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Auswertung der Eltern-Befragung - Stadtrat und Zentralelternbeirat schließen Vereinbarung zur Schulentwicklung in Bremerhaven

Der Vorstand des Zentralelternbeirats und Stadtrat Michael Frost haben sich in mehreren Gesprächen ausführlich mit den Ergebnissen der jüngsten Elternbefragung des ZEB befasst und nun eine gemeinsame Erklärung zur Schulpolitik in Bremerhaven unterzeichnet.

Darin bekennen sich der Stadtrat und der ZEB zum Prozess der inklusiven Oberschulentwicklung und der Individualisierung des Unterrichts. Beide Seiten unterstreichen ihre gemeinsame Wertschätzung für das hohe Engagement aller in Schule Beschäftigten, die den bisherigen Weg der Schulreform begleiten und mitgestalten.

Kernstücke der Erklärung sind das Bekenntnis zum Schulkonsens über das zweigliedrige Schulsystem und die Verbesserung der Bedingungen für die Inklusion. Stadtrat Michael Frost: „Gemeinsam wollen wir für die bestmögliche Ausgestaltung des inklusiven Schulwesens und der benötigten Unterstützungssysteme Sorge tragen.“ „Hierfür“, so die 2. Vorsitzende des ZEB, Lydia Müller, „benötigen wir bestmöglich qualifiziertes Personal und sind uns einig darin, dass sowohl berufsbegleitenden Fortbildungen als auch die Qualifizierung von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern im Schuldienst ausgebaut werden muss. Diese Maßnahmen müssen entsprechend mit Personal und finanziellen Mitteln ausgestattet werden.“

Umgesetzte Reformschritte sollen überprüft und überarbeitet werden. Dies gilt insbesondere für die Lernentwicklungsberichte, die an den Grund- und den Oberschulen bis zur 8. Klasse die Notenzeugnisse ersetzt haben. Müller und Frost: „Unser Ziel ist die Erarbeitung einer insbesondere auch für die Eltern verständlichere Leistungsdokumentation, die Aufschluss über den jeweiligen Lernstand gibt. Wir wollen uns dabei für eine einheitliche Umsetzung des zu entwickelnden Formats an allen städtischen Grund- und Oberschulen einsetzen.“

Die Rückkehr zum „Sitzenbleiben“ bei einem bestimmten Notenschnitt schließen Stadtrat und ZEB aus: „Diese Regelung entspricht nicht dem Prinzip einer individuellen Betrachtung der Lernentwicklung an Grund- und Oberschulen“, so Stadtrat Michael Frost. Lydia Müller: „Selbstverständlich halten wir an der Möglichkeit des Wiederholens fest, wenn dies von den Beteiligten im Einzelfall empfohlen wird. Grundsätzlich streben wir jedoch Modelle an, in denen Schülerinnen und Schüler individuell mehr Lernzeit erhalten, um Lerndefizite aufarbeiten zu können.“

Um den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler im Verlauf ihres Schullebens besser einschätzen und Rückschlüsse auf erforderliche Konzepte und Maßnahmen ziehen zu können, strebt der Stadtrat ein Bildungsmonitoring als Steuerungsinstrument für die Schul- und Unterrichtsentwicklung an.

Abschließend vereinbaren Dezernent und ZEB eine Aktualisierung des kommunalen Schulentwicklungsplanes von 2010, da sich grundsätzliche Gegebenheiten – nicht zuletzt aufgrund anwachsender Schülerzahlen – seither deutlich verändert haben. Eine weitere Vereinbarung wird Anfang 2019 für das Gymnasium mit seinen besonderen Anforderungen erarbeitet.

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