Luftaufnahme Bremerhaven Mitte

Männer in Kitas

Hoffnung auf „Mehr Männer in Kitas“:
Projekt hat wichtige Impulse gesetzt

Mehr Männer in Kitas – das hatte sich das Amt für Jugend, Familie und Frauen auf die Fahnen geschrieben, als es im Juni 2011 darum ging, als einer von bundesweit 16 Projektträgern im Rahmen eines Programms des Bundesfamilienministeriums darum ging, innovative Ideen und Strategien zur Gewinnung männlicher Fachkräfte für Kindertagesstätten zu entwickeln und zu erproben. Bei der Abschlussveranstaltung am 19.11.2013 wurde deutlich: „Unser Konzept, mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam zu machen, ist aufgegangen: Von insgesamt 73 Personen haben 19 Männer die Ausbildung zum Erzieher und zusätzlich zehn Interessierte die Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz begonnen. Unterm Strich ist das entstandene Netzwerk ein Erfolg“, bilanzierte Sozialstadtrat Klaus Rosche anlässlich der Abschlussveranstaltung im Hauke-Haien-Saal in der „theo“.

Dafür, dass Männer im Erzieherberuf noch immer selten sind, hat Sozialstadtrat Klaus Rosche zwei Erklärungen: „Noch immer herrscht das traditionelle Bild vor, dass die Kindererziehung eher zu den Frauenberufen zählt. Und letztlich liegt es auch am Geld: Die Vergütung für Erzieherinnen und Erzieher liegt unter dem Durchschnitt der übrigen Gehaltsgruppen – wenn wir hier zu besseren Angeboten kämen, wäre der Job für Männer auch noch attraktiver.“

Trotz allem gibt es nach drei Jahren engagierter Projektarbeit durchaus Anlass für Optimismus: Entstanden ist ein vitales Netzwerk aus Schulamt, den Lehranstalten für Sozialpädagogik und Hauswirtschaft, dem Stadtjugendring, der Agentur für Arbeit, dem Arbeitsförderungszentrum (Afz) und sieben beteiligten Projekt-Kitas. „Alle Kitas haben unter dem Thema Gendersensible Pädagogik eine Fortbildung erhalten, parallel dazu haben wir mit dem verlässlichen Partner Scholl-Schule gut vernetzt zusammengearbeitet. Es ist uns gelungen, Schüler der 8. Klassen mit Medien anzusprechen, die sie ansprechen. Für die gute Arbeit ist der Koordinierungsstelle beim Afz zu danken, die das Projekt im Zusammenwirken aller auf breite Füße gestellt hat“, lobte Robert Reichstein, Abteilungsleiter Kinderförderung im Amt für Jugend, Familie und Frauen.

Alexandra Schiltz vom Bundesfamilienministerium machte deutlich, dass bundesweit der Männeranteil unter den pädagogischen Fachkräften binnen dreier Jahre von 2,6 auf 3,6 Prozent gestiegen sei. In Bremerhaven sind von 369 Menschen im Erzieherberuf 24 Männer – 2011 zum Projektstart waren es 17. „Vom Ziel, auf 20 Prozent Männer in Kitas zu kommen, sind wir mit einem Anteil von aktuell 6,5% noch weit entfernt. Hoffnung gibt uns aber die Tatsache, dass sich aktuell 29 junge Männer in den Lehranstalten für Sozialpädagogik und Hauswirtschaft zum Erzieher oder Sozialassistenten ausbilden lassen“, erklärt Reichstein. Das bedeutet einen Männeranteil von 39,7% – 10,7 Prozent in 2011, als von 75 angehenden Erziehungskräften nur acht Männer waren: „Auch wenn das Projekt offiziell am 31. Dezember endet – wir werden unser Möglichstes tun, um das zarte Pflänzchen weiter wachsen zu lassen“, versprach Rosche.