Eisberge in der Arktis.

Bremerhaven - Heimathafen der Wissenschaft

    Der maritime Charakter des Wissenschaftsstandortes Bremerhaven spiegelt sich sowohl in den national und international renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen als auch in den Forschungsschiffen, die in Bremerhaven beheimatet sind, wider. Von hier laufen bekannte Forschungsschiffe wie der Forschungseisbrecher Polarstern zu ihren Expeditionen aus.

    Forschungseisbrecher Polarstern

    Die Polarstern dient der Erforschung der Polarmeere sowie der Versorgung von Forschungseinrichtungen in der Arktis und in der Antarktis. Das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Instituts kann bis zu 1,5 Meter dicke Eisschollen durchfahren und ermöglicht Einsätze bei Temperaturen von bis zu – 50 °C.

    Für die Forschungsarbeiten der Biologie, Geologie, Geophysik, Glaziologie, Chemie, Ozeanographie und Meteorologie stehen neun Labore, drei Kühlräume und Aquarien an Bord zur Verfügung. Weitere Laborcontainer können an und unter Deck gestaut werden. Das Schiff ist mit acht Winden ausgestattet, die es ermöglichen, Proben aus einer Tiefe von bis zu 10 Kilometern zu entnehmen. Mit den beiden Kränen können schwere Forschungsgeräte über Bord ins Wasser oder auf das Eis abgelassen werden. Um Netze oder Geräte hinter dem Forschungsschiff zu schleppen, befindet sich am Heck des Schiffes ein schwenkbarer A-Rahmen. Für den Einsatz von zwei Hubschraubern befinden sich ebenfalls am Heck des Schiffes eine Landeplattform und ein Hangar.

    Aktuelle Schiffsposition 

     

    Forschungsschiff Walter Herwig III

    Mit dem Hochseeschiff Walther Herwig III (63,15 m Länge) untersuchen die Thünen-Institute für Seefischerei und Fischereiökologie neben Nordsee und Ostsee auch Gebiete im Nordatlantik von Grönland über die Irminger- und Sargasso-See bis Westafrika.

    Dabei können Schwimm- und Bodenschleppnetze wie auch Planktonnetze und andere Fanggeräte eingesetzt werden. Für die Forschungstätigkeiten an Bord stehen den Wissenschaftlern sieben Laborräume, Kühlkammern, aber auch Equipment wie ozeanographische Sonden zur Verfügung.

    Das Forschungsschiff hat seinen Liegeplatz am Fischkai im Fischereihafen Eins in Bremerhaven.

    Aktuelle Schiffposition 

     

    Museumsschiff „GRÖNLAND“

    Die GRÖNLAND ist das Schiff der ersten deutschen Nordpolarexpedition im Jahr 1868, mit der die Tradition der deutschen Forschungsschifffahrt begründet wurde. Unter Führung des Kapitäns Carl Koldewey stach die GRÖNLAND vom norwegischen Bergen aus in See um einen möglichen Seeweg zum Nordpol zu erkunden. Das Vorhaben misslang, stattdessen umsegelte das Schiff die Westküste Spitzbergens. Auf der Expedition wurden hydrographische, meteorologische und nautische Daten gesammelt, die später für die Darstellung von Strömungsverhältnissen, Isothermenkarten, Lotungen, Winden und Wettererscheinungen ausgewertet wurden. Die Expedition endete am 10. Oktober 1868 in Bremerhaven.

    Nach dieser Expedition diente die GRÖNLAND als Fischereifahrzeug, Robbenfänger und später als Frachtschiff. 1973 wurde das historische Polarforschungsschiff vom Deutschen Schifffahrtsmuseum erworben und nach den europäischen Richtlinien für die Konservierung und Restaurierung von aktiven Traditionsschiffen instand gesetzt. Eine ehrenamtliche Stammcrew kümmert sich um die Pflege des wertvollen Schiffes.

    Der Liegeplatz der GRÖNLAND ist der Museumshafen des Deutschen Schifffahrtsmuseum. Mehr erfahren

     

    Forschungsschifffahrt erleben 

    Unter dem Titel „Deutsche Forschungsschifffahrt im 20. Jahrhundert“ wird im Deutschen Schifffahrtsmuseum Meeres- und Polarforschung für jeden erlebbar.

    In der interaktiven Sonderausstellung „360° POLARSTERN - eine virtuelle Forschungsexpedition“ können Museumsgäste an Bord des Forschungseisbrechers vom Alfred-Wegener-Instituts gehen und mit Hilfe von 360°-Aufnahmen in das „Fahren“, „Forschen“ und „Leben“ auf der Polarstern eintauchen.

    Die 360°-Videos, die einen ganz neuen Blick auf das Leben an Bord der Polarstern bieten, sind auch auf YouTube zugänglich. Ein informative Appmit einem 3D-Modell des Forschungsschiffes ist unter dem Begriff „360 Polarstern“ sowohl im Playstore als auch im Appstore abrufbar.

    Der Themenbereich „Forschungsschifffahrt“ soll bei der Neugestaltung des Leibniz-Forschungsmuseums ein fester Bestandteil der zukünftigen Dauerausstellung werden, die 2021 eröffnet werden und die Forschungsarbeiten mit neuen innovativen Ausstellungskonzepten für das Publikum sichtbar machen soll. Mehr erfahren

    Anrede

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