Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Die Karl-Marx-Schule ist eine zertifizierte Schachschule

Ein Händedruck zu Beginn der Partie, wo eben noch Grundschulkinder tobten und kicherten, wird nach dem Startsignal diszipliniert Schach gespielt. Hoch konzentriert geht es wie bei den Profis Zug um Zug, immer wieder schnellen die Hände zur Uhr, wird die Zeit gestoppt. Schachturnier der dritten Jahrgangsstufe an der Karl-Marx-Schule, drei Schüler aus anderen Klassen sind hier die von allen respektierten Schiedsrichter.

„Seit 2016 sind wir eine zertifizierte Schachschule“, erklärt Karl-Marx-Schulleiterin Susanne Jung. Zu den Bedingungen, die dafür erfüllt werden müssen, gehört die Teilnahme an Turnieren, die auch selbst ausgerichtet werden. „Jetzt läuft gerade die Qualifikation zum großen Sommerturnier, zu dem wir Bremer Schülerinnen und Schüler als Gäste eingeladen haben.“ Außerdem muss Schach fest im Unterricht verankert sein. Ab dem 1. Schuljahr lernen die Kinder das Schachspielen auf spielerische Weise, an den Nachmittagen gibt es AG-Angebote für unterschiedliche Leistungsgruppen und in den Pausen wird um die Platzierung in der Schachpyramide gespielt. „Am Ende des Schuljahres wird dann der Schachkönig gekrönt“, sagt Susanne Jung.

„Das Projekt steht und fällt natürlich mit der entsprechenden Fachkraft“, fährt die Schulleiterin fort. Das ist in diesem Fall Elena Herdt, die an der Karl-Marx-Schule als pädagogische Mitarbeiterin angestellt ist. „Wir haben 2011 als kleine Gruppe angefangen“, erzählt die in Russland ausgebildete Lehrerin, die heute auf tatkräftige Unterstützung durch die Eltern bauen kann. „Mittlerweile wollen die Kinder in den Pausen am liebsten Schach spielen und sind stolz, wenn sie in der Pyramide nach oben rücken.“

Engagement und Erfolge

Bei so viel Engagement bleiben Erfolge nicht aus: Anfang Mai 2018 erspielte die erste Mannschaft der Karl-Marx-Schule bei der in verschiedenen Kategorien ausgetragenen Deutschen Schulschachmeisterschaft der Grundschulen einen hervorragenden 15. Platz. Die zweite Mannschaft mit Kindern der 1. und 2. Jahrgänge schnitt ebenfalls sehr erfolgreich ab und belegte in ihrer Klasse Platz 5. Noch weiter vorne platzierten sich Victoria Breise und Annalena Schimpf, die in Friedrichroda/Thüringen Deutsche Schachmeisterinnen im Duo-Open wurden.

„Es tut den Kindern richtig gut!“, unterstreicht Susanne Jung und fasst die positiven Aspekte zusammen. „Schach fördert das strategische und logische Denken und ist gut für das Sozialverhalten.“ Die Schulleiterin sieht sich dabei von der Bremer Senatorin für Kinder und Bildung bestätigt, die gerade gemeinsam mit dem Verein Das erste Buch e.V. und Werder Bremen ein Programm entwickelt hat, dass es ermöglicht, Schach im Unterricht systematisch und regelmäßig einzusetzen: „Schach macht schlau!“

Zurück in den Klassenraum, die erste Runde ist beendet, die Plätze werden gewechselt. An einem Brett ist noch eine deutliche Vorliebe für die Springer zu erkennen, am nächsten wird schon sehr vorausplanend gespielt. „Schachmatt“, ruft ein Junge, der Schiedsrichter kontrolliert, die Kinder geben sich die Hand. Auf zur nächsten Partie!