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NS-Zeit, Zweiter Weltkrieg und Kriegsende in Bremerhaven

Die 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise gab auch in Bremerhaven der NSDAP Auftrieb. 1931 zogen die ersten neun nationalsozialistischen Vertreter in die Stadtverordnetenversammlung ein. 1933 erfolgte auch an der Unterweser die Machtergreifung und damit der Beginn einer Leidenszeit für die politischen Gegner der neuen Herren. Der seit 1923 amtierende und um die Stadtentwicklung verdiente liberale Oberbürgermeister Waldemar Becké (1878-1947) wurde unter entwürdigenden äußeren Umständen durch den örtlichen Kreisleiter der NSDAP, Julius Lorenzen (im Amt bis 1939), aus dem Amt gejagt und ersetzt.

Im ehemals preußischen Fort Langlütjen II wurde eines jener provisorischen Konzentrationslager eingerichtet, welche für die Frühzeit der NS-Herrschaft so typisch waren. Auch die Bremerhavener Juden spürten alsbald den politischen Druck und sollten schließlich das schreckliche Schicksal eine Großteils des deutschen und europäischen Judentums erleiden: Es begann mit Boykotthetze gegen jüdische Geschäfte, steigerte sich in der Zerstörung der Synagoge in Geestemünde in der Reichspogromnacht (9./10. November 1938) und führte zur Deportation der verbliebenen Juden (ca. 300) 1941 in das weißrussische Minsk. Nur drei von ihnen kehrten nach dem Krieg wieder zurück. Als das prominenteste Bremerhavener Opfer des Holocaust gilt die Kaufhausbesitzerin Jeanette Schocken (1883-1942), deren Spur sich ebenfalls in Minsk verliert und deren Todesdatum deswegen nicht exakt bekannt ist. Bereits 1938 hatte der NS-Staat ihre beiden Warenhäuser in Bremerhaven und Geestemünde „arisiert“, also zwangsenteignet.

Ab 1936 führte die allgemeine wirtschaftliche Erholung auch zu einem erneuten Aufschwung an der Unterweser, hiervon, aber auch von der anlaufenden Aufrüstung profitierten nicht zuletzt die Werften. 1939 wurde Bremerhaven mit zwei Nachbarorten (Lehe und Geestemünde) verbunden und trug fortan, wie diese schon seit 1924, den Namen Wesermünde. Nur das Hafengebiet blieb bremisch.

Seit 1940 wurde die Stadt vom immer heftiger werdenden Bombenkrieg heimgesucht. Der schreckliche Höhepunkt fiel auf den Abend des 18. September 1944, als 206 Lancasterbomber der Royal Air Force innerhalb von 20 Minuten einen Angriff auf das Stadtzentrum unternahmen und dieses größtenteils zerstörte. 618 Tote, 1193 Verletzte und 30000 Obdachlose waren zu beklagen. 2670 Gebäude waren vernichtet, nicht zuletzt der mittlerweile historische Stadtkern Alt-Bremerhavens, von dem nur noch ganz wenige Gebäude bis heute die Zeiten überdauert haben.

Am 7. Mai 1945 rückten britische Streitkräfte in die Stadt ein, die dann am 20. Mai an die 29. US-Infanteriedivision übergeben wurde. Zusammen mit Bremen kam die Unterweserstadt als Enklave zur amerikanischen Besatzungszone. Für die in Süddeutschland stationierten US-Truppen wurde der Hafen zur wichtigen logistischen Drehscheibe, zum „Port of Embarkation“.

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