Eckpunkte für die Entwicklung/Planung des Karstadt Areals

1.
Die städtebauliche Gliederung und Öffnung des bisher komplett überbauten Karstadt-Grundstücks wird auch als Beitrag zur Stadtreparatur begrüßt. Dies betrifft den Straßendurchstich Am Alten Hafen, die Mühlenstraße und die neue Vernetzung zu den Havenwelten.

2.
Die offene Treppenanlage gegenüber der Bürgermeister Smidt Gedächtniskirche ist sehr gelungen und stellt eine gute Verbindung zur Oberen Bürger und zu den Havenwelten dar.

3.
Die Gestaltungswerkstatt empfiehlt den mittleren Baukörper etwas zurückzunehmen und die nordöstliche Gebäudezeile zum Platz hin zu erhöhen, als Akzentuierung zur Unteren Bürger.

4.
Der vorgeschlagene Quartierspark zwischen der Neubebauung und dem Columbus - Center wird begrüßt und kann als grüner Trittstein zum Wasser und als attraktiv gestalteter Platz für das Wohnen, die bestehende Kita und für Innenstadtbesuche genutzt werden. Er sollte vorlaufend geplant und zeitgleich hergestellt werden. Am Übergang zum Columbus Center wird ein eigenständiges Eingangsbauwerk vorgeschlagen.

5.
Das vorgeschlagene Nutzungskonzept aus Medienhaus, Büros, Markthalle, Handel, Tourismusinformation, Gastronomie, kulturellen Nutzungen und Wohnen wird als tragfähig eingeschätzt und stellt eine große Chance für die Belebung der Innenstadt dar. Dazu muss insbesondere die Markthalle mit einem hohen, transparenten und teilweise offenen Erdgeschoss zum Kirchplatz und zur Mühlenstraße hin ausgebildet werden.

6.
Die Gestaltungswerkstatt empfiehlt gegenüber dem bisher vorliegenden Konzept, um den Treppenplatz einen Wohnhof mit den ergänzenden Erdgeschossnutzungen zu entwickeln und an der Mühlenstraße die Markthalle mit dem Medienzentrum zu kombinieren.
Hierin wird ein großes Potenzial mit überregionaler Ausstrahlung gesehen, das als belebendes Scharnier zwischen Innenstadt und Havenwelten wirksam wird.

7.
Die vorgeschlagene leichte und aufgelockerte Architektursprache steht in der Bremerhavener Tradition der 50er-Jahre und könnte bei weiterer Verfeinerung zu einer großen Bereicherung des offenen und zukunftszugewandten Charakters der Stadt beitragen. Sie sollte im Sinne von ressourceneffizientem Bauen, der Nutzung regenerativer Energie, der Unterbringung von Photovoltaik insbesondere auf den geneigten Dachflächen und der Enviroment Social Governance Kriterien (ESG) weiterentwickelt werden.

8.
Die Dachflächen werden als großes Potenzial für Aufenthaltsnutzungen gesehen – insbesondere besteht die Chance einer Rooftop-Nutzung auf dem Medienhaus mit Blick zu den Havenwelten.

9.
In der Abfolge der öffentlichen Räume Kirchplatz, Mühlenstraße, neuer Quartierspark und dem Durchstich am Eulenhof-Grundstück liegt eine große Chance, den freiräumlichen Übergang von der Innenstadt zum Hafen zu verbessern. Hierauf sollte die künftige Bebauung des Eulenhofes entsprechend durch Öffnung oder Zurückweichen reagieren. Die Breite der Mühlenstraße sollte in Abhängigkeit vom Bebauungskonzept überprüft werden.