Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Im Schuljahr 2018/2019 stand an sechs Partnerschulen des Stadttheaters erstmals das Fach „Theater“ als fest verankerte Position auf dem Stundenplan. Möglich wurde dies durch eine Kooperation zwischen Schulamt und Stadttheater Bremerhaven, die befristete Stellen für zwei Theaterpädagoginnen schaffen konnte. Die Ergebnisse des Projekts „Theater-JA! wurden nun bei einer Abschlusspräsentation im Kleinen Haus gezeigt.

Zum Theaterspielen gehört viel Mut

„Man muss ganz schön mutig sein, um beim Theater mitzumachen“, meinte Tanja Spinger, Leiterin des Jungen Theaters Bremerhaven (JUB!). „Aber dafür bleibt es lange in Erinnerung.“ Bei der Abschlusspräsentation des Theaterjahres mit den Schulen im Kleinen Haus bekannte sich auch der zuständige Dezernent Michael Frost zu seiner Bühnenvergangenheit. „Die Stadt mag meinen Auftritt als Schüler vergessen haben, ich aber nicht!“, sagte er lächelnd.

Am ersten Vormittag hatten die Oberschulen ihre Ergebnisse gezeigt, am zweiten waren die Grundschulen an der Reihe. Dank einer Kooperation zwischen dem Schulamt und dem Stadttheater Bremerhaven konnten im Schuljahr 2018/19 befristete Stellen für zwei Theaterpädagoginnen geschaffen werden, insgesamt sechs Partnerschulen wurden nach einer Ausschreibung für „Theater-JA!“ ausgewählt. Das Ziel des vorerst auf zwei Jahre angelegten Projekts ist die nachhaltige ästhetische Bildung, die durch die feste Verankerung des Fachs „Theater“ im Stundenplan erreicht werden soll. „Es war am Anfang nicht immer ganz einfach“, räumte Tanja Spinger ein, aber die entstandenen Produktionen sprachen nun im Kleinen Haus des Stadttheaters deutlich für sich.

Drei Präsentationen am zweiten Tag

„Willkommen auf der Insel der 1000 Schrecken!“: Die Klassenfamilie „Schmetterlinge“ (Jahrgang 3 und 4) der Amerikanischen Schule hatte unter Leitung von Ludmilla Euler das Kinderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“ als Vorlage gewählt. Statt Max waren nun zwei Mädchen die unerschrockenen Reisenden, die Abenteuer mit auf Besen reitenden Hexen und den wilden Kerlen erlebten. Lichtwechsel sorgten für unheimliche Stimmung, selbstgemalte Bilder und blaue Plastikplanen kamen zum Einsatz. Bis zur glücklichen Heimkehr wurden mit jeder Menge Bewegung und gemeinsamem Sprechen viele Theatermittel erprobt.

„Verdammt!“, die Schülerinnen und Schüler der Gorch-Fock-Schule begann modern mit einem Fluch auf der Bühne und Akteuren im Zuschauerraum. Gemeinsam mit Leiterin Insa Griesing hatten die Kinder eine Geschichte um Tim Pechvogel und das alte Fahrrad Rupert Ross entwickelt, die sich witzig auf ihren Alltag bezog, Der Weg zur Schule und der Unterricht mit kleinen Tanzeinlagen, Auftritt der resoluten Lehrerin, die am Ende trotz nicht gemachter Hausaufgaben stolz auf ihre Kids war: „Ihr seid so eine tolle Klasse!“

Auch die beiden Gruppen der Pestalozzischule legten sich mächtig ins Zeug, die vierte Jahrgangsstufe zeigte das Leben der Reichen und Schönen, die immer weniger Platz für die anderen Menschen ließen. Die dritte Klasse wagte dagegen mit Ludmilla Euler als Erzählerin einen Ausflug in die Märchenwelt: „Es war einmal…“: Schneewittchen. Bewegte Szenen und zum Abschluss wie als Bestätigung für das gesamte Projekt das gerappte Alphabet der Zwerge: „I, das bin ich, und ich hab‘ großen Mut!“