Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Europaschule zu werden ist wirklich nicht einfach, trotzdem haben es jetzt zwei Bremerhavener Schulen geschafft. Am 3. Mai erhielten die Johann-Gutenberg-Schule und das Lloyd Gymnasium das begehrte Zertifikat, das Europabildung als Profil bestätigt. Der Erfolg wurde im Rahmen einer Feierstunde, die zugleich die offizielle Eröffnung der Europawoche war, von Staatsrätin Ulrike Hiller und Schuldezernent Michel Frost gewürdigt. Beide Schulen wurden anschließend auch zum Senatsempfang nach Bremen eingeladen.

Ein langer Vorlauf war notwendig

Europaschule geht nicht aus dem Stand, ein längerer Vorlauf ist notwendig. „Das Lloyd Gymnasium fühlt sich den europäischen Werten in besonderem Maße verbunden. Neben der bewusst erlebten Vielfalt verschiedener Nationalitäten sind dies für uns vor allem die Menschenrechte, Demokratie, Frieden und Respekt gegenüber anderen. Um die Bedeutung dieser Werte zu stärken, strebt das Lloyd Gymnasium die Zertifizierung als Europaschule an“, beschloss die Schulkonferenz des Gymnasiums Mitte 2018. „Um als Europaschule anerkannt zu werden, mussten wir erfolgreiche Projektarbeit, Schüleraustausche und Lehrerfortbildungen im Ausland nachweisen“, konkretisiert Heiko Lehn, der an der Johann-Gutenberg-Schule Englisch unterrichtet und die für die Bewerbung notwendigen Maßnahmen koordiniert hat.

Beim Empfang in Bremen würdigte Senatorin Claudia Bogedan nun diese Bemühungen: „Sie zeigen ein ganz besonderes Engagement. Die Europäische Bildung macht Sinn, wenn sich junge Menschen so einbringen, dass wir in einem guten und friedlichen Europa leben können. Erleben ersetzt Vorurteile, Erfahrung ersetzt Vorbehalte. Daraus resultiert ein Verständnis füreinander, das Leben in der Gemeinschaft, die gemeinsamen Arbeit und der Austausch mit jungen Menschen aus anderen Ländern. Das alles ist allemal einen Senatsempfang wert.“

Auch Tanja Baermann, Leiterin der Vertretung des Landes Bremen bei der Europäischen Union, sparte bei der Veranstaltung nicht mit Anerkennung: „Wir wollen mündige europäische Bürgerinnen und Bürger heranbilden. "Dass das in Bremen so erfolgreich läuft, ist ein starkes Zeichen. Das Wichtigste ist, dass wir eine europäische Identität ausbilden und sehen, was wir alles gemeinsam haben.“

 

Was macht eine Europaschule aus?

  • Europäische Themen werden in den Unterricht und die Aktivitäten aller Jahrgangsstufen integriert.
  • Das Erlernen von Fremdsprachen wird auf besondere Weise gefördert.
  • Es werden regelmäßig länderübergreifende Projekte durchgeführt. Hierfür gibt es aktive Partnerschaften mit Schulen, Ausbildungsunternehmen oder anderen Partnern in Europa.
  • Für die Lehrkräfte gibt es Fortbildungsangebote zu europarelevanten Bereichen und zur Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse.
  • Europaschulen unterstützen in ihrem regionalen Umfeld die Vermittlung des Europa­gedankens. Dabei beziehen sie andere Schulen und Einrichtungen in der Region ebenso wie Partner aus Politik und Wirtschaft, Kunst und Kultur in ihre Arbeit mit ein.
  • Das Europaschul-Konzept trägt als Gütesiegel zur Qualitätssicherung bei. Es finden regelmäßig Evaluationen statt.