Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Ein zweites Leben für getragene Kleidung

„Fairtrade – Mehr als nur ein Wort“, lautete Ende August das Motto der ersten Fairtrade-Woche in Bremerhaven. „Leer war gestern“, konnte man als Untertitel dazu denken, denn das breit aufgestellte Aktionsbündnis hatte den Pop-up Store in der Bürgermeister-Smidt-Straße 75 als Veranstaltungsort gewählt. Mit dabei war die AG Fairtrade der BS Sophie Scholl im Schulzentrum Geschwister Scholl, die sich für die gute Sache mächtig ins Zeug legte.

Kein Wunder also, dass es gleich am Montag ein Sonderlob von Schirmherrin Kirsten Kappert-Gonther gab. „Gute Sichtbarkeit ist für uns ein relevanter Punkt“, betonte die Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Eröffnung und dankte den Schülerinnen und Schülern für die Dekoration des Ladenlokals und Schaufensters. „Gratulation auch dazu, dass die BS Sophie Scholl die erste Fairtrade-Schule im Land Bremen ist“, legte Kappert-Gonther nach und sorgte damit für den nächsten verdienten Applaus der geladenen Gäste und neugierigen Besucher.

Fairtrade-Schule zu werden ist nämlich gar nicht so einfach. Das weiß auch Schulleiterin Susanne Bormann, die sich gerade um eine Erneuerung der 2016 verliehenen Auszeichnung bemüht. „Um weitere zwei Jahre den Titel zu tragen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden“, erzählt sie. Für die BS Sophie Scholl sollte das allerdings kein Problem sein, denn der Fairtrade-Gedanke ist fest im Schulalltag verankert. „Wir bieten so viele fair gehandelte Produkte wie möglich an“, erklärt Hauswirtschaftslehrerin Monika Bandow. „Fair ist aber auch das, was für die Schülerinnen und Schüler bezahlbar bleibt.“

Upcycling-Workshop

Auf der Agenda stehen etwa Projekte, mit denen die Schule ihr Engagement für fairen Handel unter Beweis stellt. Für die Gestaltung des Pop-up Stores hatte die AG Fairtrade mit dem Kreativhaus Goethestraße 45 kooperiert, für den Upcycling-Workshop übernahmen dann die Schülerinnen und Schüler des zweiten Ausbildungsjahres der Sophie-Scholl-Berufsfachschule Gestaltungstechnische Assistenz für Mode & Design. Die Frage war, wie aus einer Hose ein Rucksack, aus getragener oder aus der Mode gekommener Kleidung durch Kürzen, Bemalen, Besticken oder neuen Zuschnitt ein ganz individuelles Stück wird?

„Einfach mal selbst etwas versuchen!“, hieß beim zweiteiligen Workshop die Vorgabe, die „Happy Hippie Jeans“ war nur eine der Antworten. Das Interesse der Passanten wurde schon vor dem Ladenlokal geweckt, Fläschchen mit Nagellack, besondere Farben und diverse Applikationen lagen draußen auf den Tischen bereit. „Learning by Doing“ – ohne großen Aufwand und mit viel Spaß bewies die Gruppe in kreativ lockerer Atmosphäre, dass es für Kleidung ein zweites Leben gibt. Neue Kontakte wurden geknüpft: „Alles klar, ich geh‘ dann mal mit Iris nähen.“

„Der Einsatz der Gruppe war super!“, bestätigen Susanne Bormann und Monika Bandow, die nicht zuletzt einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in ärmeren Ländern leisten wollen. Fair gezüchtete Rosen zum Weltfrauentag und ein fester Platz in den Fächern Englisch, Politik und Gesellschaftskunde: „Fairer Handel ist mehr als Kaffeebohnen.“ Und für die BS Sophie Scholl im Schulzentrum Geschwister Scholl eindeutig „mehr als nur ein Wort“.