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Bau und Geschichte Columbusbahnhof

Die 1897 erbaute Lloydhalle an der Kaiserschleuse, wo lange Jahre der überseeische Fahrgastverkehr abgewickelt wurde, genügte nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr den Anforderungen. Die großen Transatlantikliner des Norddeutschen Lloyd, wie etwa die COLUMBUS oder die 1926 in Auftrag gegebenen BREMEN und EUROPA, benötigten größere Anlagen. So entschlossen sich die Verantwortlichen zum Bau eines neuen Terminals an einer direkt an der Weser gelegenen Stromkaje. Hierzu waren aufwendige Gründungsarbeiten (so ein Pfahlrost aus 15 000 Pfählen) notwendig.

Die Bauarbeiten an der 900 Meter langen Stromkaje zogen sich von 1924 bis 1928 hin. Am 20. August 1928 wurde die nach dem damals größten Lloyddampfer benannte Columbuskaje in Betrieb genommen. Die Bauten im zeitüblichen Bauhausstil umfassten nicht nur seeseitige Abfertigungsanlagen, sondern auch einen Gleisanschluss in Gestalt des Columbusbahnhofs. So konnten die Reisenden aus dem Zug, der sie aus dem Landesinneren nach Bremerhaven gebracht hatte, direkt auf ihr Schiff umsteigen. Diese leistungsfähige und auch ihrem Zweck entsprechend repräsentative Anlage wurde im September 1944 durch Bomben zerstört.

Nach dem Krieg nahm der Transatlantikverkehr ab Bremerhaven einen erneuten Aufschwung: Truppentransporter der US-amerikanischen Besatzungs- und Schutzmacht, aber auch zivile Passagierschiffe für deutsche Auswanderer, die ihrer zerstörten Heimat den Rücken kehrten, zählten um 1950 zu den häufigen Besuchern Bremerhavens. So wurde auf dem nördlichen Teil der Columbuskaje im April 1950 ein wegen seiner Holzbauweise noch sehr provisorisch wirkender Terminal in Betrieb genommen. Südlich davon entstand eine in Massivbauweise errichtete Zoll- und Abfertigungshalle mit Restaurant, die am südlichen Ende mit einem formschönen Rundbau abgeschlossen wurde. Die Eröffnung dieses Teils erfolgte im Mai 1952. Nördlich des ersten Bauabschnitts von 1950 entstand schließlich die noch heute erhaltene Fahrgastanlage II, die im November 1962 ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Wegen des dramatischen Rückgangs des Passagierverkehrs über den Atlantik in den 1960er Jahren, bedingt durch die Konkurrenz des Flugzeugs, erwies sich die Kapazität der Gesamtanlage schließlich als viel zu groß. So wurde der südliche Teil abgerissen und wich einem Stückgutterminal, der im September 1975 in Betrieb ging . Die Fahrgastanlage von 1962 dient heute noch, nach einigen Umgestaltungen, als Passagierterminal, der häufig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird und heute Columbus Cruise Center heißt.

Stadtplanausschnitt

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