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Richtungsentscheidung des Senats: Offshore-Hafen kommt in den Blexer Bogen

Grünes Licht für den Schwerlast-Terminal an der Weser: Der Hafen für die Verladung der in der Nordsee geplanten Offshore-Windanlagen soll Im nördlichen Bereich des Blexer Bogens gebaut werden. Das gab der Senat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Magistrat in Bremerhaven bekannt. Der Senator für Wirtschaft und Häfen wurde beauftragt, das erforderliche Genehmigungsverfahren einzuleiten.

 

Wirtschaftssenator Martin Günthner: „Der Senat sendet ein eindeutiges Signal: Wir wollen der Offshore-Industrie in Bremerhaven die besten Voraussetzungen bieten, damit der Wirtschaftsstandort vom Boom der alternativen Energien bestmöglich profitiert. Klimaschutz schafft qualifizierte Arbeitsplätze". Oberbürgermeister Jörg Schulz ergänzt, dass eine „überzeugende Lösung" in enger Zusammenarbeit zwischen Senat, Magistrat, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS und der Hafengesellschaft bremenports gefunden worden sei. Schulz: „Der Schwerlast-Terminal ist von immenser Bedeutung für den Standort Bremerhaven und das Land Bremen, weil er die Zukunft der Offshore-Windenergie in Bremerhaven sichert."

Die Planungen gehen davon aus, dass am Blexer Bogen ein Terminal für bis zu 150 Offshore-Anlagen jährlich gebaut werden kann. Da der Planungsraum Teil eines europäischen Naturschutzgebietes ist, werden umfassende Ausgleichsmaßnahmen erforderlich, die bereits vor Baubeginn des Terminals umgesetzt werden müssen. So ist es aus Gründen des Artenschutzes geboten, für den Säbelschnäbler ein neues Rastgebiet als Ersatz für die im Blexer Bogen zu überbauenden Wattflächen zu schaffen.

Mit dem Bau des Hafens kommt es auch zu Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und nautischen Belange der Schifffahrt auf der Weser. So wird die in diesem Bereich gelegene Blexer Reede eingeschränkt. Der Abtransport der liegenden Rotorsterne ist zudem im Detail in die übrigen Seeverkehre einzupassen.

Für den Flugplatz Luneort bedeutet der Bau des in der Einflugschneise befindlichen Terminals, dass die Hauptlandebahn aufgegeben werden muss. Der Senat bittet deshalb den Bremerhavener Magistrat, ein Konzept für eine Offshore verträgliche Nutzung des Flughafens zu entwickeln.

Alternativ war in den vergangenen Monaten die Variante Erdmannssiel auf der Luneplate auf ihre Eignung als Standort für ein Offshore-Terminal untersucht worden. Diese Variante hat jedoch deutliche ökologische Nachteile, so dass bei ihr nicht sichergestellt werde, dass der Eingriff in die Natur der Luneplate rechtssicher ausgeglichen werden kann. Daraus würden sich erhebliche Risiken für das weitere Verfahren ergeben.

Die Offshore-Plattform soll von privaten Investoren errichtet werden. Das hierzu erforderliche Verfahren will der Senator für Wirtschaft und Häfen jetzt kurzfristig einleiten. Günthner: „Es bleiben eine Fülle von Einzelproblemen, die im anstehenden Planverfahren zu bewältigen sind. Wir müssen das Tempo hoch halten, um die angestrebte Fertigstellung 2014 zu erreichen. Nur mit einem Offshore-Terminal wird sich Bremerhaven weiter als führender Standort der Windindustrie entwickeln können."

Wie Oberbürgermeister Schulz mitteilte, wird der Magistrat in der kommenden Woche die notwendigen Beschlüsse für den Offshore-Hafen fassen. Im weiteren Verfahren sollen auch die Möglichkeiten ausgelotet werden, den Flugbetrieb auf dem Regionalflughafen Luneort weiterzuführen.

Zu ihrer gemeinsamen Sitzung kamen Senat und Magistrat im Alten Kraftwerk im Stadtbremischen Überseehäfe - unmittelbar neben der Riesenbaustelle der neuen Kaiserschleuse - zusammen. In dem historischen Gebäude von 1897 am Kaiserhafen I diskutierten der Senat mit Bürgermeister Jens Böhrnsen und der Magistrat mit Schulz an der Spitze über aktuelle Bremerhaven-Themen. Neben dem Schwerlast-Terminal standen der Planungsstand bei der Anbindung des Hafens an die Autobahn A 27, die wissenschaftliche Entwicklung Bremerhavens und die Finanzbeziehungen zwischen beiden Städten auf der Tagesordnung. Bei einer Baustellenbesichtigung informierte bremenports-Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering über den Neubau der benachbarten Kaiserschleuse.

 

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