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Schaufenster Fischereihafen wird 25: Silberjubiläum ist Erfolgsgeschichte am Fischereihafen I

Tourismusgebiet lockt inzwischen durchschnittlich mehr als 500.000 Gäste jährlich an den alten Fischbahnhof.

Ein Pianospieler, eine illustre Talkrunde und jede Menge geladener Gäste. Der 25. Geburtstag des Schaufenster Fischereihafen startete nicht als großangelegtes Party-Event, sonders als reflektierter Blick in die nicht immer ganz leichte Entstehungszeit des Tourismusgebietes im Bremerhavener Stadtsüden: Heute lockt das „Schaufenster“ jährlich mehr als eine halbe Million Besucher in den Fischereihafen. Eine Erfolgsgeschichte zwischen Fischkisten und Kutternetzen – so sind sich die einstigen Macher und heutigen Akteure einig.

„Es fühlt sich einfach toll an, zu einem 25. Geburtstag einzuladen“, begrüßte Petra Neykov die gut 150 geladenen Gäste am Montagabend im Theater in Fischereihafen (TiF). Bereits zuvor hatte Bürgermeister Paul Bödeker das Grußwort der Stadt überbracht und darauf eingestimmt, dass 25 Jahre Schaufenster Fischereihafen wirklich eine tolle Geschichte sein. „Auch wenn der Anfang nicht unbedingt leicht war, war es damals die richtige Entscheidung durchzuhalten“, so Bödeker. Dem pflichtete ebenfalls Hans Werner Busch bei, der als Geschäftsführer der Bremerhavener Beschäftigungsgesellschaft Unterweser - kurz BBU- ein Mann der ersten Stunde im Schaufenster war und eigenen Angaben nach anfangs selbst zu den Kritikern des Projekt gehörte. „25 Jahre Schaufenster – das ist eine Erfolgsgeschichte“, brachte es Busch auf den Punkt.

In einer an die Begrüßung anschließenden Talk-Runde kamen Mitgestalter und Urgesteine des Schaufenster Fischereihafens zu Wort. Der damalige FBEG-Geschäftsführer und Schaufenster Mitinitiator Armin Winninger wußte sich zu erinnern: „Die Kombination von historischer Arbeitsstätte, kulinarischer Gastlichkeit und kulturellem Angebot kam anfangs nicht bei jedem gut an." Auch Schaufenster-Pionier Hans-Joachim Fiedler wußte zu berichten, dass das Besucheraufkommen zu Beginn mehr als mäßig war. „Wir mussten uns dann richtig was einfallen lassen und haben mit großem Einsatz die erste Fischparty organisiert. Sie ging mit einer 12-seitigen Werbekampagne in der Zeitung einher“, so Fiedler. Der Erfolg war unglaublich. Die BILD-Zeitung berichtete damals von einer Viertelmillion Gäste im Fischereihafen. „Das hätte uns dann allerdings fast das Genick gebrochen“, so Fiedler weiter. „Weil die GEMA plötzlich einen 5-stelligen Betrag von der Werbegemeinschaft haben wollte, den wir schlichtweg nicht hatten“, führte er weiter aus. Das Fiasko konnte letztlich jedoch abgewendet werden und die Fischparty gehört seitdem zu den beliebtesten Veranstaltungen der Stadt.

Auch aus Sicht von Svea Winterboer, der Direktorin des Best Western Hotel Plus im Fischereihafen, ist die Entwicklung des Schaufensters ein großartiger Impuls für die Entwicklung der Stadt gewesen. „Fischparty, Musiksommer und das Fischereihafenrennen locken Menschen in die Stadt und stehen bei unseren Gästen hoch im Kurs. Wir haben sogar regelmäßig Besucher aus Hamburg, die kommen um sich Bremerhaven anzuschauen“, berichtete die Hoteldirektorin.

Die Startschwierigkeiten gehören der Vergangenheit an. Inzwischen kommt das vom markanten grün-weißen Streifendach abgeschirmte Areal mit der stimmungsvollen Öffnung in Richtung Sonnenuntergang einfach prima an, da waren sich alle in der kompetenten Gesprächsrunde einig. Dafür sprächen nicht zuletzt auch die gute Auslastung der ansässigen Restaurants und der große Zulauf bei den Veranstaltungen am Schaufenster und im TiF. So kam es denn auch nicht von ungefähr, dass die aus Hamburg stammende FBG-Chefin Petra Neykov zu mehr Selbstbewußtsein in der Stadt aufrief. „Wir müssen uns nicht klein machen. Bremerhaven ist eine hochattraktive Stadt, die am Wasser liegt und sich zunehmend in Richtung Wasser entwickelt. Damit liegt sie voll im Trend“, brachte Neykov auf den Punkt.   Marco Butzkus