Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

Stadttheater und Schulen machen sich für kulturelle Bildung stark

In Bremerhaven machen sich das Stadttheater und die Schulen gemeinsam für kulturelle Bildung stark. Seit Januar 2014 sind 27 Schulen aus der Stadt und dem Umland langfristige Partnerschaften mit dem Stadttheater eingegangen und haben sich damit zu einer Mindestzahl von Theaterbesuchen pro Jahr verpflichtet. Das Theater wiederum bietet über sein Junges Theater breit gefächerte Kooperationsmöglichkeiten an, die von weiterführenden Materialien zu den Stücken über Probenbesuche bis zu szenischen Workshops reichen. Und diese Angebote werden jetzt noch erweitert: Ab dem Schuljahr 2018/2019 kümmern sich zwei neue Theaterpädagogen intensiv um sechs ausgewählte Partnerschulen.

„Vor acht Jahren hatten wir gar keinen Theaterpädagogen, zur kommenden Spielzeit sind es vier“, freut sich Tanja Spinger, Leiterin des Jungen Theaters Bremerhaven (JUB!). „Das ist für ein Haus unserer Größe außergewöhnlich“, unterstreicht Stadttheater-Intendant Ulrich Mokrusch. „Damit sind wir in Deutschland sicher ganz weit vorne.“ Auch Schul- und Kulturdezernent Michael Frost sieht die Intensivierung der Kooperation zwischen Stadttheater und Partnerschulen als eindeutige Win-win-Situation. „Es ist ein zusätzliches pädagogisches Angebot, das aus einer Mangelsituation eine Chance macht.“

Für die Dauer eines Schuljahres erhalten die ausgewählten Bremerhavener Schulen die Möglichkeit, einen Theaterpädagogen mit bis zu vier Unterrichtsstunden pro Woche einzusetzen. An jeder teilnehmenden Schule soll dann in einer fest verankerten Stundenplanposition für maximal 15 Schüler das Projektfach Theater angeboten werden, stehen neben grundlegenden Schauspielkompetenzen auch eigene künstlerische Projektarbeiten auf dem Programm. „Wir wollen unsere Arbeit so noch besser kommunizieren“, sagt Tanja Spinger. „Den Theatervirus in die Schulen einschleusen und alle damit infizieren“, ergänzt Ulrich Mokrusch.

Theaterflatrate für die Partnerschulen

Diesen Plan unterstützt eine neue Theaterflatrate für Partnerschulen – die Kostenübernahme für die Schülerinnen und Schüler, denen Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zustehen, konnte Michael Frost bereits mit dem zuständigen Sozialamt und Jobcenter aushandeln. „Einmal am Schuljahresbeginn zahlen und danach im Klassenverband in Vorstellungen aller Sparten des Stadttheaters“, ist nun die Devise. Die Flatrate gilt für die gesamte Spielzeit, und neben Besuchen im JUB! sind auch Besuche im Kleinen und Großen Haus inklusive.

Gemeinsam für kulturelle Bildung: Wie die Kooperation zwischen Theater und Schulen in der Seestadt mit Leben gefüllt wird, zeigt nicht zuletzt das Projekt „Theaterstühle“. Dank einer Spende der Kaufmännischen Lehranstalten konnten gerade 15 Stühle in den Werkstätten des Stadttheaters zu auffälligen Theaterstühlen umgestaltet werden. In den Partnerschulen werden sie nun deutlich sichtbar aufgestellt und mit Werbematerial für alles rund um den Theaterbetrieb bestückt.