Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Klassenfamilie Fische im Deutschen Schifffahrtsmuseum

Die Segel der gebastelten Koggen sind zumeist gestreift, quer und längs, rotweiß oder in den Farben des Regenbogens. Und natürlich liebevoll verziert, die Kinder der Klassenfamilie Fische (Jahrgangsstufen 1 und 2) der Amerikanischen Schule haben sich am Piraten-Totenkopf orientiert oder ausgeschnittene Vögel aufgeklebt. Auf dem bemalten Hintergrund tummeln sich fliegende Fische und Vögel, ein Wal bläst und ein Seefahrer steht an Deck. Jetzt sind die bunten Schuhkartons mit den Modellen als sichtbares Ergebnis des Projekts „Das Leben im Mittelalter am Beispiel der Kogge“ in der Ecke der Ausstellungshalle aufgebaut. Direkt neben dem restaurierten Wrack der „Bremer Kogge“, die als Vorlage diente und als besterhaltenes Schiff des Mittelalters gilt.

„Die Kogge war früher ein Handelsschiff“, erklärt ein Schüler den Eltern, die sich zur Präsentation auf der Empore versammelt haben. Alle sind gekommen, um sich die Arbeitsergebnisse anzusehen: „So viel Interesse ist eher selten“, freut sich nicht nur Birte Stüve, Referentin für Bildung am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM), über den großen Andrang. „Der Gerfalke hat früher bei der Jagd geholfen“, übernimmt eine Schülerin und zeigt auf die Schautafel zum Leben im Mittelalter – die Mädchen und Jungen sind nach acht Besuchen im Museum nicht nur zu Expertinnen und Experten in Sachen Busfahren geworden. In wechselnden Gruppen werden die Erkenntnisse weitergegeben, die gesamte Klassenfamilie ist dabei eingebunden.

Forschermappen und fächerübergreifender Unterricht

„Das Essen wurde über das Wasser transportiert, und ganz viele andere Sachen auch“, heißt es, bevor alle an den Tisch mit einigen bereits im Mittelalter bekannten Lebensmitteln gehen. „Mama und Papa, jetzt könnt ihr probieren. Aber jeder nur einmal!“ Anschließend wandert die gesamte Gruppe nach unten und an der „Bremer Kogge“ vorbei, wo weitere Erläuterungen über das Leben auf See folgen. Jedes Kind hat die Ergebnisse des von der Bremer Schuloffensive geförderten und zusammen mit DSM-Mitarbeiterin Sabrina Nisius durchgeführten Projekts in einer „Forschermappe“ festgehalten, Lehrerin Stephanie Szeymies-Müller zudem das erworbene Wissen im Unterricht fächerübergreifend weiter vertieft.

Bis die Schuhkartons mit den Koggen erreicht sind, kann so mit der Hand in der Hosentasche ganz lässig auf viele Fragen eine Antwort gegeben werden. Und vor den bunten Modellen belohnt ein kräftiger Applaus die Arbeit: Stolze Kinder und stolze Eltern im Deutschen Schifffahrtsmuseum.