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Rosche: Personal Aktiv hat viele Arbeitslose in einen Job gebracht

Der von Sozialstadtrat Klaus Rosche eingeladene Runde Tisch zur Versachlichung der Diskussion um die Zeitarbeit hat heute (Montag) ohne die geladenen vier Vertreter der Gewerkschaft verdi stattgefunden. Rosche bedauerte die zum Teil kurzfristigen Absagen und verwahrte sich zugleich gegen die persönlichen Angriffe einiger Gewerkschaftsvertreter, die ausgeführt hatten, ein anständiger Gewerkschaftler könne an einem solchen Treffen nicht teilnehmen.

Rosche: „Ich bin selber seit mehr als 40 Jahren Gewerkschaftler; ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen und empfinde das auch als einen Affront.“ Man habe, so der Stadtrat, die Gelegenheit genutzt, sich sachlich auszutauschen: „Das Angebot dazu an Verdi steht nach wie vor, die Hand bleibt ausgestreckt. Ebenso klar ist aber auch: Diese Hand wird sich nicht in einem fort schlagen lassen. Schon gar nicht dann, wenn es zu Lasten Dritter, im Zweifel der Beschäftigten, geht“, sagte Rosche nach dem Gespräch.

Am Runden Tisch hatten die Arbeitnehmervertreter von Personal Aktiv und des Arbeitsförderungszentrums (AFZ) teilgenommen, zugleich auch Herbert Friese (Leiter der Stadtkämmerei, zugleich Mitglied im AFZ-Aufsichtsrat), DGB-Vorsitzender Karsten Behrenwald und die Geschäftsführer Gerrit Michaelis (Personal Aktiv) und Siegfried Breuer (AFZ). Aus rein terminlichen Gründen konnte der Geschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, Ingo Schierenbeck, nicht teilnehmen. Der habe in einem Vorgespräch deutlich gemacht, so Rosche, dass er die Angelegenheit gelassen sehe, weil es sich um sozialverträgliche Zeitarbeit handele. Außerdem zahle Personal Aktiv 70 Cent mehr Tarifgehalt als in der Branche üblich. „Wir waren uns einig, dass aus arbeitsmarktpolitischer Sicht alle Instrumente zu nutzen sind, um Mitarbeiter schnellstens in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagte Rosche.

Im Gespräch am Runden Tisch sei deutlich geworden, dass das Zeitarbeitsunternehmen Personal Aktiv durchaus Erfolg habe. Roche: „2010 gab es 102 Einstellungen in den ersten Arbeitsmarkt. Im ersten Quartal diesen Jahres sind es schon 52 – das sind doch gute Zahlen.“

Auch von den Arbeitnehmervertretern sei in der Runde die Absage von Verdi bedauert worden. „Die Beschäftigtenvertreter hätten sich gerne mit Verdi über deren Vorwürfe persönlich sachlich auseinandergesetzt. Sie konnten im Gespräch viele Beispiele dafür nennen, die in der Öffentlichkeit unrichtig dargestellt wurden“, erklärte der Stadtrat.

Alle Beteiligten hätten schließlich, so Rosche, darin übereingestimmt, dass die jetzigen Konzeptionen und Ergebnisse der Zeitarbeit unterstützenswert seien, weil es aus Sicht der Beteiligten keine Mängel gebe. „Sehr nachdenklich gestimmt hat mich die zum Ausdruck gebrachte Sorge der Beschäftigten – immerhin rund 500 Menschen unserer Stadt – , die sich eingedenk der fortgesetzt negativen Berichte sehr um ihren Arbeitsplatz sorgen“, betonte der Stadtrat. „Wir müssen alles tun, die Lage zu versachlichen, damit wir nichts gefährden, was wir nicht mehr auffangen können.“

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