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Von philkl@ng wird in Zukunft viel zu hören sein

Eine neue Konzertpädagogin macht’s möglich, die Kooperation zwischen den Bremerhavener Schulen und dem Stadttheater wird weiter vertieft. Schulkonzerte, mobile Konzerte und Vorbereitungsworkshops gab es neben den Familienkonzerten schon immer, jetzt kommen etliche weitere Extras für Schulen neu dazu. Unter dem vieldeutigen Namen philkl@ng hat Ulrike Hönig, die bisher an der Jungen Oper Stuttgart tätig war, ein Patenschaftsprogramm zwischen dem Philharmonischen Orchester und mehreren weiterführenden Bildungseinrichtungen der Stadt aufgelegt. Die maßgeschneiderten Angebote sollen ganze Klassenstufen erreichen und einen nachhaltigen Austausch mit dem Orchester ermöglichen.

Projekt philkl@ng, das Maskottchen ist eine Achtelnote mit kecker Kapitänsmütze. Ermöglicht wird das wohlklingende Vorhaben durch das Bundesprogramm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“, das Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit insgesamt 11 Millionen Euro ausgestattet hat. 49 Orchester haben sich mit innovativen Ideen beworben, das Philharmonische Orchester Bremerhaven gehörte am Ende zu den 30 Konzertorchestern, die den Zuschlag erhielten. Rund 100 000 Euro stehen zur Verfügung, um trotz des angespannten kommunalen Haushalts neue Wege auszuprobieren.

Probenbesuche und Entdeckungstouren

Die breite Palette der geplanten Angebote verspricht Vielfalt: „Philly Mobil“ verwandelt die Turnhalle oder Aula in einen Konzertsaal, „Philly Sextett“ verpackt das Konzert im Klassenzimmer in eine kleine Geschichte. „Philly Mittendrin“ ermöglicht den Probenbesuch, „Philly am Pult“ sogar die Rolle der Dirigentin oder des Dirigenten. „Philly Rhythm“ ist eine Entdeckungstour zu den unterschiedlichen Schlaginstrumenten, bei „Philly Backbeat“ verrät Schlagzeuger Christian Pfeifer im Wechsel der einen Klassenhälfte rhythmische Tricks, während die andere einen Blick hinter die Kulissen wirft.

„Ein tolles Projekt“, sagt Schuldezernent Michael Frost und freut sich besonders, dass die Idee innerhalb des Philharmonischen Orchesters vorangetrieben wurde. „Das Berufsbild des Musikers hat sich gewandelt“, erwidert Generalmusikdirektor (GMD) Marc Niemann. „Unsere Aufgabe ist nicht mehr nur, das Konzert zu spielen. Es war der Wunsch des Orchesters, die Zusammenarbeit mit den Schulen zu intensivieren, die Aktivitäten in einem Gesamtkonzept zu bündeln und neue Formate zu entwickeln.“ Auch die Vertreter*innen der Humboldtschule, der Schule am Ernst-Reuter-Platz und des Lloyd Gymnasiums sind bei der Unterzeichnung der Patenschaftsverträge hoch zufrieden und loben, dass die maßgeschneiderten Angebote in intensiven Gesprächen mit den Schulleitungen und Kollegien entwickelt wurden.