Bremerhaven ist Hochburg für Schülerfilme

Bremerhaven - New York - Tokyo: Auch in diesem Jahr haben Schulen aus der Seestadt am „Kid Witness News“-Wettbewerb teilgenommen und können sich über tolle Erfolge freuen. „Wie bringt Schule Bock?“, fragte die Klasse 8c der Schule am Ernst-Reuter-Platz und wurde für ihren Film in der Kategorie Acht- bis Zehnklässler mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

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In der Klassenstufe Fünf bis Sieben setzte sich die 6c der Oberschule Geestemünde gegen 34 Konkurrenten aus Deutschland und Österreich durch und belegte den ersten Platz. Die Belohnung ist eine Reise nach Tokyo, wo der Film „Die Bremer Kogge“ Ende Juli im internationalen Vergleich den ganz großen Preis holen möchte.

Eine Kamerafahrt durch die Klasse, Unmut bei den Schülerinnen und Schülern. „Wann darf ich nach Hause geh’n? Langweilig“, ist sich die 8c in ihrem Frust einig. „Dann macht es doch besser“, schlägt Lehrerin Christine Carstens vor. Gesagt, getan: „Wie bringt Schule Bock?“, ist ab sofort das Thema einer außergewöhnlichen Projektwoche und der Titel eines Films, dessen Erzählansatz die KWN-Jury als „sehr kreativ“ lobt. „Er entwickelt einen Sog“, heißt es in der Begründung der Jury, die viele humorvolle Sequenzen, eine flotte Gestaltung und damit eine sehr unterhaltsame Leichtigkeit erkannte. „Es ist ein mutiger Film, der indirekt auch die tägliche Arbeit der Lehrer würdigt.“

Die Klasse 8c machte während der Projektwoche nämlich eine verblüffende Erfahrung: Wenn sie mit Schule zu tun haben, verlieren selbst spannende Dinge ihren Reiz. „Ich werd’ garantiert nie Lehrer sein“, hieß es ziemlich schnell: „Ich bin doch nicht blöd und opfere meine gesamte Freizeit, um den Unterricht zu planen.“ Kein leichter Job da vorne - wer in der Lehrerrolle den Unterricht trotzdem intensiv vorbereitet hatte, wurde schnell vom Desinteresse der Mitschüler geerdet.

Keine Patentlösungen, sondern Denkanstöße: „Eine Stunde später mit dem Unterricht anzufangen, fänden sicher alle gut“, lacht Christine Carstens, die bei der Realisation von „Wie bringt Schule Bock?“ gemeinsam mit Anne Müdeking (Die Ernst) und Martin Kemner (afz-TheaTheo) das Kompetenzteam bildete.

Ein ganz anderes Thema, eine ganz andere Technik: In Kooperation mit dem Kinderkulturbüro Hamburg und dem Deutschen Schiffahrtsmuseum beteiligte sich die Oberschule Geestemünde an der im Dezember 2017 eröffneten Ausstellung „Die Bremer Kogge“. „Erstellt einen kurzen Zeichentrickfilm über dieses älteste in Deutschland erhaltene Schiff“, lautete der Auftrag an die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c. Die machten sich gemeinsam mit Klassenlehrer Ben Spreehe und Medienproduktionlehrer Jens Carstensen zuerst im Deutschen Schiffahrtsmuseum schlau und dann im Rahmen einer Projektwoche an die Arbeit. Mit Unterstützung der Animationsprofis Gregor Stockmann und Rosanne Janssens sowie Lauren Veevers (Chocolate Films London) entstand ein sehenswerter Streifen, der die Ausstellung in den kommenden Jahren durch einige Deutsche Museen begleiten wird.

„Dass der Film so viel Fahrt aufnimmt, haben wir alle nicht erwartet“, staunte dann nicht nur Katja Stark, die Leiterin des Kinderkulturbüros Hamburg. Die Geschichte der Kogge trifft beim Beitrag der Oberschule Geestemünde in gezeichneten und aufgeklebten Schnipseln auf Taucher, Containerschiffe und Elefanten: Information mit Witz und Poesie. Die dabei angewandte Stop-Motion-Technik, bei der einzelne Bilder so aneinander gereiht werden, dass die Illusion von Bewegung entsteht, überzeugte auch die Kid Witness News“-Jury: Erster Platz und eine Einladung zum internationalen Wettbewerb, der vom 23. bis 28. Juli mit Workshops und feierlicher Preisverleihung in Tokyo stattfindet.

Für beide Schulen ist es nicht die erste „Kid Witness News“-Einladung nach Übersee. Im Sommer 2017 reisten zwei Vertreterinnen der Klasse 7k der Schule am Ernst-Reuter-Platz mit Anne Müdeking, Martin Kemner und dem Film „Sag' doch, was du willst!“ nach Tokio. Im Sommer 2014 gewann eine von Jens Carstensen geleitete AG der Immanuel-Kant-Schule (später Oberschule Geestemünde) mit dem Kurzfilm „Stolpern“ in New York auch den internationalen Preis des Wettbewerbs. An Bremerhaven kommt man in Punkto Schülerfilme nicht vorbei!

„Kid Witness News“ (KWN)

ist ein internationales Video-Bildungsprogramm für Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren, das Panasonic vor über 25 Jahren ins Leben gerufen hat. Alljährlich setzen Schülerinnen und Schüler in fünfminütigen Kurzfilmen das Wettbewerbsmotto „Die Welt durch deine Augen sehen“ um. Sie orientieren sich dabei an den vorgegebenen Themen aus den Bereichen Kommunikation, Ökologie und Sport. Panasonic stellt das Equipment zur Verfügung und hilft mit Experten-Workshops und Handbüchern. Die Prämierung erfolgt durch eine Expertenjury. [Quelle: www.kidwitnessnews.de]

„Wie bringt Schule Bock?“

„Die Bremer Kogge“

Sag' doch, was du willst!"

„Stolpern“

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