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Modellprojekt zu Ende: Sozialmedizinischer Dienst geht ins Gesundheitsamt zurück

Der Sozialmedizinische Dienst (SMD) kehrt vom Sozial- ins Gesundheitsamt zurück. Zum 30. Juni läuft der Modellversuch vorzeitig aus, bei dem zwei Jahre lang geprüft werden sollte, ob der SMD im Sozialamt kostengünstiger arbeiten kann. Der Dienst legt Gutachten über ältere Menschen vor, die Anspruch auf Hilfe zur Pflege haben. Wenn keine Versicherung dafür aufkommt, muss die Stadt die Sozialleistung übernehmen.

"Leider ist es nicht gelungen, die Stelle der verantwortlichen Ärztin nach ihrer Kündigung wiederzubesetzen", bedauert Sozialdezernent Melf Grantz. Daher werde der SMD wieder räumlich und organisatorisch beim Gesundheitsamt angesiedelt. Am heutigen Donnerstag (5. Juni) wird der Stadtrat im Sozialausschuss das Ende des Projekts erläutern, das sein Vorgänger Wilfried Töpfer im April 2007 gestartet hatte. Der Gesundheitsausschuss tagt am 7. Juli.

Dass der Sozialmedizinische Dienst als Modellversuch für zunächst zwei Jahre ins Sozialamt verlagert wurde, hatte laut Grantz gute Gründe. Töpfer habe sich davon eine Kostenersparnis durch Synergieeffekte und eine Arbeitsentlastung im ärztlichen Dienst des Gesundheitsamts versprochen, der eine erhebliche Überlastung beklagt hatte. "Während der Laufzeit des Projekts", so Grantz, "sollten Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen werden, um eine Entscheidung über die endgültige Zuordnung des SMD treffen zu können."

Das Ausscheiden der leitenden Ärztin zum 29. Februar 2008 habe die Planung allerdings über den Haufen geworfen. Die Stelle sollte zwar wiederbesetzt werden, versichert Grantz, doch die Ausschreibung sei erfolglos geblieben. Der Stadtrat: "Dies ist nicht zuletzt mit dem derzeitigen Ärztemangel und der Vergütungsstruktur für Ärzte im Gesundheitswesen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zu begründen." Zudem seien auch die in den Modellprojekt gesetzten Erwartungen wie Qualitätsverbesserung, Synergieeffekte und personelle Entlastung nicht in dem erhofften Maße eingetreten.

Im Gesundheitsamt sollen jetzt laut Grantz kurzfristig die Voraussetzungen für ein effizienteres Arbeiten des SMD geschaffen werden. So hoffe er durch die erneute Ausschreibung der freien Arztstelle auf eine bessere Bewerberlage. Bis zur Wiederbesetzung würden die Amtsärzte des Gesundheitsamts für den Sozialmedizinischen Dienst zur Verfügung stehen.

"Daneben sollen die Qualitäts- und Einsparungsziele, die der damalige Gesundheits- und Sozialdezernent Wilfried Töpfer mit dem Start des Modellvorhabens verbunden hat, selbstverständlich intensiv weiterverfolgt werden", versichert Grantz. Dabei würden Sozial- und Gesundheitsamt eng mit den Pflegekassen, Dienstleistungszentren und Verbänden zusammenarbeiten.

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