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Cruise Europe Conference in Bremerhaven: Seestadt war im Mittelpunkt der europäischen Kreuzfahrtunternehmen

Wichtigste Konferenz der europäischen Kreuzfahrtindustrie diskutiert in Bremerhaven über die Zukunft der Branche.

Mit der Cruise Europe Conference fand in dieser Woche einer der wichtigsten Kongresse der Kreuzfahrtindustrie in Bremerhaven statt. Rund 160 Vertreter aus europäischen Häfen und von Kreuzfahrtreedereien konnten sich in der Seestadt zu Trends, Entwicklungen und Zukunft der Brache austauschen. Einer der Schwerpunkte: die Erschließung neuer Ziele als Nische für kleinere Kreuzfahrtschiffe. Zur Cruise Europe gehören etwa 120 Häfen zwischen Island, Russland, Portugal und Norwegen.

Mehr als 6 Millionen Europäer nahmen letztes Jahr an einer Kreuzfahrt teil – unter ihnen alleine 2 Millionen Deutsche. Der Kreuzfahrt-Markt „boomt“, das kann man nicht nur am Bremerhavener Kreuzfahrtterminal deutlich spüren. Innerhalb von nur zwei Jahren haben sich die Passagierzahlen am „Columbusbahnhof“ mehr als verdoppelt. In diesem Jahr werden 150.000 Kreuzfahrtpassagiere in Bremerhaven erwartet und ein Ende des Anstiegs ist noch nicht in Sicht. Mit TUI und Costa haben sich zwei große Kreuzfahrtunternehmen für den Standort Bremerhaven entschieden. Bei AIDA und MSC gibt es offenbar zumindest Überlegungen Bremerhaven mit in den Fahrplan aufzunehmen. Es scheint fast so, als wenn der Kreuzfahrtmarkt endlos weiter wachsen würde.

Das zeigt sich auch daran, dass es einen regelrechten Bauboom für Kreuzfahrtschiffe gibt. Derzeit gibt es weltweit Bauaufträge für 70 Kreuzfahrtschiffe und deren Dimensionen werden immer größer. Die Reederei MSC plant derzeit sogar Ozeanriesen mit einer fast unvorstellbaren Kapazität von 7000 Passagieren. Kreuzliner dieser Größenordnung bringen allerdings auch Schattenseiten mit sich. Wenn ein Schiff mit 4000 Passagieren ein idyllisches Fischerdorf in einem norwegischen Fjord ansteuert, ist es mit der Idylle schnell vorbei. Zudem werden fast 92 Prozent der aktuellen Kreuzfahrtziele in der Welt von den 6 größten Reedereien bedient. Für alle anderen geht es um die übrigen 8 Prozent. Die Branche braucht also neue Ziele und dabei spielt die Größe der Schiffe eine wichtige Rolle, denn vor allem in Nordeuropa kommen große Schiffe schnell an logistische Grenzen. Hier bietet sich also die Nische, auf die sich der Fokus der europäischen Kreuzfahrtindustrie richtet.

Doch die Anforderungen an eine Kreuzfahrtdestination sind hoch. Der Hafen muss über einen guten zentral gelegenen Liegeplatz und eine gute logistische Anbindung verfügen. Außerdem sollte er in der Nähe zu touristisch attraktiven Zielen liegen. Theoretisch kann aber jeder Hafen und jeder Fjord ein interessantes Ziel abgeben, wenn man das richtige Schiff und die richtigen Passagiere dafür hat. Die Frage aller Fragen danach welches die beste Größe für ein Kreuzfahrtschiff ist, fällt somit überraschend einfach aus: Die beste Größe ist die richtige Größe. Es gibt eben Kreuzfahrtgäste, die sehr große Schiffe mit tollen und vielfältigen Freizeitangeboten wünschen. Für diese Gäste ist hauptsächlich das Schiff selber das Urlaubsziel. Andere Gäste möchten lieber mit einem kleineren Schiff bequem von einem Hafen zum anderen reisen. Bei ihnen spielt das Freizeitangebot an Bord keine übergeordnet große Rolle.

Die Teilnehmer der Cruise Europe Conference zeigten sich in Bremerhaven sehr optimistisch, was die Marktentwicklung und die Rolle der 120 Cruise Europe Mitglieder angeht. Stadt, wie auch Columbus Cruise Center konnten einen guten Eindruck hinterlassen. Die Seestadt war eine mehr als passende Bühne für die wahrscheinlich wichtigste Konferenz der europäischen Kreuzfahrtunternehmen und konnte hervorragende Werbung für den Kreuzfahrtstandort Bremerhaven machen.   Marco Butzkus

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