Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

An der Heinrich-Heine-Schule, der ersten Gesamtschule im Land Bremen, gab es Ende Oktober gleich mehrere Jubiläen. Seit 50 Jahren wird in Leherheide gemeinsam gelernt, seit 30 Jahren wird hier Russisch als Fremdsprache unterrichtet. Dass beides nun auch im offiziell übergebenen Neubau möglich ist, war der Schule einen Tag der offenen Tür und eine Feierstunde mit Chormusik und Festreden wert.

Viele Angebote beim Tag der offenen Tür

„Ein russisches Märchen, die Aufführung dauert nur vier Minuten“, rührten zwei Lehrerinnen vor der Tür die Werbetrommel. Die Klasse 6a zeigte „Repka“, die Rübe, der Klassenraum im Erdgeschoss war bestens besucht. Zuerst versuchte es der Mann mit angeklebtem Bart vor der liebevollen Dekoration allein, dann kamen Frau und Kinder, schließlich sogar die Haustiere dazu. Gemeinsam gelang es, die widerspenstige Rübe aus der Erde zu ziehen – der Gedankensprung zur pädagogischen Zielsetzung der Gesamtschule lag auf der Hand.

Dass Lesen schlau macht, konnte man beim interaktiven Russland-Quiz der Klasse 8e erfahren: Nur wer zuvor die ausgehängten Plakate studiert hatte, war in der Lage, am Tablet zu beantworten, mit wie vielen Geschwistern der Komponist Tschaikowski aufgewachsen ist. Schule hier und anderswo, Fremdsprachen im Vergleich oder Schule gestern, heute und morgen – die Ergebnisse der Projektwoche, die für die Schülerinnen und Schüler unter dem Thema „Gemeinsames Lernen“ stand, wurden beim Tag der offenen Tür fantasievoll präsentiert. Information und Spaß, man kam ins Gespräch, ließ es sich schmecken, schlenderte in angenehmer Atmosphäre von Raum zu Raum oder schloss sich einer der angebotenen Führungen durch den Neubau an.

Der Neubau ist bezogen

Im Außenbereich wird zwar noch bis Ende November gearbeitet, drinnen ist aber bereits alles fertig – besonders bei den Ehemaligen unter den Besuchern stand der Neubau im Mittelpunkt des Interesses. Gemütliche Ecken und Nischen zwischen den Klassenzimmern gehören zum Konzept der Schule, die neu entstandenen Lernfluren werden zum Beispiel von projektbezogenen Kleingruppen genutzt. Im um einen Raum erweiterten Bellenhaus können nun Dokumente ausgedruckt und Laptops ausgeliehen werden – trist und grau war gestern.

„Mit dem Neubau ist die Heinrich-Heine-Schule endgültig ein Leuchtturmprojekt und Impulsgeber geworden“, betonte Schuldezernent Michael Frost bei der offiziellen Feierstunde und lobte die gute Zusammenarbeit bei der Planung. „Man hat hier jetzt einfach ganz andere Möglichkeiten“, freute sich Schulleiterin Meike Ehler nach der Übergabe des symbolischen Schlüssels für die 15 Klassenräume durch Frost und Bürgermeister Torsten Neuhoff. „Die Menschen fühlen sich hier geschätzt und aufgehoben“, unterstrich auch der ehemalige Heine-Schüler Matthias Eckardt als stellvertretender Vorsitzender des schulischen Fördervereins. Und das nicht nur im Neubau, sondern schon seit 50 Jahren!