Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

„Das ist unser Theater, da haben wir unser Stück aufgeführt“, sagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vergangenen Schuljahres heute stolz, wenn sie am Stadttheater Bremerhaven vorbeigehen. Ein Jahr lang haben sie mit zwei aus Schulmitteln finanzierten Theaterpädagoginnen gearbeitet, in diesem Schuljahr wird das Projekt „Theater-Ja!“ mit der Gorch-Fock-Schule, der Pestalozzischule, der Gaußschule I, der Humboldtschule, der Wilhelm-Raabe-Schule und der Paula-Modersohn-Schule fortgesetzt.

Das Ziel ist kulturelle Bildung für alle

Die Identifikation mit „Theater-Ja!“ ist hoch: „Aufmerksamkeit, Teamarbeit, Selbstbewusstsein und Sprachkompetenz“, nennt Rebekka Schlüter, Schulleiterin der Pestalozzischule, einige Stichworte, die sie mit dem erfolgreichen Projekt verbindet. Das Ziel ist kulturelle Bildung für alle, und auch die Eltern der beteiligten Kinder sind begeistert. „Wir wünschen uns ‚Theater-Ja!‘ als ein langfristiges Paket, denn besser kann Schule gar nicht sein“, meint Rebekka Schlüter und zitiert zur Bestätigung einen ihrer Schüler. „Theaterspielen ist wie Achterbahnfahren. Es kribbelt im Bauch, und wenn man es geschafft hat, freut man sich!“

„Man muss ganz schön mutig sein, um beim Theater mitzumachen“, lautete dementsprechend das Fazit nach der Aufführung der im vergangenen Schuljahr entwickelten Szenen und Stücke im Kleinen Haus. Ein Jahr lang hatten die aus Schulmitteln finanzierten Theaterpädagoginnen Ludmilla Euler und Insa Griesing mit ihren Gruppen gearbeitet. Auf dem mit bis zu vier Wochenstunden fest im Unterrichtsplan verankerten Programm standen neben Schauspielkompetenzen auch Konzentrations- und Persönlichkeitstraining, Gruppenbildung und viele eigene Ideen. „Bei uns gelingen Integration und Globalisierung. In den eigentlich ganz verschiedenen Kindern steckt ein großes Potential“, fasst Ludmilla Euler die Erfahrungen zusammen.

Es bleibt beim bisherigen Konzept

Auch in diesem Schuljahr bleibt es bei dem erfolgreichen Konzept. „Was wir uns überlegt haben, funktioniert glänzend“, bekräftigt Schul- und Kulturdezernent Michael Frost. „Die Idee hat neue Zugänge geöffnet, hat bildungs- und kulturpolitische Aspekte miteinander verbunden und ist offenbar bei den Schulen sehr gut angekommen.“ Zu „Theater-Ja!“ gehört neben dem Unterricht auch der enge Kontakt zu den Kollegien der ausgewählten Grund- und Oberschulen, die über eine spezielle Flatrate, gemeinsame Theaterbesuche und Fortbildungen eingebunden werden.

„Alle merken, dass Theater mit Bildung verknüpft ist und weit mehr bedeutet, als einmal im Jahr ins Weihnachtsmärchen zu gehen“, unterstreicht Tanja Spinger, Leiterin des Jungen Theaters Bremerhaven (JUB!). Sie verweist auf die ohnehin schon breit gefächerten Kooperationsangebote des JUB!, zu denenweiterführende Materialien, Vor- und Nachgespräche, Probenbesuche oder szenische Workshops gehören.„Wir haben mit ‚Theater-Ja!‘ einen bundesweit wohl einmaligen Weg gefunden“, begrüßt auch Stadttheater-Intendant Ulrich Mokrusch die bisherigen Ergebnisse. „Als ich am Stadttheater anfing, hatten wir gar keine Theaterpädagogen, mittlerweile sind es fünf. Das kann sich doch sehen lassen!“