Solarkataster jetzt im Netz: Die Macht der Sonne auf den Hausdächern nutzen

Das Solarkataster der Stadt Bremerhaven ist an den Start gegangen. Auf einer eigenen Internetseite können sich die Bremerhavener jetzt über das Solarpotenzial ihres Hausdaches informieren. Ziel der Analyse ist es, Gebäudeeigentümer und -nutzer stärker auf die Möglichkeiten der Solarenergienutzung aufmerksam zu machen und damit das vorhandene Solarpotenzial besser auszuschöpfen. Sie können an drei Farben ablesen, ob sich ihr Dach als Fläche für eine Photovoltaikanlage oder eine Solartherme eignet. Insgesamt werden rund 45 000 Gebäude in dem Kataster untersucht.

Das Solarkataster ist als Gemeinschaftsprojekt zwischen der swb AG und der Stadt Bremerhaven entstanden. Die Seite ist in die Internetauftritte der Kooperationspartner eingebunden und auch direkt mit einem Link zu erreichen. Hauseigentümer, die mit der Veröffentlichung der Daten ihres Gebäudes nicht einverstanden sind, haben die Möglichkeit eines Widerspruchs.

Auf einem Luftbild ist jedes einzelne der rund 45 000 Gebäuden farblich gekennzeichnet, je nachdem, wie hoch jeweils der zu erwartende Solarertrag ist. „Wer im Internet die Straße und Hausnummer angibt, kommt sofort zu dem gewünschten Gebäude“, erläutert die Leitung des Vermessungs- und Katasteramts. Wenn es rot gekennzeichnet ist, erzielt das ausgewählte Dach mindestens 95 Prozent der maximal möglichen Solarstrahlung und ist sehr gut geeignet. Ist es orange, erreicht das Dach immerhin noch zwischen 80 bis 95 Prozent Einstrahlungsenergie. Folgt man dem Link „Solareignung", werden zu jeder gewünschten Dachteilfläche die mögliche Modulfläche und der daraus resultierende Jahresertrag in Kilowattstunden ausgewiesen.

Angewendet wird das von der Fachhochschule Osnabrück entwickelte Verfahren Sun-Area. Die Software ermöglicht die Beurteilung, ob, wie stark und in welcher Form, Gebäude, Anlagen und Freiflächen für Solaranlagen (Photovoltaik- und Solarthermieanlagen) geeignet sind. Auf der Basis von Laserscannerdaten, die per Flugzeug 2008 aufgenommen wurden, werden Form, Neigung, Ausrichtung und Verschattung von Dachflächen ermittelt. Ergänzt werden diese technischen Kriterien durch einen Wirtschaftlichkeitsrechner.

Das Potenzial auf Bremerhavens Dachflächen ist groß. Von den 44 988 untersuchten Gebäuden sind rund 1,155 Millionen Quadratmeter Dachfläche für die Photovoltaik-Nutzung optimal geeignet. Über diese Fläche könnten mehr als 142 000 Megawattstunden im Jahr Strom gewonnen werden. Insgesamt sind 2,161 Millionen Quadratmeter Dachfläche geeignet, die einen Stromertrag von rund 247 800 MWh jährlich liefern und 123 400 Tonnen CO2  einsparen.