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Flugplatz Luneort: Die Seestadt Bremerhaven als Flughafen

Die örtliche Luftfahrtgeschichte geht in ihren bescheidenen Anfängen in die Pionierzeit der Luftfahrt zurück. 1910 stieg im Speckenbütteler Park erstmals ein Motorflugzeug auf, und es wurden dort Schauflüge abgehalten. Der erste eigentliche Flugplatz wurde auf dem Rennplatz in Speckenbüttel am 1. Mai 1926 eröffnet. Im gleichen Jahr begannen Bauarbeiten für einen weiteren Flugplatz in Weddewarden, wo 1927 ein Stützpunkt der Lufthansa eröffnet wurde. Von dort aus wurde Helgoland mit Wasserflugzeugen angeflogen, außerdem existierte ein Liniendienst Hamburg – Bremerhaven – Wangerooge – Norderney – Borkum, der mit Flugzeugen des Typs Junkers bedient wurde. Dieser Flugplatz wurde 1935 erweitert und ab 1936 militärisch durch das Luftkreiskommando 6 genutzt. Das die Zeitgenossen so faszinierende Luftschiff GRAF ZEPPELIN überflog bei seinen Deutschlandfahrten auch Bremerhaven, wovon noch alte Fotos existieren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete der Luftsport die Basis für den Neuanfang. Am 12. Oktober 1952 wurde der Luftsportverein Unterweser gegründet. Ab 1956 fanden Segelflüge ab Luneort statt. Die Motorflieger der Unterweserregion fanden sich 1957 im Aero-Club-Bremerhaven zusammen. So konnte für Luneort 1959 eine Lizenz für Motorflugzeuge erteilt werden, die 1964 auf Hubschrauber ausgedehnt wurde. Am 15. Juni 1964 wurde die Flugplatzbetriebsgesellschaft Bremerhaven mbH gegründet. Eine kommerzielle Fluglinie, die Ostfriesische Lufttaxigesellschaft (OLT), flog Luneort ab 1965 an. Schließlich wurde eine Weiterentwicklung zum kommerziellen Regionalflughafen Bremerhaven eingeleitet. Im September 1991 begann ein entsprechender Ausbau. Eine neue Landebahn von 920 Metern Länge konnte im Oktober 1992 in Betrieb, der Bau eines neuen Towers und eines Abfertigungsgebäudes im August 1994 in Angriff genommen werden. Der auf diese Art und Weise ausgebaute Regionalflughafen ging am 21. Juli 1995 in Betrieb.

Bis 2002 folgte ein Paket an weitergehenden Maßnahmen. Hierzu zählten die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 1200 Meter und die Ausdehnung der Betriebszeit auf 24 Stunden sowie die Zulassung zum Nacht- und Instrumentenflugbetrieb. Rund um den Flughafen haben sich auch Firmen angesiedelt, wie die OLT, aber auch die Weser Bildmessflug GmbH & Co. und (seit Dezember 1996) die Luftwerft DS-Air-Service GmbH . Doch auch der Wissenschaftsstandort Bremerhaven profitiert vom örtlichen Airport: Für die beiden Polarflugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) POLAR 2 und POLAR 4 vom Typ Do 228 dient der Flughafen Luneort als Heimatbasis.

Der Flugplatz Bremerhaven (auch Verkehrslandeplatz Bremerhaven-Luneort oder Regionalflugplatz Bremerhaven) ist ein stillgelegter deutscher Verkehrslandeplatz in Bremerhaven. Er liegt im Stadtteil Fischereihafen auf einer kleinen Insel im Süden der Stadt zwischen dem Hafen im Osten, der Lune im Westen und Südwesten sowie der Weser im Norden. In erster Linie diente der Flugplatz dem Individualverkehr. Im Bedarfsverkehr nach festen Zeiten, also linienflugartig, verband der OFD Bremerhaven mit Helgoland.

Darüber hinaus nutzte das Alfred-Wegener-Institut den Flugplatz Bremerhaven als Heimatbasis für sein Polarflugzeug POLAR 5 vom Typ Basler BT-67.

Der Instrumentenflugverkehr (IFR) am Flugplatz wurde am 30. November 2015 eingestellt (siehe NfL 1-605-15). Bis zum 29. Februar 2016 war noch eingeschränkter Sichtflug-Betrieb (VFR) möglich; seit dem 1. März 2016 ist der Platz geschlossen.

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