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Bau und Geschichte des Fischereihafens I

Die Anfänge der Geestemünder Fischwirtschaft entwickelten sich am südlichen Geesteufer, etwa dort, wo heute das Historische Museum Bremerhaven/Morgenstern-Museum steht. Dort machte 1882 der erste englische Fischdampfer PRINCE CONSORT fest, der eine neue technische Entwicklung anzeigte. Diese führte an der Unterweser 1885 zum Bau des ersten deutschen Fischdampfers, der SAGITTA des Geestemünder Reeders Friedrich Busse (1835-1898) bei Friedrich Wilhelm Wencke in Bremerhaven. So entwickelte sich die Fischwirtschaft stetig weiter, die erste Fischauktion in Geestemünde fand im Juni 1888 statt, Bremerhaven folgte im Februar 1892. Beide Unterweserstädte standen viele Jahrzehnte in einem intensiven, letztlich wohl fruchtbaren Wettbewerb. 1895 waren 28 Hochseefischereifahrzeuge in Geestemünde registriert.

Die räumlich engen Verhältnisse an der Geeste reichten somit nicht mehr aus, so dass der preußische Staat für 7,323 Millionen Mark 1891 bis 1896 den Fischereihafen (I), damals noch als Tidehafen erbauen ließ. Den Entwurf hatte der Geestemünder Baurat Theodor Hoebel (1832-1908) erstellt. Das Hafenbecken mit Maßen von 1200 Meter Länge, 60 Metern Breite und 4,40 Metern Tiefe erhielt die Form eines krummen Schlauchs und schloss sich an die Lune, einem Nebenarm der Weser an. Am 1. November 1896 wurde der Hafen feierlich eröffnet. Den Betrieb übernahm die Fischereihafen-Betriebsgenossenschaft (FBG), an der sich die namhaften Firmen aus der örtlichen Fischwirtschaft beteiligt hatten. Das Kernstück der Umschlaganlagen bestand in der Auktions- und Packhalle I, einem 452 Meter langem Holzbau, der dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel. 1898 folgte die Packhalle II (1922 abgebrochen), 1902 Halle III (erweitert 1905 sowie 1908 bis 1910, abgerissen 1974) und 1906 bis 1907 die noch heute erhaltene Packhalle IV. Ein 1897 in Betrieb genommener Versandbahnhof, mehrere Betriebe der Fischwirtschaft (wie etwa ein Eiswerk von 1911), ein Seemannsheim (1913) sowie Werftanlagen der aus Lehe zugewanderten Schiffbaugesellschaft Unterweser (ab 1918) vervollständigten das Ensemble am Fischereihafen. Der Bahnhof wurde 1913 bis 1920 an versetzter Stelle durch einen Neubau ersetzt, weitere Packhallen (V und VI) entstanden 1914 bis 1915 bzw. 1916 bis 1918 und sind, 1981 saniert, noch heute erhalten. 1921 und 1922 folgten die Packhalle VII und VIII, die ebenfalls heute noch zu sehen sind.

Aufgrund des tief greifenden Strukturwandels in der deutschen Fischwirtschaft, der die einst bedeutende Bremerhavener Trawlerflotte zum Verschwinden gebracht hat, ist der Fischereihafen I in den 1990er Jahren zum „Schaufenster Fischereihafen“ umgestaltet worden, und zwar mit den Schwerpunkten Kultur, Gastronomie und übrige Freizeitgestaltung sowie als Liegehafen für einige Fischkutter sowie Forschungs- und Museumsschiffe. Hierzu zählen die HEINCKE des Alfred-Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI), aber auch der Museumstrawler GERA und des ehemalige Lotsenversetzboot BREMERLOTSE der Schiffahrtsgeschichtlichen Gesellschaft Bremerhaven.

Stadtplanausschnitt

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