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November 2019 / Ich habe eine Geschichte mitgebracht

Finalrunde des zweiten DaZ-Vorlesewettbewerbs kürte in der Stadtbibliothek eine verdiente Siegerin

Der Vorlesewettbewerb „Deutsch als Fremdsprache“: Im November beeindruckten die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Finalrunde die Jury. Auf dem Podium saßen Mädchen und Jungen, die noch keine zwei Jahre in Deutschland sind und sich alle beim Vorentscheid an ihren Schulen durchgesetzt hatten. Ein Text nach Wahl und ein Abschnitt aus einem vorgegebenen Buch – in der Stadtbibliothek siegte am Ende Laura Sarkanj gegen starke Konkurrenz.

Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Herkunftsländern

„Ich habe eine Geschichte mitgebracht“, hieß es Anfang November beim Finale des „Deutsch als Fremdsprache“-Vorlesewettbewerbs. „Wir wollen mit der Veranstaltung vor allen Dingen Lust aufs Lesen machen“, betonte Lehrerin und Organisatorin Asta Trangolao – der DaZ-Wettbewerb richtet sich an Kinder der 5. bis 8. Klassen, die seit maximal zwei Jahren eine Schule in Deutschland besuchen. Fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen in der Stadtbibliothek an den Start, und Gewinner waren sie ja von vornherein alle. Nicht nur, weil sie sich bereits auf Schulebene durchgesetzt hatten, sondern vor allem, weil sie den Mut fanden, sich nach so kurzer Zeit im Land einer hochkarätig besetzten Jury auf Deutsch zu präsentieren.

So verschieden wie die Herkunftsländer waren auch die frei gewählten Texte, Farnaz Arshi (Iran), Oberschule Geestemünde, startete mit Heinrich Bölls „Billard um halb zehn“ und einer Einführung zum Autor. Das Zeitlimit von drei Minuten geriet ihr zwar etwas aus den Augen, aber sie überzeugte ebenso wie Natalia Borisova (Bulgarien) von der Neuen Oberschule Lehe, die als zweite Vorleserin mit einem eigenen Text die Kuh vorstellte. „Wir sagen Kühe, aber eigentlich sind es Rinder“, arbeitete sie dabei auch die Feinheiten heraus.

Neu sein ist richtig doof!

Die zwölfjährige Paula-Modersohn-Schülerin Galina Kirilova hatte mit „Viktoria ist stark“ von Kolloch & Zöllner ein Buch ausgewählt, in der sich sicher die eigenen Erfahrungen spiegeln. „Neu sein ist richtig doof!“, heißt es in der Geschichte über ein Mädchen, das an einer neuen Schule mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert wird und erst seinen Platz finden muss. Auf „Gregs Tagebuch – Böse Falle“ fiel dagegen die Wahl von Bartłomiej Świȩtochowski, Johann-Gutenberg-Schule: Gar nicht so einfach, als Hausaufgabe vier Fragen von einem Schriftsteller beantworten zu lassen, der schon seit mehr als einem Jahrhundert tot ist. Langsam lesen, gut betont lesen – Laura Sarkanj (Kroatien), Siebtklässlerin des Lloyd Gymnasiums, setzte in der Stadtbibliothek mit einem Ausschnitt aus dem Fantasy-Roman „Liebe geht durch alle Zeiten“ den Schlusspunkt.

Es folgte jeweils ein zweiminütiger Abschnitt aus „Cool in 10 Tagen“ als Fremdtext, dann hatte die Jury die Qual der Wahl. Schulamtsvertreterin Ute Möhle, Richter Christoph Ashauer, die ehemalige Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Lückert, Schuldezernent Michael Frost und Vorjahressieger Asadullah Mirzoev machten sich die Entscheidung nicht leicht und kamen doch zu einem einstimmigen Urteil. Glückwunsch an Siegerin Laura Sarkanj und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am zweiten Vorlesewettbewerb „Deutsch als Fremdsprache“!