Landesfinale „Jugend debattiert“

Scholl-Schülerin Yette Strauß Suhr im Quartett der Besten ihrer Altersgruppe.

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Um die hohe und wichtige Kunst des Debattierens geht es beim Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“, der seit 2002 auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten an deutschen Schulen ausgerichtet wird. In der Bremischen Bürgerschaft trafen sich am 4. Mai acht Schülerinnen und Schüler zum Finale auf Landesebene, mit dabei war Yette Strauß Suhr vom Schulzentrum Geschwister Scholl.

Zum ersten Mal seit 2007 war damit wieder eine Bremerhavener Schule im Landesfinale vertreten, Yette Strauß Suhr ging trotzdem ziemlich locker an das Gipfeltreffen heran. „Ich hatte mich eigentlich gut vorbereitet“, so die 16-Jährige, die sich vom großen Plenarsaal nicht eingeschüchtert fühlte. Zuerst der Anstoß im Deutschunterricht, dann über die Klassen-, Schul- und Regionalwettbewerbe bis zu einem Seminar in Worpswede, das auf die Qualifikation für das Landesfinale vorbereitete – die Schülerin der E-Phase hatte sich überall durchsetzen können. „Und die Aula der Scholl-Schule ist ja auch nicht gerade klein“, meinte sie während der Vorstellungsrunde in der Bürgerschaft.

Ein würdiger Rahmen, viele Zuschauer auf der Tribüne und ein freundliches „Hallo“ von Radio Bremen Vier-Moderator Malte Janssen sorgten für die perfekten äußeren Bedingungen, von Aufregung war bei der Finalrunde der Altersgruppe I (Klassen 8-9) wenig zu spüren. Während sich die Jury zur Beratung zurückzog, kamen Förderer des Wettbewerbs zu Wort. „Selbst aufstehen und das Wort ergreifen. Seine Meinung sagen, aber auch zuhören können“, umriss Projektleiter Ansgar Kemmann von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung die „Jugend debattiert“-Ziele. „Der Wettbewerb gehört zur Demokratieerziehung, die uns in der Schule ganz wichtig ist“, unterstrich Dr. Claudia Bogedan, Bremer Senatorin für Kinder und Bildung. Felicia Reinstädt, Redaktionsleiterin von Radio Bremen Next, hatte dagegen zwei sehr konkrete Ratschläge: „Die Quellen prüfen und authentisch sein.“

Podium frei für die Altersgruppe II (Jahrgangsstufen 10-12) und ihr Thema: „Soll e-Sport in Deutschland als Sportart anerkannt werden?“ Zehn Tage hatten sich die Finalisten mit der Frage beschäftigen können, Lars Leiße und Charlott Haller (Altes Gymnasium Bremen) argumentierten dafür, Anna Dudek (St.-Johannis-Schule) und Yette Strauß Suhr dagegen. In der Eröffnungsrunde konnte die Scholl-Schülerin nicht zuletzt mit einer persönlichen Bemerkung punkten: „Wenn ich vom Sport komme, bin ich wohlig ausgepowert. Wenn mein Bruder vom PC weg muss, verbreitet er eine halbe Stunde lang schlechte Laune.“ Beim folgenden Austausch der Standpunkte verlor die 16-Jährige dann allerdings an Boden, den sie auch in der Schlussrunde nicht wieder gutmachen konnte.

„Das Thema war schwierig, ich wäre lieber pro gewesen“, meinte Yette Strauß Suhr nach dem Finale – die Mehrheit der Zuschauer stimmte übrigens ebenfalls für eine Anerkennung des e-Sports. „Es war nicht mein bester Tag, ich kann das eigentlich besser“, räumte die Schülerin am Ende selbstkritisch ein. Für sie blieb am Ende in der insgesamt engen Juryentscheidung, die Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft bewertete, der vierte Platz. Anne Dudek und Charlott Haller reisen Mitte Juni zu den Bundesfinaltagen nach Berlin, wo das Land Bremen in der Altersgruppe II als Titelverteidiger antritt: Viel Erfolg!

„Ich würde auf jeden Fall noch einmal mitmachen“, unterstrich Yette Strauß Suhr mit Blick auf die Bremer Bundesfinalistinnen, die beide nicht zum ersten Mal bei „Jugend debattiert“ dabei sind. „Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt, kann mich jetzt besser ausdrücken und habe an Selbstbewusstsein gewonnen“, zieht die Schülerin des SZ Geschwister Scholl ihr Resümee. „Ich habe außerdem gelernt, anderen besser zuzuhören. Es gilt nicht immer nur ich, ich, ich, sondern du sagst etwas, und ich erwidere etwas darauf.“

Aufzeichnung der Veranstaltung:

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In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer in zwei Minuten die Streitfrage aus seiner Sicht.

Die Freie Aussprache dauert zwölf Minuten. Hier werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen.

In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer noch einmal eine Minute Zeit, die Streitfrage ein zweites Mal zu beantworten: diesmal im Lichte all der Argumente, die er gehört hat.

Quelle: www.jugend-debattiert.de

Der Begriff e-Sport bezeichnet den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. In der Regel wird der Wettkampf mit Hilfe des Mehrspielermodus eines Computerspieles ausgetragen. Die Regeln des Wettkampfes werden durch die Software (Computerspiel) und externe Wettkampfbestimmungen, wie dem Reglement des Wettkampfveranstalters, vorgegeben. E-Sport wird sowohl auf Personal Computern als auch auf Spielkonsolen betrieben.

Quelle: wikipedia