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Februar 2020 / Kostenloses Wohnen für fünf Bildungspaten

Bildungsbuddies sind eine Kooperation zwischen der Schule am Ernst-Reuter-Platz und der Stäwog

Eine perfekte Win-Win-Situation, die Schule am Ernst-Reuter-Platz (ERNST) und die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven (STÄWOG) kooperieren ab sofort beim Projekt „Bildungsbuddies“. Für fünf Studierende heißt es freies Wohnen gegen geleistete Zeit als Bildungspate. Schulleiterin Nicole Wind und Stufenleiterin Annika Jacobsen erläuterten in großer Runde, welche Idee dahintersteckt.

Das Projekt Bildungsbuddies steht in den Startlöchern

Werde Buddy – wohne kostenfrei“, ist der Slogan der neuen Kooperation, die in der Schule am Ernst-Reuter-Platz vorgestellt wurde. Die Bildungsbuddies, die nebenbei auch gut für das Leher Goethequartier sind, brauchen gerade am Anfang noch viele Unterstützer. Und so durfte Schulleiterin Nicole Wind neben der STÄWOG und den eigenen Kollegen auch den Rektor der Hochschule Bremerhaven sowie Vertreter des Studierendenwerks Bremen, der Dieckell Stiftung und des Netzwerks Schule, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßen. „Wir stehen in den Startlöchern“, teilte sie der Runde mit.

In den Startlöchern steht eine Kooperation zwischen der ERNST und der Städtischen Wohnungsgesellschaft Bremerhaven: „Wir haben schon länger ein Projekt gesucht, bei dem Wohnen und Schule zusammenkommen“, erklärte Janine Wübben, die bei der Stäwog für die Unternehmenskommunikation verantwortlich ist. Im April ziehen die ersten Mieter in das neue Stäwog-Studierendenhaus in der Heinrichstraße 34 ein, im April soll daher auch das neue Lernparten-Projekt beginnen.

 

Bildungsvorbilder als Ziel der Patenschaften

Das Prinzip ist einfach: Fünf Studierende der Hochschule Bremerhaven können in der Heinrichstraße kostenlos wohnen, wenn sie im Gegenzug Schülerinnen und Schüler der Schule am Ernst-Reuter-Platz unterstützen. Der Zeitaufwand der Studierenden ist mit rund 20 Stunden pro Person und Monat kalkuliert, beteiligt sind auf Schulseite die Jahrgänge 5 bis 7. „In diesen Klassen ist der Spaß am Lernen häufig schon auf der Strecke geblieben“, so Annika Jacobsen, die für die höheren Stufen der Oberschule auf den Erfolg der Patenschaften mit dem Netzwerk Schule, Wirtschaft und Wissenschaft verwies.

„Unsere Kinder sind nicht lernschwach, sondern durch Probleme im Elternhaus oft mit anderen Dingen beschäftigt“, fuhr Schulleiterin Nicole Wind fort. „Sie brauchen in diesem Alter Unterstützung, weil sie einen Halt und eine Richtung suchen. Es geht bei den Bildungsbuddies nicht um Nachhilfe, sondern um den Weg zum Lernen“, unterstrich die Pädagogin. „Es geht um Bildungsvorbilder, um Nähe, um das Prinzip des älteren Bruders oder der älteren Schwester.“

Professor Peter Ritzenhoff, Rektor der Hochschule Bremerhaven, hob ebenfalls die vielleicht auch nachhaltig wirkende Vorbildfunktion der Studierenden hervor, die ihrerseits zivilgesellschaftliches Engagement lernen und so von dem Projekt profitieren können. „Hemmschwellen werden abgebaut, und für die Studierenden ist die Lernpatenschaft eine große Chance, noch stärker in die Stadt hineinzuwachsen“, betonte der Rektor. „Durch die Bildungsbuddies können sich im Idealfall neue Welten öffnen.“