Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Aktionstag gegen Antisemitismus und für Demokratie

„Anne Frank 90“ – unter diesem Motto beteiligen sich bundesweit rund 250 Schulen an einem Aktionstag gegen Antisemitismus und für Demokratie. Das Haus Anne Frank der Berufsbildenden Schulen Sophie Scholl geht dabei weit über die vom Anne Frank Zentrum zur Verfügung gestellten Plakate hinaus. In Weddewarden durchlaufen Schülerinnen und Schülern der Werkstufe und der FSHP 17 mehrere „Stationen des Erinnerns“, wird Geschichte im Rahmen eines Projekttages lebendig. Zusammengestellt hat die Stationen die Klasse Heilerziehungspflege, die sich dabei am Tagebuch der Anne Frank orientierte.

Anne Frank, geboren am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main, war ein deutsch-jüdisches Mädchen, das 1934 mit seinen Eltern und seiner Schwester Margot in die Niederlande auswanderte, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Ihr Tagebuch schrieb sie zwischen 1942 und 1944 in einem Versteck in Amsterdam, wo sie mit ihrer Familie und vier weiteren Personen auf engstem Raum in einer im Hinterhaus verborgenen Wohnung lebte. Fast zwei Jahre konnten die Untergetauchten so der Verfolgung entgehen, im August 1944 wurden sie entdeckt, verhaftet und deportiert. Anne Frank starb 1945 im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen, ihr Vater überlebte und veröffentlichte 1947 das Tagebuch seiner Tochter.

Das Konzept greift bis in die Gegenwart

Aus übereinandergestellten und zusammengeschobenen Tischen wird die Baracke des Konzentrationslagers, ein Gruppe drängt sich in einem kleinen Raum mit Bett und Schreibtisch. „Bisher wurde zum Anne Frank Tag immer etwas von den Lehrerinnen und Lehrern organisiert, diesmal haben die Schülerinnen und Schüler die Planung übernommen“, sagt Karin Hogrefe, Bereichsleiterin des Hauses Anne Frank, und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Geschichte mit allen Sinnen nachempfinden, bereits beim gemeinsamen Frühstück wurden die Träger des „Judensterns“ ausgegrenzt. Das Konzept greift bis in die Gegenwart: An einer der Stationen muss man erraten, welche Wahlpropaganda der NSDAP und welche heutigen Parteien zuzuordnen ist.

Verbote für Juden, das Leben im Versteck und die Lebensmittelversorgung – wie die einzelnen Themen ankommen, zeigt sich auch im jeweiligen Nachgespräch. Flucht in das Hinterhaus, was kann man mitnehmen? Die integrative Gruppe, die gerade noch mehrere Schichten Kleidung getragen hat, notiert nun die Gefühle in den eigenen Tagebüchern. Eine Spurensuche in anschaulichen Stationen, der vielfältige pädagogische Ansatz des Projekttages geht im Haus Anne Frank auf.