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Der Bau der am 20. September 1897 eingeweihten Lloydhalle ist im engen Zusammenhang mit dem Bau der Kaiserhäfen I-III (1872 bis 1909), vor allem aber mit der benachbarten, wie zeitgleich fertig gestellten Kaiserschleuse zu sehen. Dieses beeindruckende technische Bauwerk machte die Bremerhavener Häfen für die damals größten Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd (NDL) wieder benutzbar und führte dazu, dass die bremische Großreederei die seit 1890 vorgenommene Abfertigung im gegenüberliegenden Nordenham aufgab und sich wieder voll und ganz auf Einrichtungen auf der rechten Weserseite stützen konnte.

So ergab sich auch entsprechender Kapazitätsbedarf bei der Passagierabfertigung und führte zur Errichtung der Lloydhalle im Deichvorland an der westlichen Kaje zum Vorhafen der Kaiserschleuse. Eine ältere Halle an der südlichen Westkaje im Neuen Hafen (1869/70) stammte, war damit endgültig obsolet geworden.

Die neue Lloydhalle war von dem Geestemünder Architekt und Bauunternehmer Bernhard Scheller entworfen worden und besaß mehrere Wartesäle, eine Zollabfertigungs- und Gepäckhalle, eine Telegraphenstation sowie einen Bahnsteig mit Überdachung. Diese Einrichtung war aber für die oberen Kajütenklassen gedacht, die anschließend mit Tendern zu den Passagierdampfern gebracht wurden, welche abfahrbereit auf der Reede ankerten. Die Auswanderer im Zwischendeck waren in der Regel bereits im Kaiserhafen III an Bord gekommen.
Doch neben dem alltäglichen Transatlantikverkehr spielten sich auch andere Vorgänge vor der Lloydhalle ab, als nämlich Kaiser Wilhelm II. in Bremerhaven dort am 27. Juli 1900, anlässlich der Einschiffung des Expeditionskorps nach China und nach der Ermordung des deutschen Botschafters in Peking, seine berühmt-berüchtigte, an niedere Rachegefühle appellierende „Hunnenrede" hielt, die bereits damals von zahlreichen Zeitgenossen als Entgleisung gewertet wurde.

Die Inbetriebnahme des Columbusbahnhofs an der günstig gelegenen Stromkaje (1928) ließ die Lloydhalle endgültig in den Schatten dieser wesentlich moderneren Einrichtung geraten. 1944 fiel das Bauwerk den Bomben zum Opfer.

Der Name Lloyd
Edward Lloyd war Ende des 17. Jahrhunderts ein Londoner Kaffeehausbesitzer, bei dem die Schiffsinteressenten verkehrten. Versicherungen, Reedereiunternehmen etc. wurden aus diesem Grund mit dem Namen LLOYD versehen. Da England die führende See-Nation war und das Kaffeehaus als Verkehrsort der feineren Herren galt, fand der Name auch außerhalb von Großbritannien Verwendung. Bereits damals stand der Begriff LLOYD weltweit für Seriosität und noch heute profitieren Versicherungen, Handelsunternehmen und Reedereien von diesem Namen.

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