Die Seestadt Bremerhaven

Im Nordwesten Deutschlands gelegen, ist Bremerhaven mit über 120.000 Einwohnern die größte deutsche Stadt an der Nordsee. Die Entwicklung der Seestadt wurde von jeher durch die Lage am Wasser und die Entwicklung der Häfen geprägt. Aus Süden kommend mündet die Weser bei Bremerhaven in die Nordsee und begrenzt die Stadt im Westen. Zudem fließt die Geeste mäandrierend durch Bremerhaven und mündet im Stadtgebiet in die Weser.

Die Seestadt Bremerhaven liegt im Bundesland Bremen und bildet mit der Stadt Bremen den einzigen Zwei-Städte-Staat in Deutschland. Dabei sind die beiden Städte durch rd. 50 km niedersächsisches Gebiet voneinander getrennt.

Als solitäres Oberzentrum befindet sich Bremerhaven dabei in einem ländlich strukturierten Umfeld mit geringer Siedlungsdichte. Großräumig wird die Seestadt durch die BAB 27 sowie die Eisenbahnstrecken nach Bremen und Hamburg erschlossen.

Die Entwicklung des URBAN II-Programms

Von Anfang an wurde bei der Entwicklung des Programms großer Wert auf die Beteiligung der Bewohner, Gewerbetreibenden und verschiedener weiterer Akteure im Programmgebiet gelegt. Bereits zu Beginn der Programmaufstellung wurde eine sogenannte "Programmkonferenz" durchgeführt. Grundlage war ein städtebaulicher Ansatz, für den Veränderungsbedarfe und Planungsziele für das betroffene Stadtteilzentrum bennant werden sollten. Eingeladen waren u.a. die örtlichen Interessengruppen aus der Wirtschaft, die Stadtteilkonferenz Lehe [Anm.: In Bremerhaven existieren auf Stadtteilebene die "Stadtteilkonferenzen", als ein offener Zusammenschluss von Bürgern und Gewerbetreibenden, die ihre Interessen über selbstgewählte Sprecher in die Lokalpolitk einbringen. Eine formale Einbindung in die städtischen Entscheidungsgremien gibt es jedoch nicht.] sowie weitere betroffene Institutionen und Ämter der Stadtverwaltung.

Bei der Entwicklung des Bereichs "wirtschaftliche Entwicklung" wurden darüber hinaus weitere Fachleute aus der Wirtschaftsförderung sowie private Unternehmen eingebunden. Ein ähnlicher Ansatz wurde auch bei der Präzisierung des Schwerpunktes "Arbeitsmarkt und Soziales" verfolgt. Auch hier basieren die Maßnahmen auf Vorschlägen von Stadtteilakteuren, die in ihrer langjährigen Arbeit vor Ort mit den Problemlagen konfrontiert worden sind und dringliche Handlungsbedarfe formuliert haben.

Die auf diese Weise erabeiteten Ergebnisse wurden den Stadtteilakteuren dann in Gesprächsrunden und auf der Stadtteilkonferenz vorgestellt und mit den Beteiligten erörtert. Dabei wurden immer wieder Verbesserungsvorschläge eingearbeitet und im Wesentlichen eine Konsensbildung erzielt.

Diese bewährte Art der Kooperation mit den Betroffenen vor Ort wird auch während der Programmumsetzung fortgeführt. Einen wesentlichen Faktor stellt hierbei die o. g. Stadtteilkonferenz dar, deren Sprecher beispielsweise auch im Begleit- und Lenkungsausschuss vertreten sind. Ebenso wie die Werbegemeinschaft der Hafenstraße sind die Sprecher außerdem wesentlich an der Erarbeitung der Imagekampagne beteiligt.