Historie

Das Werftquartier hat eine lange Geschichte. Zwischen 1857 und 1863 wurden hier die ersten Hafen- und Kanalanlagen in Geestemünde errichtet. Der Hauptkanal verband den Handelshafen und den Holzhafen. An der Nordseite des Kanals entstanden Ende des 19. Jahrhunderts große Lagerschuppen für Holz.

Nach englischem Vorbild kombinierte das Königreich Hannover beim Ausbau seiner Häfen Emden, Harburg und Geestemünde Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals in Deutschland eine direkte Umschlagsmöglichkeit für Dampfschiffe an einer senkrechten Kaimauer mit landseitigen Kränen, Lagermöglichkeiten und einem Eisenbahnanschluss. In dieser Kombination war der 1862 fertiggestellte Handelshafen in Geestemünde eine der modernsten Anlagen seiner Zeit.

Zusammen mit dem Ausbau der Hafenanlagen erhielt Geestemünde 1862 einen Eisenbahnanschluss. Das Bahnhofsgebäude lag in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Handelshafen in der heutigen Klußmannstraße, damals Bahnhofsallee.

1910 verlegte Georg Seebeck seinen Werftbetrieb von Bremerhaven nach Geestemünde. Auf dem 124.000 qm großen Areal mit modernen elektrischen Helgen und Baudocks entstanden in der Folgezeit viele Schiffsneubauten. Auf der  Seebeckwerft arbeiteten in den 1960er Jahren mehrere Tausend Menschen. Die Werft war auf den Bau von Spezialschiffen, Fähren und modernen Trawlern spezialisiert.

Die authentische Umgebung wurde genutzt, um hier ab 1992 bis zum heutigen Tag in mehreren Stufen das Schaufenster Fischereihafen zu realisieren.

Die Schichau Seebeck Werft wurde am 31. Juli 2009 geschlossen. Die beiden Docks, die Kräne und der Helgen werden als erhaltenswerte Elemente im Sinne des Denkmalschutzes eingestuft.