und frühgeschichtlichen Anfängen einen neuartigen Stellenwert gegeben. Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass er zahlreiche Einträge für ein Standard-Lexikon (Reallexikon für Germanische Altertumskunde) verfasste und damit in vielen Bereichen die Grundlagen für die Schifffahrtsgeschichte legte. […] Während der Amtszeit von Prof. Dr. Ellmers wurde durch das von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder vorgegebene Evaluierungsverfahren dreimal die zentrale Rolle des Deutschen Schiffahrtsmuseums in der schifffahrtsgeschichtlichen Forschungslandschaft Deutschlands bestätigt. Der Museumshafen mit seinen Museumsschiffen gehörte seit der Gründung des Museums zum Erscheinungsbild der Stadt und daher nahm Prof. Dr. Ellmers zum Ende seiner Amtszeit noch einmal den finanziellen Kraftakt in Angriff, die Seute Deern, mittlerweile zum Wahrzeichen Bremerhavens geworden, im Dock überholen zu lassen. Durch seine einunddreißigjährige Leitungstätigkeit ist Prof. Dr. Detlev Ellmers maßgeblich der Aufbau, die Entwicklung sowie die heutige Existenz des Deutschen Schiffahrtsmuseums zu verdanken, ebenso wie dessen Aufnahme 1980 in die so genannte Blaue Liste von Einrichtungen mit gemeinsamer Forschungsförderung durch Bund und Länder, aus der die heutige Leibniz-Gemeinschaft hervorging…“

Rolf Stindl (*17.07.1941)

Lehramtsstudium in Bremen

Lehrtätigkeit in Bremerhaven

1971 - 1979 und 1983 - 1995    Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven

1979 - 1983 und 1995 - 2003    Ehrenamtlicher Stadtrat im Magistrat Bremerhaven

1995    Ernennung zum Stadtältesten

Ehrenamtlich

  • 1983 Gründung des Landesverbandes Bremen des Friedrich-Bödecker-Kreises
  • Seit 1983 Vorsitzender Friedrich-Bödecker-Kreis, Landesverband Bremen

Verleihung der „Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven“ mit Beschluss vom 24. September 2020

Begründung (Auszug): „…Unter der ehrenamtlichen Leitung von Rolf Stindl werden im Jahr allein rund 100 Autorenbegegnungen, vor allem in Schulen, aber auch in Kitas, veranstaltet. Rechnet man die Begegnungen von 37 Jahren mit jeweils ca. 4.000 Schülerinnen und Schülern pro Jahr zusammen, so kommt man auf die stattliche Zahl von ungefähr 148.000 Begegnungen. Rolf Stindl ist es in all den Jahren gelungen, ein Stück „Literatur-Welt“ nach Bremerhaven zu holen. […] Die Erfahrungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche durch die persönliche Begegnung mit einem Autor oder einer Autorin eine ganz neue Beziehung zur Sprache, zum Lesen und zur Literatur herstellten und die Lesefreude nachhaltig gefördert wurde. Die Autorenbegegnungen finden während des ganzen Jahres statt. Besonders zum „Bücherfrühling“ und zum herbstlichen „Autorentreffen Bremerhaven“ werden gleichzeitig mehrere Autoren nach Bremerhaven eingeladen. Zusätzliche weitere Aktivitäten ergänzen die regelmäßigen Autorenbegegnungen und bieten so ein großes und breites Feld, um Kinder und Jugendliche mit Büchern, dem Lesen und dem Reflektieren des Gelesenen in Berührung zu bringen. Dazu gehören Schreib- und Lesewerkstätten, bei denen Kinder und Jugendliche zum Lesen und Schreiben literarischer Texte angeregt werden, Literarische Nachmittage und Abende, Preisausschreiben, Aufsatzwettbewerbe und die „Bücherkisten“ für Kindergärten, Klassenverbände und Familienbegegnungen. Im Jahr 2009 wurde eine weitere Idee aus der Taufe gehoben und kann für sich ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland in Anspruch nehmen – der „Bücherkindergarten - Bücher sind Freunde“. Unterstützt wird diese Idee des Friedrich-Bödecker-Kreises vor allem von der Kinderbibliothek der Stadtbibliothek, vom Amt für Jugend, Familie und Frauen sowie vom Sozialplanungsreferat des Landkreises Cuxhaven. Insgesamt gibt es zurzeit auf Initiative des Bödecker-Kreises in Bremerhaven 25 „Bücherkindergärten“, im Landkreis 17. Die Idee dahinter ist, dass man Kinder so früh wie möglich mit Büchern und dem Lesen vertraut macht. Die Kindergärten verpflichten sich, den Kindern täglich vorzulesen, mit ihnen Bilderbücher zu betrachten und sich mit den Kindern über das Gelesene zu unterhalten. Einmal im Jahr findet in jedem Kindergarten ein Autorentreffen mit einem Schriftsteller statt, der den Kleinen dann einen ganzen Tag lang zur Verfügung steht. Rolf Stindl hat über Jahrzehnte die intensive und effiziente Förderung des Lesens und der Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt seines beruflichen und vor allem auch seines ehrenamtlichen Engagements gestellt und viele Generationen von Kindern für Bücher begeistert. Er hat sich um die Gesellschaft, die Demokratie, damit um die Stadt Bremerhaven verdient gemacht.“

Zusammenstellung: Magistratskanzlei

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