Verleihung von Preisen

Das Kulturamt vergibt mit diversen Kooperationspartnern Preise: den Hermann-Allmers-Preis für Heimatforschung, den Jeanette Schocken Preis - Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur und den Förderpreis aus der Stiftung der Weser-Elbe Sparkasse zur Förderung der Bildung und Erziehung junger Menschen im musischen Bereich.

Die Weser-Elbe Sparkasse hat der Stadt Bremerhaven anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums eine namhafte Zuwendung gemacht mit der Auflage, das Geld einer unselbständigen Stiftung zuzuführen und aus den Erträgen die Bildung und Erziehung junger Menschen im musischen Bereich zu fördern.

Auf Empfehlung der Weser-Elbe Sparkasse beschloss der Magistrat, die Erträge u. a. für die Vergabe von Förderpreisen (Stipendien) an besonders begabte junge Künstler zu verwenden. Der Förderpreis wird jährlich vergeben. Über die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine unabhängige Fachjury jährlich bis zum 31. Juli unter Vorsitz des Kulturdezernenten.

Bewerbungen sind an das Kulturamt, Frau Rose, zu richten.

Die Richtlinien über das Verfahren für die Vergabe von Förderpreisen lauten:

Der Kulturdezernent ist Vorsitzender der Jury. Alle Vertreterinnen und Vertreter der Jury sowie der Kulturdezernent sind stimmberechtigt. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Kulturdezernenten den Ausschlag. Die Kulturamtsleitung nimmt ohne Stimmrecht an der Sitzung teil.

Bei der Vergabe des Förderpreises ist die soziale Lage der betreffenden Personen zu berücksichtigen.

  1. Der Förderpreis aus der Sparkassen-Stiftung wird für besondere Leistungen in folgenden Sparten vergeben:
    • Musik
    • Literatur
    • bildende Kunst
    • darstellende Kunst
    • Film
       
  2. Die für den Förderpreis in Frage kommenden Künstler, Musiker, Autoren und Filmemacher müssen aus Bremerhaven stammen, eine Bremerhavener Schule besucht haben oder hier leben. Sie sollen mindestens das erste Jahr ihrer Berufsausbildung beendet haben, durch überdurchschnittliche Leistungen hervorgetreten sein und das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
     
  3. Der für den Förderpreis in Frage kommende Personenkreis kann sich selbst bewerben. Er kann auch von Fachlehrern (der Sekundarstufe II und der Sekundarstufe I) sowie von kulturellen Einrichtungen in der Stadt Bremerhaven vorgeschlagen werden. Dem Vorschlag bzw. der Bewerbung sind neben den üblichen Unterlagen zwei Fachgutachten beizufügen.
     
  4. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Fachjury. Sie setzt sich zusammen aus fünf fachkompetenten Vertreterinnen und Vertretern der genannten fünf Sparten, die im Benehmen mit der Sparkasse vom Kulturdezernenten benannt werden, und dem amtierenden Oberschulrat der Sekundarstufe II.
     
  5. Der Förderpreis wird im Rahmen einer Feierstunde in den Räumen der Weser-Elbe Sparkasse in Bremerhaven vom Kulturdezernenten überreicht.

Den Förderpreis haben bisher erhalten:

  • Thomas Becker (1986)
  • Christoph Franzius (1987)
  • Volker Engel (1988)
  • Laurent Plettner (1989)
  • Anne Kittelmann (1989)
  • Susanne Storz (1990)
  • Sandra Fehmer (1990)
  • Ingmar Meissner (1991)
  • Annette Haarbeck (1992)
  • Andreas Furcht (1993)
  • Frank Delle (1994)
  • Christina Rylewicz (1995)
  • Lydia Steffens(1996)
  • Michael Schwager (1996)
  • Frea Eden (1997)
  • Jörg Seidel (1997)
  • Jan Stoltz (1998)
  • Karsten Kammeier (1998)
  • Denise Obedekah (1999)
  • Reinhold Lauenburger (1999)
  • Sven Hönig (2000)
  • Janine Buck (2001)
  • Karolina Piontek (2001)
  • Björn Jacobsen (2002)
  • Claudia Maurer (2003)
  • The Wild Thirteen (2003)
  • Kerstin Brätsch (2004)
  • Julia Rogozia (2004)
  • Ruben Hans Donsbach (2006)
  • Gunnar Seidel (2006)
  • Marie Tietjen (2007)
  • Agnes Datkiewicz (2008)
  • Annette Kölling (2009)
  • Lena Sundermeyer (2010)
  • Bogna Grazyna Jaroslawski (2011)
  • David Niedermayer (2013)
  • Glen Hoffmann (2014)
  • Tina Rusin (2015)
  • Vincent Golly (2016)

Der "Jeanette Schocken Preis - Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur" ist ein Literaturpreis, dessen Preissumme von 7.500 € (seit 1999) nicht durch die Öffentliche Hand, sondern durch Spenden Bremerhavener Bürgerinnen und Bürger aufgebracht wird. Der Preis, der 1991 erstmals vergeben wurde, wird im zweijährigen Turnus verliehen.

Dafür ist eine unabhängige Jury verantwortlich, der Gabriele von Arnim, Zsuzsanna Gahse, Hugo Dittberner, Nico Bleutge und Wend Kässens angehören.

Nach dem Tod von Wolfgang Promies und Elsbeth Wolffheim im Jahr 2002 sind Wend Kässens und Zsuzsanna Gahse als neue Mitglieder berufen worden. Carola Stern verstarb im Januar 2006. Für sie wurde Gabriele von Arnim in die Jury berufen.

In der Präambel des Statuts für den Preis heißt es: "Am 06. Mai 1933, vier Tage früher als im übrigen nationalsozialistischen Deutschen Reich, wurden auf dem Marktplatz in Bremerhaven unter öffentlichem Beifall Bücher verbrannt. Dieses Tages soll durch die Stiftung eines Literaturpreises gedacht werden".

Er erhält den Namen "Jeanette Schocken Preis - Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur". Mit der Namensgebung wollen die Initiatoren, ein gemeinnütziger Verein, und die Stadt Bremerhaven nicht nur an die Bücherverbrennung und die Vernichtung des Geisteslebens durch den Nationalsozialismus, sondern auch an das Schicksal all jener Menschen, die vor der Barbarei der Nationalsozialisten flohen oder ihr zum Opfer fielen, erinnern.

Die Hafenstadt Bremerhaven war für viele Verfolgte die letzte Station in Deutschland auf der Flucht ins Exil. Die Bremerhavener Kaufmannsfamilie Schocken bot, solange sie konnte, den Verfolgten Zuflucht. Jeanette Schocken wollte mit ihrer kranken Tochter nicht fliehen. Beide wurden am 17. November 1941 gemeinsam mit anderen Bremerhavener Bürgern jüdischen Glaubens nach Minsk deportiert und dort ermordet.

So heißt es im Statut: "Der Literaturpreis, der ihren Namen trägt, soll ein Zeichen setzen gegen Unrecht und Gewalt, gegen Haß und Intoleranz. Mit dem Bekenntnis zur verbotenen und verbrannten, zur unterdrückten und ausgegrenzten Literatur verbindet der Preis die Ermutigung an alle schreibenden Künstler, deren Literatur für dieses Bekenntnis steht, und die deshalb der Förderung, Hilfe und Anerkennung bedürfen."

  1. Preisträgerin 1991 Irene Dische
  2. Preisträgerin 1993 Hanna Krall
  3. Preisträger 1995 Louis Begley
  4. Preisträger 1997 Imre Kertész
  5. Preisträger 1999 Tuvia Rübner
  6. Preisträgerin 2001 Barbara Honigmann
  7. Preisträger 2003 Georg Tabori
  8. Preisträger 2005 Bei Dao
  9. Preisträgerin 2007 Lizzie Doron
  10. Preisträgerin 2009 Ursula Krechel
  11. Preisträger 2011 Richard Sennett
  12. Preisträger 2013 Péter Esterházy
  13. Preisträger 2015 Gerhard Roth
  14. Preisträger 2017 Aris Fioretos

Anläßlich der Preisverleihung in der Zeit um den 6. Mai sowie in den alternierenden Jahren finden die Jeanette Schocken Literaturtage statt. Informationen dazu können Sie zu gegebener Zeit dem Veranstaltungskalender der Nordsee-Zeitung entnehmen. Anfragen beantwortet zudem das Kulturamt der Stadt Bremerhaven.

Im Januar 2000 ist die Dokumentation "10 Jahre Jeanette Schocken Preis" erschienen.

Ansprechpartner
Dr. Manfred Ernst
Vorsitzender des Vereins
 0471 391 9920

Jeanette Schocken Preis

Anlässlich des 75 jährigen Jubiläums des 1882 auf Anregung des in Rechtenfleth ansässigen Marschendichters Hermann Allmers (1821–1902) gegründeten länderübergreifenden Heimatbundes der Männer vom Morgenstern von den Städten Bremerhaven und Cuxhaven sowie dem Kreis Land Hadeln und dem Landkreis Wesermünde ist der Preis gestiftet worden.

Für die beiden Landkreise ist seit 1979 deren Rechtsnachfolger, der Landkreis Cuxhaven, eingetreten. Seit September 2010 sind als weitere Preisstifter der Landkreis Wesermarsch und der Rüstringer Heimatbund hinzugekommen. Der Preis dient der Anerkennung und/oder Förderung besonderer Leistungen auf dem Gebiet der regionalen Heimatforschung. Er ist mit einem Betrag von 3.000,00 EUR dotiert.

Der Hermann-Allmers-Preis wird seit 1959 in zweijährigem Rhythmus um Allmers‘ Geburtstag (11. Februar) in einer Feierstunde verliehen.

Inzwischen gibt es 28 Preisträgerinnen und Preisträger.

Die Industrie- und Handelskammer Bremerhaven hat aus Anlass ihres 125-jährigen Bestehens am 23. Juni 2000 die Stiftung der Bremerhavener Wirtschaft gegründet.

Mit dieser Stiftung will die Bremerhavener Wirtschaft ihre Verantwortung und ihr Engagement für den Standort Bremerhaven unterstreichen und verbindet damit die Erwartung einer nachhaltigen Belebung und Stärkung des gesamten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens zum Wohle der Stadt und seiner Bevölkerung.

Die Auszeichnung erfolgt nach den Vergaberichtlinien an Initiativen oder Personen aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Bereich.

Ansprechpartner: handelskammer-bremen