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Neuordnung der Krankenhausplanung: Träger einigen sich auf faire Lösung

Die Krankenhausversorgung in der Seestadt soll neu geordnet werden. Nach eingehenden Verhandlungen haben sich die Träger der drei Krankenhäuser auf eine Umstrukturierung der Kliniklandschaft in Bremerhaven geeinigt. Ziel ist es laut Vertragsentwurf, Gesundheitsschwerpunkte zu schaffen, die "medizinischen Leuchtturmcharakter für Bremerhaven und das Umland haben und darüber hinaus die Gesundheitswirtschaft am Standort Bremerhaven stärken".

Dadurch sollen die Entwicklungschancen der Krankenhäuser verbessert und Doppelstrukturen abgebaut werden. Einzelheiten der Planung stellten heute (Mittwoch) der Bremerhavener Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Bremerhaven Reinkenheide (KBR), der Landrat des Kreises Cuxhaven, Kai-Uwe Bielefeld, als Verwaltungsratsvorsitzender der DRK-Krankenanstalten Wesermünde (Klinik Am Bürgerpark), und Dr. Klaus Goedereis als Vorstandsvorsitzender der Franziskus Stiftung (St. Joseph-Hospital) vor. Die Vertreter der drei Krankenhausträger hatten unter der Moderation des Gesundheitsexperten Norbert Wellbrock und unter Beteiligung der Staatsräte bei der Bremer Gesundheitssenatorin, Dr. Hermann Schulte-Sasse und jetzt Dr. Joachim Schuster, verhandelt.

Nach dem Moderationsverfahren wird folgende Neugliederung angestrebt:

  • Am Klinikum Reinkenheide soll das Frauen-Kind-Zentrum dauerhaft gesichert werden. Bisher gibt es die Fachbereiche dieses Zentrums laut Krankenhausplan an drei Standorten: Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Joseph-Hospital, Pädiatrie (Kinderklinik) und Neonatologie (Neugeborenenversorgung) an der Klinik Am Bürgerpark, Gynäkologie und Geburtshilfe mit Brustzentrum am Klinikum Reinkenheide. Die neonatologische Versorgung der Neugeborenen erfolgt derzeit beratend durch ein Ärzteteam der Klinik Am Bürgerpark.
  • Um eine „optimierte medizinische Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Frauen in einem Zentrum“ zu gewährleisten, werden daher Gynäkologie mit Brustzentrum, Geburtshilfe mit Neonatalogie und Pädiatrie am Klinikum Bremerhaven Reinkenheide zusammengefasst.
  • Im Gegenzug werden „ökonomisch gleichwertige Fachbereiche“ des Klinikums Reinkenheide zum St. Joseph-Hospital bzw. zur Klinik am Bürgerpark verlegt. Sie sollen das „bisherige medizinische Spektrum sinnvoll ergänzen“. Geplant ist, aus dem Klinikum Reinkenheide die Hals-Nasen-Ohren- und die Hautklinik zur Klinik Am Bürgerpark sowie die geriatrische Frührehabilitation (Altersmedizin) zum St. Joseph-Hospital zu verlagern. Dort soll ein Geriatrisches Zentrum geschaffen werden. Die Klinik Am Bürgerpark und das St. Joseph-Hospital führen derzeit Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit dem Ziel einer Fusion.

Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse wollen die drei Krankenhausträger die Verhandlungen bis zum 31. Dezember beenden und einen Kooperationsvertrag abschließen. Die betroffenen Fachdisziplinen sollen schrittweise, spätestens aber bis Ende 2013, verlagert werden.

Für die Vertreter der drei Träger ist das Verhandlungsergebnis eine „faire Lösung“. Der Kompromiss halte den drei Krankenhäuser gute Entwicklungschancen offen und stärke die Kliniklandschaft in Bremerhaven. Durch die Strukturveränderungen würden Zentren der Gesundheitsversorgung ermöglicht, deren Bedeutung künftig weit in die Unterweserregion und der Elbe-Weser-Dreieck reiche. Damit würden auch die Jobs in den Krankenhäusern gesichert. Bei der Umsetzung der Strukturreform sollen die Arbeitsplätze erhalten und die Personalvertretungen eingehend beteiligt werden.

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