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Januar 2021 / Selbstgebaute Musikinstrumente – Spaß und Wissen

Oberschule Geestemünde kooperiert mit Philharmonischem Orchester und freiem Künstler

Der klassische Monochord? Der Ebow als sein moderner Verwandter? Die Schülerinnen und Schüler der Oberschule Geestemünde wissen, von was die Rede ist. Seit dem Herbst vergangenen Jahres bauen sie in der hauseigenen Holzwerkstatt im Rahmen von Projektphasen an ungewöhnlichen Saiteninstrumenten und hoffen jetzt auf das gemeinsame Konzert mit den Profis vom Philharmonischen Orchester Bremerhaven.

Handwerkliches Geschick und musikalische Kompetenz

Handwerkliches Geschick trifft an der Oberschule Geestemünde (OSG) in einer Kooperation mit dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven und gleich aus mehreren Fördertöpfen unterstützt auf musikalische Kompetenz. Bratschistin Diana Veiser betreut das Projekt „Saitenklänge“ für das Stadttheater, Kai Zeller leitet den Instrumentenbau in der Holzwerkstatt der Schule an der Flensburger Straße, Ralf Schreiber steuert als freier Künstler sein Wissen bei und Lehrer Jens Carstensen (OSG Medienwerkstatt) hat die gesamte Aktion organisiert. Tüfteln, probieren und lernen – der Spaß und die Vermittlung von Wissen gehen hier Hand in Hand.

„Wir bauen in der Schule Monochorde und eröffnen uns mit Unterstützung des Philharmonischen Orchesters und experimentell arbeitenden Klangkünstlern die Welt der Saiteninstrumente“ – die ambitionierte Zielsetzung des Projekts schließt auch die Vermittlung von Spieltechniken und die Möglichkeiten der Klangorganisation mit ein. Bauteile mit Schablonen anzeichnen, Maße umrechnen und für spätere Bohrungen übertragen: Konzentration und saubere Arbeit sind für den Bau der Monochorde, bei denen man durch das Verschieben von beweglichen Stegen unterschiedliche Töne erhält, unerlässlich. Schon der Mathematiker Pythagoras experimentierte vor 2500 Jahren mit dem Instrument und seinen Möglichkeiten, jetzt haben die OSG-Kurse übernommen.

Hoffen auf ein Konzert mit den Profis

Dem Monochord folgt im Dezember der Ebow, der als moderner Verwandter des Einsaiters gilt. Er bringt sich mit einem Rückkoppelungssystem selbst in Schwingung und spielt dann quasi von alleine. Auch hier sind wieder viele kleine Schritte nötig, in der Holzwerkstatt werden Leisten zugesägt und und die Bohrungen für die Aufnahme von Stimmwirbel, Saite und Elektronik vorbereitet. In der Elektrowerkstatt geht es um Spulen und Mini-Lautsprecher, um integrierte Schaltkreise (IC), Kondensatoren und Schalter, die allesamt auf eine Platine zu löten sind. Am Ende werden die beiden Baugruppen zusammengesetzt, die Saiten aufgespannt und erste Klangversuche gestartet: „Heureka!“, um es mit Pythagoras‘ Kollegen Archimedes zu sagen.

Insgesamt sind beim Projekt „Saitenklänge“ knapp 30 Instrumente entstanden, die nun auf ihren Einsatz im Rahmen eines Konzerts mit dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven warten. „Wir wünschen uns alle, dass sich die derzeitigen Corona-Einschränkungen lockern und das Musizieren mit den Profis möglich wird“, hofft nicht nur Projektorganisator Jens Carstensen.