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Seestadt macht bei Wettbewerb das Rennen: 1,2 Millionen Euro vom Bund für Konzept zum Ausbau der Bildung

Geldsegen aus Berlin für den Bildungsstandort Bremerhaven: Mit 1,2 Millionen Euro aus dem Programm "Lernen vor Ort" fördert das Bundesbildungsministerium die Weiterentwicklung des Bildungswesens in der Seestadt. Weitere 1,8 Millionen Euro gehen nach Bremen. Beide Städte setzten sich mit einem gemeinsamen Projekt bei einem Wettbewerb des Ministeriums durch, an dem sich mehr als 200 Städte und Landkreise beteiligten.

Die Finanzspritze soll vor allem genutzt werden, um bildungsferne Bevölkerungskreise und die benachteiligten Stadtteile Lehe, Grünhöfe und Leherheide zu fördern. Die beiden Städte des Landes Bremen hatten sich mit dem Verbundprojekt „Zukunft Bildung Bremen/Bremerhaven" für das Bundesprogramm „Lernen vor Ort" beworben, das unter dem Leitmotiv „Aufstieg durch Bildung" drei Jahre lang innovative Bildungsangebote in den Kommunen fördert.


Das Bundesbildungsministerium und der Europäische Sozialfonds machen für die Projekte insgesamt 60 Millionen Euro locker. Voraussetzung bei der Bewerbung: ein überzeugendes Konzept für die Frage, „wie das regionale Bildungswesen den Ansprüchen einer modernen Wissensgesellschaft genügen" könne. Eine Jury wählte unter den mehr als 200 Teilnehmern 57 Städte und Kreise für die Endausscheidung aus. Dabei machten schließlich neben Bremen/Bremerhaven 22 weitere Städte und 17 Kreise aus 15 Bundesländern das Rennen.


„Für Bremerhaven ist die Förderung ein toller Erfolg und die große Chance, ein umfassendes Konzept für ein schlüssiges und übersichtliches Bildungssystem zu erarbeiten", freuen sich die zuständigen Stadträte Melf Grantz (Soziales) und Dr. Rainer Paulenz (Schule). Zur Umsetzung werden beide Dezernenten eine Stabsstelle „Kommunales Bildungsmanagement" bilden, die ressortübergreifende Projektleitung hat die Direktorin der Volkshochschule, Dr. Beate Porombka.


Mit dem Programm wird eine „erfolgreiche Bildungsbiographie" aller Bürgerinnen und Bürger angestrebt, „und zwar von der frühkindlichen Bildung bis zur Erwachsenenbildung". Damit sollten „Zersplitterung und Unübersichtlichkeit der öffentlichen und privaten Bildungsangebote überwunden und die Bildungsaktivitäten insbesondere in den Bereichen Schule und Jugend gebündelt werden". Der Austausch zwischen den Institutionen sei ebenso notwendig wie die Abstimmung der Bildungsinhalte.


In einem Gesamtkonzept will die Projektgruppe unter Porombkas Federführung die „Zukunftsvision einer kommunalen Strategie für ein vor Ort gelingendes Lernen im Lebenslauf für die folgenden Jahre entwickeln". Große Bedeutung komme dabei der Familienbildung zu, in der stadtteilorientierte Qualifizierungskonzepte entwickelt werden müssten - mit dem erklärten Ziel, auch bildungsferne Eltern und Familien zu erreichen.

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