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Grantz: Mutlose Entscheidung

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz hat die Entscheidung des Verwaltungsrats der DRK-Stiftung Wesermünde, die DRK-Kliniken zu verkaufen als mutlos bezeichnet. "Den Verantwortlichen fehlte offensichtlich der Mut, eine im Interesse der Beschäftigten und der Patienten angebotene Lösung für die in die Krise geratenen DRK-Kliniken anzunehmen. Mit dem Verkauf schleicht sich die Stiftung aus der Verantwortung für eine Situation, die sie selbst herbeigeführt hat."

Grantz betont, dass ein freigemeinnütziger Klinikverbund unter Einschluss des städtischen Klinikums Bremerhaven-Reinkenheide eine echte Alternative gewesen wäre. Hierin sind sich Gesundheitssenator Dr. Hermann Schulte-Sasse, Oberbürgermeister Grantz und Olaf Woggan, Vorstandsvorsitzender der AOK Bremen/Bremerhaven einig. „Doch die Mehrheit des Verwaltungsrats der Stiftung hat die ausgestreckte Hand ausgeschlagen.“ Die Leidtragenden werden die Beschäftigten der DRK-Kliniken und die Patienten nicht zuletzt aus dem Landkreis Cuxhaven sein. Grantz stellt fest, dass ihm in dem von der Stiftung im Januar 2014 in Gang gesetzten Prozess die Hände vollständig gebunden gewesen seien. „Meine ernstgemeinten Angebote, gemeinsam zwischen Landkreis Cuxhaven, Stiftung, Stadt Bremerhaven, dem Land Bremen und den Kostenträgern eine Lösung im Interesse der Beschäftigten und Patienten zu finden, wurden nicht angenommen. Im Nachhinein kann man den Eindruck bekommen, dass die Gespräche in Bremen vor allem als Alibiveranstaltung der Stiftung geführt wurden.“ Der Oberbürgermeister bedauert diese Entscheidung, richtet jedoch seinen Blick nach vorn: „Mit dem städtischen Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide verfügt die Stadt über ein leistungsfähiges Krankenhaus der Maximalversorgung, das für die Menschen der Region eine verlässliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung anbietet. Wir werden in der jetzt eingetretenen Situation den Wettbewerb annehmen und erfolgreich gestalten.“

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