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Das Theaterprojekt des Schulzentrums Geschwister Scholl arbeitet an einem neuen Stück, und es ist einmal mehr groß angelegt. Schließlich geht es um den King of Pop: Michael Jacksons widersprüchliches Leben steht im Mittelpunkt der Inszenierung, die Schauspiel, Tanz und Musik verbindet und zum Ende des Schuljahres im Theater im Fischereihafen gezeigt wird. Das Publikum darf sich schon jetzt auf ein besonderes Theatererlebnis freuen.

Probenarbeit in der Aula des SZ Geschwister Scholl

„Michael Jackson ist immer noch aktuell“, sagt Lehrerin Ellen Lindek, die das Theaterprojekt des SZ Geschwister Scholl leitet. Sie hat für ihre Textfassung gründlich recherchiert, Biographien zum Leben des „King of Pop“ gelesen, Filme zum Thema angesehen und sich mit der Wirkung des Musikers auf seine Fans beschäftigt. „Die Schülerinnen und Schüler waren sofort von dem Thema begeistert“, fasst sie die Reaktionen zusammen, seit dem Beginn des Schuljahres arbeitet die zwölfköpfige Schauspielgruppe nun an dem Stück.

Zusätzliche finanzielle Mittel sind beantragt, viele Unterstützer aktiviert: „Die Berufsbildenden Schulen Sophie Scholl kümmern sich wieder sehr gerne um die Kostüme“, freut sich Ellen Lindek. Guido Solarek hat die Band zusammengestellt, die Hits wie „Thriller“, „Billie Jean“ oder „Beat It“ präsentieren wird. Lisa-Marie Schrader arbeitet parallel mit der Tanzgruppe, zu der dann einige der Schauspielerinnen und Schauspieler stoßen werden. „Wir haben das Projekt diesmal sogar für Ehemalige geöffnet“, erklärt Ellen Lindek und erzählt, dass Anfang 2020 auch Tanzpädagogin Claudia Hanfgarn ins Team einsteigen soll.

Akteure treten aus ihren Rollen heraus

„Wir haben ihn einfach lieb!“, jubeln drei weibliche Fans in der Aula des SZ Geschwister Scholl. „Er ist ja so süß! Und dazu so erfolgreich!“, schwärmen sie weiter, bis eine Journalistin sie zum Verhältnis des King of Pop zu

Kindern befragt. Seine Managerin greift ein, Michael Jackson betritt die Bühne, im Hintergrund werden Kuscheltiere und Puppen aus zwei Plastiksäcken geschüttelt. Die Familie bedrängt den Superstar, die Brüder wollen wieder mit ihm auf Tournee. Es geht um Geld und Werbeverträge, während Michael doch am liebsten weiter die „Bambi“-DVD schauen würde und von einem Haus mit vielen Kindern träumt.

„Der Aspekt Pädophilie, der in Michael Jacksons Leben immer mitschwingt, ist so schwierig, dass wir die Darsteller aus ihren Rollen heraustreten und kommentieren lassen“, verrät Ellen Lindek. Trotzdem soll ihre Inszenierung keine Position beziehen, sondern in erster Linie unterhalten. Und daran wird hart gearbeitet: „Hat hier jemand den Text weggenommen?“, fragt einer der Schauspieler in die Runde. Bis zur Aufführung liegt vor dem Theaterprojekt des Schulzentrums Geschwister Scholl noch ein langer Weg, aber die Akteure sind auf jeden Fall mit großem Elan unterwegs.