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Neubau der Berufsbildenden Schule Sophie Scholl im Schulzentrum Geschwister Scholl Bremerhaven

Der Neubau der Berufsbildenden Schule Sophie Scholl im Schulzentrum Geschwister Scholl wurde am 20. Oktober 2017 offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Neubau ersetzt die für den zwischenzeitlichen Gebrauch errichteten Containerklassen.

Der Neubau ersetzt die vor zehn Jahren als Übergangslösung bereitgestellten Containerräume, die nun schrittweise abgebaut werden. Den angehenden Erzieherinnen und Erziehern, Sozialassistentinnen und Sozialassistenten sowie BGy-Schülerinnen und Schülern (BGy = Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales) werden im neuen Gebäude durch eine zeitgemäße pädagogische Architektur mit interessanten Lichtblicken gute Ausbildungsbedingungen geboten. Der Neubau nach den Plänen von Seestadt Immobilien Architekt Dipl.-Ing. Carsten Block erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Schuldezernat von Stadtrat Michael Frost und Seestadt Immobilien. Als Ergebnis entstand ein Gebäude, der sich architektonisch ausgesprochen gut in das Umfeld einpasst und funktional von allen Beteiligten als optimal angesehen wird. Aufgrund der Mehrfachnutzungen von Räumen und Flächen erreicht der Entwurf eine besonders günstige Raumflächeneffizienz von rd. 8,00 m2 BGF pro Schülerinnen und Schüler. Möglich wurde dies auch durch sogenannte Kompartmentlösungen: Die Aufteilung des Gebäudes in Nutzungseinheiten mit jeweils zwei unterschiedlichen Rettungswegen. So können die Flurbereiche und Verkehrsflächen als Lernbereiche mit genutzt werden.

Der Baukörper nimmt mit Form- und Farbgebung die Entwurfskonzepte des Schulzentrums Geschwister Scholl auf.

Baubeschreibung und Hintergrund:
Das Gebäude wurde auf 25 m langen Bohrpfählen gegründet, erhielt drei Geschosse und ein flachgeneigtes Dach. Es ist ein energieeffizientes Niedrigstenergiehaus KfW 55. Zusätzlich zur normalen Fensterlüftung besitzt es eine Lüftungsanlage. Dabei handelt es sich um eine innovative Anlage, die über W-LAN gesteuert wird. Es werden 6500 m³ Luft/h ausgetauscht. Über einen Wärmetauscher wird der Abluft die Restwärme entzogen und der Zuluft wieder zugeführt. 

Die nach Südwesten und Nordosten ausgerichteten Räume haben großzügige Fensterfronten und erzeugen so einen einladenden offenen Eindruck. Diese Transparenz wird auch im Innenbereich fortgesetzt, wo durch Verglasung immer wieder Sichtverbindungen zwischen den einzelnen Nutzungseinheiten geschaffen werden. Die Verschattung für den sommerlichen Wärmeschutz wird für die Klassenräume über einen außenliegenden Sonnenschutz erreicht.

Im Außenbereich wurden neue Aufenthaltsflächen für eine neue Gliederung des Pausenbereichs und einer funktionalen Verbindung zum Bestandsgebäude eingesetzt.

Das Gebäude ist in Lernbereiche (sog. „Homebases“) und in Lernwerkstätten gegliedert. Die Lernbereiche bestehen aus offenen Lernfluren für Einzel- und Gruppenarbeiten mit angrenzenden Klassenräumen in unterschiedlichen Größen. Das pädagogische Konzept der Schule ordnet jeweils einem Lernbereich (sog. „Homebase“) pro Etage einen Fachbereich als festen Standort zu:

  • Fachschule für Sozialpädagogik (FSSP),
  • Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz (BFS SPA ),
  • Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales (BGy),

Dabei wird bewusst auf eine feste Zuordnung der Klassen zu einem Raum verzichtet.

Die Klassenraumflächen (Lernbereiche) werden durch multifunktional nutzbare Lernwerkstätten ergänzt. Je Etage ermöglichen die Lernwerkstätten „normalen“ Unterricht und auch unterschiedlichen Fachunterricht, wie zum Beispiel:

  • im Erdgeschoss Bewegen, Darstellendes Spiel, Musik, Entspannungstraining,
  • im 1. Obergeschoss Naturwissenschaften, kreatives Gestalten und
  • im 2. Obergeschoss Selbstlernzentrum mit Mediathek und Bibliothek.

Die zentrale Eingangshalle dient etagenübergreifend als Kommunikations- und Begegnungsraum, von dem die Lernbereiche zur einen und die Lernwerkstatten zur anderen Seite abgehen.

Das Gebäude wurde von der Kämmerei über einen sehr günstigen Kredit von der KFW-Bank finanziert, weil die energetischen Vorgaben auf Vorschlag von Seestadt Immobilien für ein KfW 55 Gebäude realisiert worden sind (Der Heizenergiebedarf liegt bei 55 % unter den gesetzlichen Vorgaben). Ferner wird ein Tilgungszuschuss von 50,-€/m² NGF erwartet. Dies entlastet den Haushalt um weitere ca. 100.000,- Euro. Insgesamt stellt sich die Finanzierung der Einrichtung über die KfW-Bank 400.000,- Euro günstiger dar.

Projektdaten

Nutzervertretung:                                          Schulamt
Bauherr und Planungsumsetzung:                Seestadt Immobilien

Gründungsvorbereitungen                            Mai 2016 bis Juli 2016
Bauzeit:                                                        
August 2016 bis Okt 2017
Bauwerkskosten                                            3,80 Millionen Euro
Projektkosten                                                4,95 Millionen Euro
BGF, rd.:                                                         2.250 m²
Anzahl der Schülerinnen und Schüler:          293

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