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Zwischen 1872 und 1909 wurden die Kaiserhäfen I-III angelegt, um für die expandierenden Liniendienste des Norddeutschen Lloyd (NDL) genügend Hafenkapazität bereit zu stellen. Hierfür waren zur Weser hin tideunabhängige Anlagen notwendig. Der 1875 eröffnete erste Kaiserhafen erhielt 1876 eine seeseitige Schleuse mit 17 Metern Durchfahrtsbreite und Vorhafen, die sich in ihrer Konstruktion als Dockschleuse an ihr Gegenstück in der Einfahrt zum Neuen Hafen (1851) orientierte. Kaiserhafen und Schleuse waren vom damaligen Bremerhavener Hafenbaudirektor Carl Friedrich Hanckes (1829-1891) konzipiert worden. Doch diese Anlage reichte dem NDL bald nicht mehr aus, so dass die Reederei von 1890 bis 1897 ihre Schnelldampfer im gegenüberliegenden Nordenham abfertigte.
Die Antwort des bremischen Staates auf diese Kalamität bestand im Ausbau der Kaiserhäfen vor dem Ersten Weltkrieg. Unter der Leitung des Bremerhavener Hafenbaudirektors Rudolf Rudloff (1851-1922) entstand ab 1892 die neue Kaiserschleuse mit einer nutzbaren Länge von 223,2 Metern, einer Durchfahrtsbreite von 28 und einer nutzbaren Kammerbreite von 45 Metern. Am 23. August 1897 wurde der Lloyddampfer BREMEN als erstes Schiff durchgeschleust, eine offizielle Einweihungsfeier holte man wenige Wochen später, am 20. September nach. Die Kaiserschleuse konnte den damals größten Transatlantikdampfer des NDL KAISER WILHELM DER GROSSE (Länge 197,7 Meter, Breite 20,13 Meter) aufnehmen und durchschleusen. Damit war die alte Kaiserschleuse obsolet geworden. Sie wurde schließlich 1937 zugeschüttet, nur der ehemalige Vorhafen ist heutzutage als Ausbuchtung in der Küstenlinie zwischen „Pingelturm" und dem Auswandererdenkmal erkennbar.

Die neue Kaiserschleuse galt bei ihrer Entstehung als das größte Schleusenbauwerk der Welt und ist noch heute im Betrieb. Die ursprünglich mit Dampf betriebene Hydraulik der Schleusentore ist in den 1950er Jahren durch elektrischen Betrieb ersetzt worden.

2005 beschloss der bremische Senat die Erweiterung der Kaiserschleuse auf 305 Meter Länge und 55 Meter Breite, um den heutigen Schiffsgrößen, etwa bei den Autotransportern, zu genügen. Die Vorplanungen sind eingeleitet. Voraussichtlich 2007 sollen die Bauarbeiten begonnen und 2010 abgeschlossen werden. Für dieses momentan größte europäische Schleusenprojekt sind Investitionskosten von etwa 233 Millionen € berechnet.

Die neue Kaiserschleuse wurde am 1. Mai 2011 eröffnet.

Stadtplanausschnitt

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