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Rugby-Schnuppertraining an der Astrid-Lindgren-Schule

„Hallo Kinder, mein Name ist Herr Kühne“, heißt es auf dem Sportplatz des FC Sparta. „Hallo Herr Kühne“, schallt es umgehend zurück, die Mädchen und Jungen sind gespannt und motiviert. „Get into Rugby“ lautet an diesem Vormittag die Devise. Die Klassenfamilien 3/4 der Leher Astrid-Lindgren-Schule treffen auf eine in Deutschland noch wenig bekannte Sportart.

Den Bekanntheitsgrad möchte Marco Kühne, Sportwissenschaftler und Rugby-Nationalspieler, natürlich am liebsten ganz schnell ändern. „Rugby fördert das Miteinander, lebt vom Respekt vor dem Schiedsrichter und hat klare Regeln“, wirbt er für den Sport, den er während des Studiums für sich entdeckte. „Man muss sich absolut auf seine Mitspieler verlassen“, so der lizensierte Trainer, der beim BSC Grünhöfe das „Kraken“-Team leitet und eine Kinder-Abteilung aufgebaut hat. Um Rugby den Weg in den Schulsport zu ebnen, startet er nun das Projekt „Get into Rugby“, zu dem auch Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer gehören.

„Wir haben Körperlichkeit und eine starke soziale Komponente“, betont Kühne. „Es geht nur miteinander, und das macht Rugby gerade für Brennpunktschulen sehr interessant.“ Unterstützung findet er bei Lehrerin Inga Ammermann, die selbst Rugby spielt und das Kollegium der Astrid-Lindgren-Schule von den Vorzügen der Sportart überzeugen konnte. „Bewegung wird bei uns ja ohnehin groß geschrieben“, sagt Schulleiterin Anja von Häfen. „Wir begrüßen und unterstützten die Aktion.“ Zu der gehört auch, dass die Schule am Ende die Startausstattung „Get into Rugby“ mit Bällen, Leibchen, Hütchen und Bändern geschenkt bekommt: Fortsetzung erwünscht!

Guter Ball, böser Ball

Und wenn man sieht, mit wieviel Spaß die Kinder auf dem Sparta-Platz bei der Sache sind, drängt sich die Fortsetzung regelrecht auf. „Guter Ball, böser Ball“ ist jetzt nach dem gemeinsamen Warmlaufen dran: „Wer das Ei runterschmeißt, dreht noch eine Extrarunde!“ Laufen, werfen und fangen, die Kinder kommen 45 Minuten lang voll auf ihre Kosten. Spielerisch lernen sie den ovalen Rugbyball kennen, erfahren etwas über die Grundzüge des nicht ganz unkomplizierten Spiels, dürfen toben und lachen. Das spektakuläre Tackling wird vorerst durch das harmlosere Erhaschen und Abziehen von Bändern ersetzt, und im Matsch muss sich an diesem recht sonnigen Vormittag auch niemand wälzen.

„Rugby lässt sich auf viele Arten spielen“, meint Marco Kühne und versammelt die Klassenfamilie noch einmal in der Platzmitte: „Hauptsache, man hat Freude daran.“ Es folgt eine herzliche Verabschiedung, während die nächste Gruppe bereits um die Ecke biegt. „Get into Rugby“ – rund 100 Kinder waren beim ersten Durchgang begeistert dabei.