BEAN

Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG

Zwischen Wesermündung und Bremerhavener City liegen die beiden ältesten Hafenbecken der Stadt: der Alte und der Neue Hafen. Seit Jahrzehnten findet dort kaum noch eine hafenwirtschaftliche Nutzung statt. Rund um diese beiden Hafenbecken entstand in innerstädtischer Lage mit den Havenwelten ein neues maritimes Zentrum mit einer Mischung aus Tourismus, Kultur, Freizeit, Wohnen, Handel und Gewerbe. Die städtische Bauherrenfunktion trägt die Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen, kurz BEAN mbH & Co. KG. Sie ist eine 100%ige Gesellschaft der Stadt Bremerhaven, die im August 1999 für die Entwicklung und Vermarktung des Areals Alter/Neuer Hafen Bremerhaven gegründet wurde.

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BEAN

Am Alten Hafen 118
27568 Bremerhaven
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Anschrift

BEAN
Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG
Am Alten Hafen 118
27568 Bremerhaven

Kontakt

Nils Schnorrenberger
Geschäftsführer
 0471 308530
 0471 3085320
 info@bean-bremerhaven.de

Die BEAN wurde gegründet zur Erschließung und Vermarktung des Gebietes Alter/ Neuer Hafen, welches 1999 weitgehend eine Industriebrache darstellte. Zu den ersten Aufgaben gehörte die Beseitigung von abgängiger Bausubstanz, Bodenverunreinigungen und sonstiger Altlasten aus der früheren Nutzung. Dass es hierbei mitunter zu Konflikten zwischen der Erhaltung historischer Bausubstanz auf der einen, und dem Interesse potentieller Investoren an Entwicklungsfläche andererseits kam war unvermeidlich. Im nächsten Schritt waren fast sämtliche Kajen an den Hafenbecken zu erneuern, Infrastruktur in Form von Ver.- und Entsorgungsleitungen, Straßen,  Plätzen und Brücken herzustellen. Die ersten markanten Neubauten waren die Schleuse Neuer Hafen und das Deutsche Auswandererhaus. Parallel dazu erfolgte die Suche nach Investoren für den Zentralbereich Mediterraneo, Klimahaus, Hotel. Hier wurden lediglich das Klimahaus, die Plaza und die Glasdrehbrücke aus öffentlichen Mitteln errichtet, Mediterraneo, Hotel, Conference Center und Tiefgarage waren Sache privater Investoren.

Während am Alten Hafen aufbauend auf dem seit 1975 bestehenden Schiffahrtsmuseum mit Museumshafen ein rein touristischer Bereich entstand, wurden die Grundstücke im nördlichen Bereich des Neuen Hafens für Wohnen und nicht- störendes Gewerbe an Privatinvestoren verkauft.

Da die Erschließung und Vermarktung des Gebietes um den Alten und Neuen Hafen weitestgehend abgeschlossen sind haben sich die Aufgaben der BEAN jetzt mehr in den Bereich Pflege und Unterhaltung verschoben. Dies betrifft sowohl die Wasserflächen, Freiflächen, Hoch- und Tiefbauten als auch die Ausstellungen von Klimahaus und Deutschem Auswandererhaus.

Als neue Erschließungs- und Vermarktungsaufgabe kam in 2013 das zukünftige Gewerbegebiet Luneplate in den Aufgabenbereich der BEAN.

Historie

Die Entstehung der BEAN erklärt sich am besten aus der Betrachtung der historischen Entwicklung des Bereiches Alter/ Neuer Hafen Bremerhaven.

Da größere Schiffe die Stadt Bremen aufgrund zunehmender Verschlickung nicht mehr erreichen konnten, erwarb die Stadt Bremerhaven 1827 vom Königreich Hannover eine Fläche von … nördlich der Geestemündung in die Außenweser. Im gleichen Jahr begannen die Bauarbeiten für das im Nachhinein „Alter Hafen“ genannte erste Hafenbecken, dessen Bau 1830 abgeschlossen war. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die Auslastung so positiv, dass über ein zusätzliches Hafenbecken nachgedacht wurde, das in seiner Ursprungsform von 1847-1852 errichtet und bis 1871 in Länge und Breite mehrfach erweitert wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung verlief jetzt so rasant, dass bereits 1873 mit dem Bau des Kaiserhafen I begonnen wurde, der 1876 in Betrieb genommen werden konnte.

Gegen Ende des 19.Jhd. wurde bereits ein Strukturwandel erkennbar: War der Alte Hafen mit seiner schmalen Dockschleuse zu einer Zeit erbaut worden, als Schiffe in der Regel aus Holz waren und Segel zur Fortbewegung dienten, setzte die Fortbewegung mit dem ausgehenden Jahrhundert vermehrt auf Dampfmaschinen, die in immer größer werdende Stahlrümpfe eingebaut wurden. Da der Alte Hafen für diese Schiffe nicht mehr taugte wurde er 1891 zum Bremerhavener Fischereihafen um die kompakten Fischkutter aufzunehmen. Im Zuge des Strukturwandels wurde 1897 der Bau der großen Kaiserschleuse notwendig, um die Großschiffe in den Kaiserhafen zu bringen.

Bis 1927 waren der Alte Hafen, der Neue Hafen und der Kaiserhafen jeweils über separate Schleusen zugänglich. Direkte Wasserverbindungen der Becken gab es nicht, da man auch die Infrastruktur jenseits der Hafenbecken per Bahn, LKW oder Fuhrwerk erreichen musste. Als in den 1920er Jahren der Sanierungsbedarf an der  Schleuse des Alten Hafens immer größer wurde stand man vor der Wahl an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten oder eine Verbindung zum Neuen Hafen herzustellen. Aufgrund der sehr kleinteiligen Nutzung der Fläche westlich des Alten Hafens schied ein Neubau an anderer Stelle aus, der Neubau der Schleuse an gleicher Stelle hätte zur Folge gehabt, dass der Alte Hafen für mindestens eineinhalb Jahre nicht erreichbar gewesen wäre. Daher fiel die Entscheidung für den Bau des Verbindungskanals mit den noch heute existenten Klappbrücken. Nach der Inbetriebnahme der Klappbrücke wurde die Schleuse in den Alten Hafen zugeschüttet. Damit war der Alte Hafen nur noch über den Neuen Hafen erreichbar, mit Außerbetriebnahme der Schleuse Neuer Hafen 1937 mußte gar ein Umweg über die Kaiserschleuse in Kauf genommen werden. Als nach der Zusammenlegung von Bremerhaven und Wesermünde zudem  in 1935 die Nutzung als Fischereihafen entfiel, fiel der Alte Hafen in Bedeutungslosigkeit. Dem Neuen Hafen ging es durch die direkte Verbindung  mit dem Kaiserhafen etwas besser, obwohl auch hier spätestens 1927 mit Bau des Columbusbahnhofs als moderne Passagierabfertigungsanlage direkt am Weserstrom ein deutlicher wirtschaftlicher Rückgang zu verzeichnen war.

Im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt Bremerhaven wurde sogar darüber nachgedacht den Alten Hafen vollständig zuzuschütten, um Raum für den sich entwickelnden Verkehr zu haben. So weit kam es nicht, jedoch büßte das Hafenbecken durch Landnahme für den Bau von Columbuscenter und Columbusstraße einen nicht unerheblichen Teil seiner Grundfläche ein.

Es gab bereits sehr frühzeitig Entwicklungen, die den Weg für die heutige Nutzung geebnet haben.

Bereits 1866 wurde westlich des Alten Hafens an der Weser eine Badeanstalt eingerichtet, die 1926 durch Sandaufspülung zum noch heute beliebten Weserstrandbad wurde.

In den Jahren 1912/13 wurde im Keller der Strandhalle das Nordseeaquarium errichtet, aus dem sich 1928 die Tiergrotten entwickelten, aus denen wiederum der Zoo am Meer wurde.

Mit der Verbringung der Seuten Deern in den Alten Hafen wurde 1966 der Grundstein für den Museumshafen gelegt, dem kurz darauf das 1975 eröffnete Deutsche Schiffahrtsmuseum folgte.

Wiederholt gibt es Überlegungen den Bereich des wirtschaftlich kaum noch genutzten Alten Hafens, der als Barriere zwischen der Innenstadt und dem bei Bremerhavenern sehr beliebten Deich liegt, einer städtischen Nutzung zu zuführen.  Konkrete Gestalt können diese jedoch erst annehmen, als das Land Bremen Anfang der 1990er Jahre erfolgreich vor dem Bundesverfassungsgericht wegen mangelhafter Finanzausstattung klagte und in den Folgejahren namhafte Mittel vom Bund bekam, von denen 270 Mio. € für die Entwicklung der Bremerhavener Hafenquartiere budgetiert wurden. Mangels eigener Erfahrungen mit Projekten dieser Größenordnung wird Kontakt mit einem Projektentwickler gesucht, der mit dem vorgenannten  öffentlichen Invest und Investorengeldern in mehrfacher Größenordnung das Projekt Ocean Park verwirklichen will. Da der Projektentwickler zwar Unmengen an Planungsmitteln verbraucht, jedoch keinen einzigen Investor gewinnen kann, wird die Zusammenarbeit 1999 beendet. Im gleichen Jahr wird die BEAN als 100% städtische Gesellschaft mit der Zielsetzung der Entwicklung des Gebietes Alter/ Neuer Hafen gegründet.