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Verleihung des Jeanette Schocken Preises 2019 an Dževad Karahasan

Der Jeanette Schocken Preis – Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur wird 2019 an den Schriftsteller Dževad Karahasan verliehen.

Zur Preisverleihung am Sonntag, dem
12. Mai 2019, um 11.00 Uhr im Historischen Museum Bremerhaven laden der Jeanette Schocken Verein und das Kulturamt Bremerhaven herzlich ein. Am Abend des 12. Mai 2019 wird der Preisträger um 20.00 Uhr im Pferdestall aus seinem Roman „Der Trost des Nachthimmels“ lesen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Manfred Ernst, Vorsitzender des Jeanette Schocken Vereins, und der Laudatio von Andreas Breitenstein wird der Preis von Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Lückert an Dževad Karahasan verliehen. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von Armando Balke (Piano), Maurice Maatz (Bass) und Samuel Maatz (Drums). Der Eintritt ist frei.

Am Abend des 12. Mai 2019 liest der Preisträger Dževad Karahasan um 20.00 Uhr im „Pferdestall“ aus seinem Roman „Der Trost des Nachthimmels“. Der Eintrittspreis beträgt 10,00 € (ermäßigt 5,00 €). Kartenbestellung per E-Mail unter tickets@pferdestall-bremerhaven.com oder unter  0471 43333.

Der Jeanette Schocken Preis ist einzigartig in Deutschland. Die Preissumme wird nicht wie üblich von der Kommune, von Banken oder großen Wirtschaftsunternehmen aufgebracht, sondern allein durch Spenden Bremerhavener Bürgerinnen und Bürger. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre in mahnender Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten, aber auch an das Schicksal all jener Verfolgten vergeben, für die Bremerhaven oftmals die letzte Station auf der Flucht ins Exil war.

Die unabhängige Jury des Jeanette Schocken Preises – Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur, Dr. Gabriele von Arnim, Helmut Böttiger, Nico Bleutge, Zsuzsanna Gahse und Dorothea Westphal, hat den Preis dem bosnischen Schriftsteller Dževad Karahasan, insbesondere für seinen Roman „Der nächtliche Rat“, zugesprochen.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: „Dževad Karahasans Bücher sind absolut zeitgenössisch, aber auf raffinierte Weise zeitlos. Sie zeigen den Menschen in seiner Verführbarkeit und beschreiben staatliche Systeme und ihren moralischen Verfall. Es ist ein organisches Erzählen, abseits aller formalen und sprachlichen Effekte. In Karahasans Roman „Der nächtliche Rat“ geht es um das Jugoslawien des Jahres 1991, am Vorabend des Bürgerkriegs, und der Autor verbindet dabei einen Proustschen Erinnerungssog mit dem sensiblen Registrieren gesellschaftlicher Veränderungen. Alle seine Bücher vereinen sich zu einer eindringlichen Absage an jede Form von Nationalismus und ideologischer Engstirnigkeit.“

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