Sanierung des Sportkomplexes Nordsee-Stadion Bremerhaven

Der 1. Bauabschnitt der Sanierung

Das 1975 fertiggestellte Nordsee-Stadion ist mit den angegliederten Sporthallen, der integrierten Schwimmhalle mit 50m-Becken und den Nebenanlagen die größte Sportanlage in der Unterweserregion außerhalb von Bremen und Oldenburg. Die jährlich rund 250.000 Besuche ergeben sich aus einem Einzugsbereich, der weit über die Region Bremerhaven hinausgeht und damit die regionale und überregionale Bedeutung der öffentlich zugänglichen Sportstätte hervorhebt.

Der Olympische Sportclub Bremerhaven von 1972 e.V. (OSC) mit fast 3.000 Mitgliedern hat als Hauptnutzer der Anlage in den vergangenen Jahrzehnten zusammen mit vielen professionellen Partnern eine umfangreiche integrative Arbeit für behinderte Sportfreunde aufgebaut. In den letzten Jahren sind zusätzliche Angebote für Migranten und Flüchtlinge entwickelt worden, die ebenfalls vom Landessportbund gefördert werden. Die unterschiedlichen Gebäudebereiche sind für den Vereins- und Schulsport im Stadtteil Lehe ebenso unverzichtbar, dies wird durch das vielseitige Sport- und Kursangebot unterstrichen.

Aufgrund der Größe (10.000 Sitz- und Stehplätze) hat das Nordsee-Stadion für Bremerhaven eine Flaggschiffbedeutung, die bei sportlichen Großereignissen wie DFB-Fußballpokalspielen, beim Behinderten-Sportfest und bei Turnieren des American Football immer wieder zum Ausdruck kommt. Neben diesem wird der Sportkomplex für zahlreiche andere Veranstaltungen genutzt. Dazu zählen beispielsweise Spielturniere der Kindertagesstätten, verschiedene Wettkämpfe (Leichtathletik, Schwimmen), Meisterschaften und Pokalturniere (Turnen, Tischtennis, Volleyball), Freundschaftsspiele und Trainingslager (Fußball) sowie Lehrgänge und Camps für Gastmannschaften. Weiterhin werden die Räumlichkeiten auch für den Sportunterricht der Nachbarschulen sowie für die Ausführung der Bundesjugendspiele und der jährlichen Schulsporttage der Bremerhavener Schulen in Anspruch genommen. Die Sanierung und der längerfristige Erhalt des Stadions hat somit eine besondere Wirkung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration vor Ort.

Mit Ausnahme der Schwimmhalle befindet sich die Anlage in einem höchst sanierungsbedürftigen Zustand. Die unterhalb der Sitztribüne gelegenen Nutzräume verfügen über keine komplette Dachhaut gegen Niederschlagswasser. Diese Funktion übernimmt die Überdachung der Sitztribüne. Wegen des undichten Tribünendaches kommt es insbesondere bei Niederschlägen zu Durchfeuchtungen der darunterliegenden Räume. Eindringendes Oberflächenwasser hat auch tragende Teile der baulichen Anlage stark geschädigt.

Mit Hilfe der Sanierungsmaßnahme sollen entstandene bauliche und funktionelle Defizite beseitigt werden. Dies erfordert einen Sanierungsaufwand, der die finanziellen Möglichkeiten Bremerhavens weit übersteigt. Durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ werden für den ersten Bauabschnitt bis zu 4,5 Mio. € bereitgestellt. Stadtentwicklungspolitisch bedeutet dies einen erheblichen Beitrag zur Steigerung von Lebensqualität in Stadt und Region.

In diesem ersten Bauabschnitt sollen die gravierenden baulichen Mängel beseitigt werden. Hierzu gehört eine Erneuerung der ortsbildprägenden Tribünenüberdachung sowie eine Sanierung der wasserdurchlässigen Terrasse zwischen Stadion und Sporthallen. Des Weiteren werden Maßnahmen der Inklusion umgesetzt, um Barrieren zu beseitigen und die Sportstätte auf einen Stand zu bringen, der noch mehr Menschen erlaubt, hier Sport zu treiben.

Die geplante Sanierung stellt einen ersten Schritt und Bauabschnitt zur Instandsetzung der Gesamtsportanlage dar. Um sicher zu stellen, dass das Nordsee-Stadion längerfristig in allen Bereichen genutzt werden kann, sind anschließend weitere Schritte notwendig. Dies umfasst die Sanierung der Sporthalle (insbesondere des Daches), der Gymnastikhalle, die Sanierung der Umkleideräume und der Sanitäranlagen sowie die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung.

Nordseestadion Flyer 2021(PDF 3,5 MB)Logo der Creative Commons Lizenz »Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0« (CC BY-NC-ND 3.0)

Bei Fragen zu dem Projekt oder für Hinweise und Anregungen wenden Sie sich gern an:

 sanierung.nordsee-stadion@magistrat.bremerhaven.de

 

 

Das Bundesprogramm

Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wurde im Jahr 2015 im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms aufgelegt. Seitdem hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das Programm mehrfach mit neuen Finanzmitteln ausgestattet. Auf die Projektaufrufe sind jeweils mehrere hundert Projektvorschläge mit einem Förderbedarf in Milliardenhöhe eingegangen, das Programm war damit mehrfach um ein Vielfaches überzeichnet.

Das Bundesprogramm unterstützt bundesweit Städte und Gemeinden beim Erhalt ihrer sozialen Infrastruktur. Es trägt dazu bei, dem hohen Sanierungsstau in den kommunalen Einrichtungen zu begegnen und dient so dem sozialen Miteinander und dem Klimaschutz zugleich. Die Umsetzung des Programms erfolgt durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

Bremerhaven ist mit dem Projekt der Sanierung des Sportkomplexes Nordsee-Stadion daher eine der glücklichen Kommunen, die eine Förderung im Rahmen dieses Programmes erhält.

Weitere Informationen zu dem Programm sowie Beispiele in anderen Kommunen sind hier zu finden:

https://www.sport-jugend-kultur.de/aktuelles/

Der Verein

Der Hauptnutzer des Sportkomplexes Nordsee-Stadion in Bremerhaven ist der Olympische Sportclub Bremerhaven von 1972 e.V. (OSC). Informationen zu den aktuellen Angeboten und Kursen sind auf der Internetseite des Vereins zu finden:

https://www.osc-bremerhaven.de/

Der Projektstart

Für die Sanierung des Nordsee-Stadions werden aktuell die Unterlagen für die baufachtechnische Zuwendungsprüfung erstellt. Der Prüfvermerk über die baufachliche Prüfung der Bauunterlagen mit einer Anerkennung der Antrags- und Bauunterlagen ist Voraussetzung für die Zuwendung. Erst nach Abschluss dieser Prüfung und entsprechendem Prüfvermerk ist eine bauliche Umsetzung des ersten Bauabschnittes möglich.

Geplante Veranstaltungen

Aufgrund der aktuellen Situation und damit verbundenen Hygienevorschriften sind derzeit keine öffentlichen Veranstaltungen möglich. Sobald eine Verbesserung der Lage eingetreten ist, ist eine Präsentation des Gebäudekomplexes sowie der geplanten Maßnahmen des ersten Bauabschnittes vorgesehen. Bisher wird dies für Spätsommer / Herbst 2021 angedacht.