Elterngeld beantragen

Sie sind Mutter oder Vater geworden? Dann haben Sie Anspruch auf Elterngeld, wenn Sie: 

  • Ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • mit Ihrem Kind in einem Haushalt leben und
  • einen Wohnsitz oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Ausnahmen bei ausländischen Arbeitsverhältnissen sind möglich.

Für Geburten ab dem 01.07.2015 haben Sie Anspruch auf Basiselterngeld (vorheriges Elterngeld), ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonusmonate. Den Antrag dafür finden Sie unter den Formularen.

Das Elterngeld ersetzt 67 Prozent des nach der Geburt des Kindes wegfallenden monatlichen Erwerbseinkommens bis maximal 1.800 Euro. Bei Einkommen unter 1.000 Euro erhöht sich der Prozentsatz analog zur Höhe des Einkommens.

Seit dem 01.01.2011 wird bei einem Einkommen über 1.200 Euro die Ersatzrate auf 65% abgesenkt. Ab einem Jahreseinkommen von 250.000 Euro bei Alleinerziehenden und 500.000 Euro bei Zusammenlebenden entfällt der Anspruch auf Elterngeld.

Wer vor der Geburt des Kindes nicht berufstätig war, erhält mindestens 300 Euro.

Bei weiteren, im Haushalt lebenden Kindern wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Geschwisterbonus gezahlt. Im Falle einer Mehrlingsgeburt erhöht sich der Anspruch um 300 Euro, der Geschwisterbonus steht hier nicht mehr zu.

Voraussetzungen

Elterngeld wird für Lebensmonate des Kindes beantragt. Die Anspruchsvoraussetzungen müssen grundsätzlich in jedem der beantragten Monate von Anfang an vorliegen. Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, die

  • ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und
  • einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Ausnahmen bei ausländischen Arbeitsverhältnissen, insbesondere Entsendungen und die Europarechtlichen Kollisionsvorschriften sind zu beachten.

Ehepartner*innen- oder Lebenspartner*innen, die das Kind nach der Geburt betreuen - auch wenn es nicht ihr eigenes ist -, können unter denselben Voraussetzungen Elterngeld erhalten.

Für angenommene Kinder und mit dem Ziel der Annahme aufgenommene Kinder gibt es ebenfalls Elterngeld.

Welche Unterlagen benötige ich?

  • Geburtsbescheinigung mit dem Verwendungszweck Elterngeld, bei Mehrlingsgeburten für jedes Kind. Die Geburtsbescheinigung muss im Original vorgelegt werden. Kopien oder die Übersendung per Fax oder als eingescanntes Dokument per Mail werden nicht akzeptiert.
  • Beschäftigungsnachweis Bestätigung des Arbeitgebers über die Inanspruchnahme von Elternzeit oder die Reduzierung der Arbeitszeit
  • Bescheinigung über Mutterschaftsbezüge, Abrechnung vom Arbeitgeber zur Berechnung des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse
  • Gehaltsabrechnungen bei nichtselbstständiger Tätigkeit der Mutter: aus den 14 Monaten vor der Geburt bei nichtselbstständiger Tätigkeit des Vaters: aus den 12 Monaten vor der Geburt Die Abrechnungen können auch als Kopien vorgelegt werden.
  • Einkommensnachweis bei selbstständiger Tätigkeit Bei selbstständiger Tätigkeit dient als Einkommensnachweis der Steuerbescheid des Jahres vor Geburt des Kindes.  Bei Einkommensausfällen in diesem Veranlagungszeitraum (z.B. schwangerschaftsbedingte Erkrankungen) wird auf Antrag der vorangegangene Veranlagungszeitraum zugrunde gelegt. Werden Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung entrichtet wird auch hierüber ein Nachweis benötigt. Erforderlich ist auch eine Erklärung über die Fortführung der Tätigkeit im Bezugszeitraum. Wird die Tätigkeit stillgelegt / eingeschränkt, eine Ersatzkraft eingestellt, übernimmt bereits vorhandenes Personal zusätzliche Aufgaben, usw.. Ggf. ist dann noch eine Einschätzung der erwarteten Einnahmen im Bezugszeitraum nötig. Nach Ablauf des Bezugszeitraums erfolgt die endgültige Berechnung der Anspruchshöhe.
  • Mischeinkommen (Einkünfte aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit) Liegen in den 12 Monaten vor Geburt Einkünfte aus nicht selbstständiger und selbstständiger Tätigkeit vor, werden die Einkünfte aus beiden Tätigkeiten aus dem Kalenderjahr vor dem Geburtsjahr herangezogen.
  • Haushaltsbescheinigung erforderlich, wenn für weitere im Haushalt lebende Kinder der Geschwisterbonus beantragt wird. Dieser wird gezahlt, wenn ein weiteres Kind im Alter von unter 3 Jahren oder zwei weitere Kinder im Alter von unter 6 Jahren im Haushalt leben. Mit Erreichen der Altersgrenze entfällt der Anspruch. Der Bonus beträgt 10 % des einkommensabhängigen Elterngeldes, mindestens jedoch 75,00 Euro
  • Kopie des Aufenthaltstitels
  • Personalausweis oder Reisepass - eine Kopie ist bei schriftlicher Meldung ausreichend- bei Vertretung mit schriftlicher Vollmacht muss sich der Bevollmächtigte mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweisen können

Erfüllen beide Eltern grundsätzlich die Voraussetzungen für das Elterngeld, muss der Antrag auch von beiden unterschrieben werden. Die Anlagen, entsprechend der Beschreibung im Antragsvordruck, sollten möglichst beigefügt sein.

Die Leistungsgewährung erfolgt frühestens ab Geburt und rückwirkend höchstens für die letzten 3 Lebensmonate vor dem Monat der Antragstellung.

Die Eltern können in der Zeit vom Tag der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes Elterngeld beziehen.

Werden Kinder im Haushalt mit dem Ziel der Adoption aufgenommen, beginnt die 14-Monats-Frist mit dem Tag der Haushaltsaufnahme (nicht mit dem Geburtsdatum und auch nicht mit dem Tag der Anerkennung der Adoption). Der Anspruch besteht nicht mehr, sobald das Kind das achte Lebensjahr vollendet hat.

Rechtsgrundlagen

Was muss ich noch wissen?

Veränderungen, die sich auf den Leistungsanspruch auswirken, z.B. Arbeitsaufnahmen, müssen der Elterngeldstelle umgehend mitgeteilt werden.

Welche Fristen sind zu beachten?

Die Leistungsgewährung erfolgt frühestens ab Geburt und rückwirkend höchstens für die letzten drei Lebensmonate vor dem Monat der Antragstellung.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Bei Vollständigkeit der Antragsunterlagen im Regelfall vier bis sechs Wochen.

Welche Gebühren/Kosten fallen an?

keine