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November 2019 / Von Bremerhaven lernen...

Delegation der Paula-Modersohn-Schule besucht die Mittelschule an der Weinberger Straße in Neumarkt in der Oberpfalz

Ende September machte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften auf den Weg nach Bayern. Das Ziel war die Mittelschule an der Weinberger Straße in Neumarkt in der Oberpfalz, wo die Umsetzung der Inklusion und Individualisierung an der Partnerschule erforscht werden sollte. Mitte November lud die „Paula“ dann in ihre Mensa ein, um von ihren Erlebnissen und Erkenntnissen zu berichten.

Schulentwicklung von unten

Inklusion und Möglichkeiten der Individualisierung: „Wir sind da in Bremerhaven deutlich weiter, als wir selbst wissen“, begrüßte Schulleiter Dr. Joachim Wolff die Gäste zur Nachbereitung der Forschungsreise nach Bayern in der Mensa der Paula-Modersohn-Schule. „In Mittelbayern ist man jedenfalls verwundert, was wir hier zu diesen Themen so alles auf die Beine stellen.“ Und Schuldezernent Michael Frost nahm das Stichwort gerne auf: „Dass man in der Oberpfalz bereit ist, von Bremerhaven zu lernen, macht uns natürlich stolz“, betonte er und lobte die „Paula“ bei seinem Grußwort einmal mehr als „Leuchtturmschule“.

Sechseinhalb Stunden Anreise und ein warmherziger Empfang – zum Austausch in Sachen gemeinsame Schulentwicklung von unten waren Ende September drei Elternvertreter, vier Schülerinnen und Schüler, drei Lehrkräfte sowie ein Mitglied des Schulleitungsteams der „Paula“ nach Neumarkt gereist. Auf die gemeinsame Bergwanderung folgten verschiedene Hospitationen und Gesprächsrunden, an denen auch der Schulamtsdirektor und der Oberbürgermeister der Kreisstadt teilnahmen. Dabei ging es vor allem um den Aspekt Inklusion und um die an der bayrischen Mittelschule praktizierte Modularisierung, die sich an den Kompetenzrastern für individualisierten Unterricht der Bremerhavener Partnerschule orientiert.

Pädagogischer Nord-Süd-Dialog

„Es war eine sehr interessante Reise“, fasste Dr. Joachim Wolff, der zu den Initiatoren eines von bundesweiten Fortbildungen begleiteten pädagogischen Nord-Süd-Dialogs gehört, bei der Nachbereitung in lockerer Runde zusammen. Zu Wort kamen Lehrerinnen und Lehrer, berichtet wurde von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Überraschungen. Neben den Fakten und Zahlen standen dabei auch persönliche Eindrücke: „Die haben viel Platz in den Klassenräumen“, meinte eine mitgereiste Schülerin. „Aber das komplette Handyverbot finde ich nicht gut“, befand ihr Mitschüler.

Beim Ergebnis der Forschungsreise herrschte dagegen Einigkeit: Bremerhaven ist in den Punkten Inklusion und Individualisierung wesentlich weiter als die Partnerschule an der Weinberger Straße, an der Klassenfamilien, Verträge mit den Schülerinnen und Schülern oder offene Lehrpläne noch Zukunftsmusik sind. „Wenn ich für meine Tochter die Wahl zwischen einer guten bayrischen Schule oder der ‚Paula‘ hätte, würde ich immer unsere Schule wählen“, brachte es Elternvertreterin Bianca Rüssel auf den Punkt. Jetzt freut sich die Paula-Modersohn-Schule auf den Gegenbesuch aus der Oberpfalz, der 2020 noch vor den Sommerferien stattfinden soll.