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Bau und Geschichte des Alten Hafens

Der Alte Hafen als erstes im neu gegründeten Bremerhaven angelegtes künstliches Hafenbecken bildet den Kristallisationskern für die nachfolgende Stadt- und Hafenentwicklung.

1827 engagierte Bremen den renommierten niederländischen Wasserbauer Johannes Jacobus van Ronzelen (1800-1865). Unter seiner Leitung, nach seinen Planungen sowie mit dem Einsatz von zeitweilig 900 Arbeitskräften wurde im Juli 1827 mit dem Bau eines ursprünglich 750 Meter langen, 57,5 Meter breiten und 5,25 Meter tiefen Hafenbeckens begonnen. Eine sich südwärts anschließende Kammerschleuse (1926 geschlossen und 1933 zugeschüttet) wurde ebenfalls angelegt und stellte die Verbindung zur Geestemündung und damit zur Weser sowie zur See her.

Die nach damaligen technischen Maßstäben äußerst aufwendigen Arbeiten erregten auch im übrigen Deutschland Interesse, so notierte 1829 der vielseitig interessierte, damals 80-jährige Johann Wolfgang von Goethe unter Verwendung althergebrachter Ortsnamen aus der Umgebung in seinem Tagebuch: „...verschaffte mir Weser-Charten, um die mitgetheilten Nachrichten über die neuen Bauten bey Geestendorf und dem Leher Hafen besser einzusehen..." , was seinem Briefpartner und Freund Eckermann zu der Notiz veranlasste: „Ich fand Goethe umringt von Karten und Plänen in bezug auf den Bremer Hafenbau, für welches großartige Unternehmen er ein besonderes Interesse zeitigte". In einer Landgewinnungsszene im zweiten Teil des „Faust" könnte sich die Beschäftigung Goethes mit dem Hafenprojekt niederschlagen.

Im September 1830 lief das amerikanische Segelschiff DRAPER als erstes Überseeschiff das neu erbaute Hafenbecken an. In der Folgezeit entwickelte sich der Alte Hafen zur Drehscheibe für den aufstrebenden Auswandererverkehr in die USA, eine Funktion, die er nach dem Bau des Neuen Hafens (1851) allmählich einbüßte. Doch wurde er 1862 noch um das Doppelte verbreitert. Ab 1892 wurde der Alte Hafen als Fischereihafen intensiv genutzt, bis die Trawlerflotten und die Fisch verarbeitende Industrie 1930 in den Fischereihafen nach Geestemünde umzogen.

Der Alte Hafen wurde daraufhin nur noch wenig von der Schifffahrt genutzt und mehrfach verkleinert, ehe er ab 1966 seine Renaissance als Bremerhavener Museumshafen erlebte. 1975 schüttete man auf der Ostseite nochmals einen Teil zu, nahm dagegen auf der Westseite eine Erweiterung vor. Die Klappbrücke im holländischen Stil, die zum Columbus-Center führt, wurde 1977 bis 1978 durch die Bremerhavener Stahlbaufirma Rogge installiert. Umfassungsmauern des Alten Hafens aus früheren Bauphasen sind stellenweise noch heute zu erkennen.

Stadtplanausschnitt

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