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Bau und Geschichte des Neuen Hafens

1847 wurde zwischen Bremerhaven und New York der Linienverkehr mit den beiden amerikanischen Raddampfern WASHINGTON und HERMANN aufgenommen. Wegen der Breite ihrer Radkästen konnten sie nicht durch die enge Schleuse den Alten Hafen anlaufen, sondern mussten zunächst auf der Reede vor Anker gehen. So entstand unter der Leitung des aus den Niederlanden stammenden Wasserbauers Johannes Jacobus van Ronzelen (1800-1865), der bereits 1827 bis 1830 den Alten Hafen geplant und gebaut hatte, zwischen 1847 und 1852 der Neue Hafen . Aber nicht nur die Dampfschifffahrt, sondern auch eine allgemeine Überkapazität des Alten Hafens hatte den Bau des neuen Beckens erzwungen, das ursprünglich eine Länge von 230 Metern und eine Breite von 85 Metern besaß. 1858, 1862 bis 1863 sowie 1870 bis 1871 wurde der Hafen bis auf eine Länge von 840 Metern erweitert.

1871/1872 legte der Norddeutsche Lloyd (NDL) ein Trockendock an der Westseite des Hafens an, das heute noch in Resten sichtbar ist . Es ist zwar zum größten Teil aufgefüllt, aber die gut erhaltenen Umfassungsmauern zeigen dem heutigen Betrachter die Dimensionen der Dockanlage an.

Zunächst war die 1857 gegründete bremische Großreederei mit ihren legendären Liniendiensten in die USA der wichtigste Nutzer des Neuen Hafens, bis sich nach 1870 das Schwergewicht der Aktivitäten des NDL in die Kaiserhäfen (ab 1875) verlagerte . Anschließend siedelten sich weitere Firmen der Seeverkehrswirtschaft an, wie etwa die Bergungsfirma Schuchmann, das Wasserbauunternehmen Gustav W. Rogge oder auch die Schichau-Werft mit einem Zweigbetrieb , der dort bis 1987 existierte . Außerdem wurde der Neue Hafen für den Umschlag von Schüttgütern in Binnenschiffe und Kümos oder auch als Aufliegeplatz für stillgelegte Schiffe genutzt. Am 19. September 1991 wurde der Neue Hafen, der bislang, wie die übrigen aktiven Hafenteile in der Unterweserstadt, stadtbremisches Gebiet war, an die Stadt Bremerhaven übereignet . Dahinter stand zweifellos ein grundlegender Funktionswandel, denn inzwischen spielt immer weniger eine kommerzielle, sondern eine vorrangig touristische Verwendung des Neuen Hafens eine beherrschende Rolle. So ist das geschichtsträchtige Hafenbecken zum „Heimathafen" historischer Museumsschiffe geworden, aber auch zum Gasthafen für zahlreiche Windjammer aus allen Herren Ländern, die sich immer wieder zur „Sail" versammeln.

Stadtplanausschnitt

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