Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Die Schreibwerkstatt im Deutschen Auswandererhaus ist eine Erfolgsstory, die im November unter Leitung der österreichischen Rapperin Yasmin Hafedh fortgesetzt wurde. Gemeinsam mit der mehrfachen Poetry-Slam-Meisterin machten sich 24 Bremerhavener Schülerinnen und Schüler drei Tage lang auf die Suche nach dem, was Heimat ausmacht. Der Höhepunkt war die Abschlussveranstaltung im New York-Saal des Auswandererhauses, bei dem die entstandenen Texte vorgestellt wurden.

Workshop zum Thema Heimat im Auswandererhaus

Die leere Seite ist stets eine Herausforderung, der Anfang immer schwer. „Was ist Heimat“, lautet die Frage, auf die es eine Antwort zu schreiben gibt. Vertraute Häuser und Straßen? Ein Ritual, eine Tradition? Ein gemütlicher Abend mit guten Freunden oder am Ende doch nur eine Utopie? Auf jeden Fall ist Heimat ein Gefühl, und Gefühle sind bekanntlich nicht leicht in Worte zu fassen. Das erfahren im Auswandererhaus gerade 24 Schülerinnen und Schüler der 11. bis 13. Klassen, die in einer Schreibwerkstatt drei Tage lang ihre Gedanken zu Papier bringen wollen.

Unterstützt werden sie dabei von der österreichischen Rapperin und mehrfachen Poetry-Slam-Meisterin Yasmin Hafedh, die sich bei ihrer eigenen literarischen Arbeit mit Prosa und Lyrik, Spoken Word und rhythmischer Sprache beschäftigt. Bereits zum achten Mal wird die Schreibwerkstatt von einem renommierten Profi geleitet, die Liste der bisherigen Workshop-Leiter liest sich wie das Who’s Who der Slam Poetry-Szene.

Natürlich freut sich auch Peter Koettllitz, der das erfolgreiche „Deichpoeten“-Format zusammen mit Sabine Raabe auf die Beine gestellt hat, über die hohe Qualität und bedankt sich bei der Dieckell-Stiftung für deren Unterstützung. Ingeborg Kirchner, Vorstand der Stiftung, ist von dem Projekt überzeugt: „Es entstehen jedes Mal etliche Gänsehaut-Texte. Die Jugendliche bekommen durch das eigene Schreiben nicht nur einen unmittelbaren Zugang zu Literatur, sie werden durch die Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Heimat‘ auch in ihrer eigenen Identitätsfindung gestärkt.“

Ein Museum voller Geschichten

Dass die Schreibwerkstatt im Deutschen Auswandererhaus ihren festen Platz gefunden hat, ist kein Zufall. Schließlich ist das Museum voll von Geschichten, in denen Menschen ihre Heimat verließen, eine neue Heimat fanden oder heimatlos wurden. Kein Heimatmuseum also, vielmehr ein Museum der Heimatsuche. „Im Deutschen Auswandererhaus wird deutlich, dass Heimat ein sehr vielfältiges und individuelles Konzept ist“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Antje Buchholz, die gern mit den Deichpoeten kooperiert.

„Poetry Slam ist ein wunderbares Mittel, um Schülerinnen und Schüler für Literatur und Schreiben zu begeistern und ihre Kreativität zu fördern“, unterstreicht Peter Koettlitz, für den der Spaß am Ausprobieren und die Freude am eigenen Schreiben im Vordergrund stehen. „Und wenn die Schreibwerkstatt von einer so tollen Slammerin wie Yasmin Hafedh geleitet wird, ist sie für alle ein ganz besonderes Erlebnis.“