Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

„He, Kinder, kommt mal zusammen, gleich beginnt die Aufnahme“, sammelt ein Mitarbeiter der Minimusiker den nächsten Chor auf dem Pausenhof ein. Projekttag an der Grünhöfer Fritz-Reuter-Schule, auf dem Programm steht für jede Klasse die Aufnahme einer CD. „Und wirklich alle sind beteiligt“, freut sich an diesem Tag nicht nur die Schulleitung. „Es ist ein tolles Projekt.“

Der Leseclub wird zum Tonstudio

„Achtung, Aufnahme!“, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a strömen in das kleine Tonstudio, das im Leseclub aufgebaut wurde. Im Halbkreis versammeln sie sich vor den Mikrophonen, und die Nervosität ist schnell verflogen, als Maxi Rugen vom Minimusiker Team Bremen/Oldenburg zur Gitarre greift. Drei Wochen lang haben die Kinder gemeinsam mit Klassenlehrer Kai Dampmann für diesen Tag geprobt, jetzt ist der große Moment gekommen. „Seid noch mal ganz ruhig“, fordert der Musiker die Klasse auf und spielt mit dem Loop-Gerät ein paar begleitende Akkorde ein. Der Probedurchlauf kann beginnen.

Den richtigen Ton zu treffen und den Rhythmus zu finden ist trotz aller Vorbereitungen gar nicht einfach, aber Rugen kennt die Schwierigkeiten. Seit 2009 sind die Minimusiker mit 13 Teams in ganz Deutschland unterwegs, rund 40.000 Kinder singen jährlich nach ihren Anleitungen. „Das gemeinsame Singen macht Spaß und ist eine wichtige Erfahrung“, lautet die Devise der ausgebildeten Musikpädagogen, die mit Gitarre, guter Laune und mobilem Studio im Gepäck schon mehr als 1.000 Kitas und Grundschulen besucht haben. „Etwas erreicht zu haben und Teil von etwas Großem zu sein, macht stolz und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.“

Das Sängerlächeln nicht vergessen

„Wenn man so will, bist du das Ziel einer langen Reise“ – die Klasse 2a hat den Song „Ein Kompliment“ der Sportfreunde Stiller aus dem Angebot der Minimusiker ausgewählt. „Die Perfektion der besten Art und Weise, in stillen Momenten leise“ – an der Feinabstimmung wird in freundlicher Atmosphäre gearbeitet. „Als ob ihr jemandem ins Ohr singt“, schlägt Maxi Rugen vor. „Denkt an die Pausen“, gibt Lehrer Kai Dampmann für die erste echte Aufnahme mit auf den Weg. „Noch einmal tief durchatmen“, rät der Minimusiker und setzt die Gitarre an. „Und vor allem: Nicht euer Sängerlächeln vergessen!“

„Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist“, singen die Kinder und wippen im Takt, das Ergebnis kann sich hören lassen. Zur Sicherheit noch eine zweite Aufnahme hinterher, geschafft. Jetzt heißt es gespannt abwarten, bis die fertige CD dann in zwei Wochen endlich ausgeliefert wird.